mini|Roseby Gadama Roseby Gadama ist eine malawische Politikerin. Sie wurde 2019 als Abgeordnete für den Wahlkreis Zomba Thondwe gewählt. Sie war Vorsitzende des Malawi Parliamentary Women’s Caucus (Parlamentarischer Frauenausschuss) und Mitglied des Haushaltsausschusses. 2025 verlor sie ihren Sitz.
Leben Gadama wurde in Mulanje im Osten von Malawi geboren.
Sie besitzt einen Bachelor-Abschluss in Bibliotheks- und Informationswissenschaft und arbeitete als Regionalbibliothekarin für den Nationalen Bibliotheksdienst in Malawi. Sie engagierte sich bei der Organisation von Leseklubs für Frauen und anderen Frauengruppen, die sich mit Backen, Nähen und Stricken beschäftigten.
Bei den Parlamentswahlen 2019 wurde sie Abgeordnete für den Wahlkreis Zomba Thondwe. Ursprünglich wollte sie für die Demokratische Fortschrittspartei (Democratic Progressive Party, DPP) kandidieren, trat aber nach Protesten mit Tränengas und Schüssen während der Vorwahlen als Unabhängige an. Ein männlicher Kandidat wurde bevorzugt behandelt und erhielt die Unterstützung der DPP. An einem zeitpunkt fuhren sechs Polizeiwagen auf Gadamas Autoi zu und ihr Auto wurde von einer Kugel getroffen, doch sie hatte bereits das Fahrzeug gewechselt. Gadama zitierte später eine wissenschaftliche Studie, welche die Diskriminierung von Frauen bei den malawischen Vorwahlen untersucht hat.Merete Bech Seeberg, Michael Wahman: How Does Primary Election Manipulation Affect the Selection of Women Candidates? Evidence from Malawi. In: Comparative Politics. vol. 56, is. 3. 2024-04-01: S. 345–366. ingentaconnect.com doi=10.5129/001041523X17032746836782 ISSN 0010-4159
Als Gadama ins Parlament einzog, hatte keine Partei die Mehrheit, und es herrschte ein Patt (Hung parliament). Der Präsident der Demokratischen Fortschrittspartei, Peter Mutharika, appellierte an unabhängige Abgeordnete wie Gadama, die Regierung zu unterstützen. 32 stimmten zu, darunter Gadama, Susan Dossi, Lyana Lexa Tambala, Ireen Mambala, Abigail Shariff und Nancy Chada.
Sie schloss sich dem parlamentarischen Frauenausschuss von Malawi an und war Mitglied des Ausschusses für öffentliche Finanzen.
Im Juni 2023 besuchte sie das von ihr gesponserte Fußballturnier „4 Millionen Kwacha“. Im August desselben Jahres brachte sie im Parlament einen Antrag ein, in dem sie das Bildungsministerium aufforderte, die Schuluniformregeln für Grundschüler zu überprüfen. Sie äußerte Bedenken, dass die Schüler, die auf kalten Böden sitzen, Kleider oder Shorts tragen müssten. Sie forderte, dass die Schüler unabhängig von ihrem Geschlecht die Möglichkeit erhalten sollten, lange Hosen zu tragen. Ihr Vorschlag widersprach zwar der Tradition, wurde aber dennoch zur Beratung vorgelegt.
Am 10. Oktober 2023 fand in Thondwe ein Gebetstag statt, und Gadama verkündete, dass ihre Eltern die Anschaffung eines Krankenwagens finanzieren wollten und sie selbst eine Million Kwacha spenden werde.
Malawi gehört zu den vier Ländern auf der Prioritätenliste der schottischen Regierung. Im Jahr 2023 finanzierten das Westminster Centre for Democracy und die Scottish National Party (SNP) in Zusammenarbeit mit Gadamas Frauenausschuss eine Studie. Die Studie untersuchte die weiblichen Abgeordneten im malawischen Parlament, ihre Interessengruppen, ihre Erfolge und die Hindernisse, denen sie in der malawischen Gesellschaft begegnen. Jedes Jahr treffen sich die Mitglieder des Fruen-Ausschusses zu einer dreitägigen Klausurtagung, um über Fortschritte und Strategien zu beraten. Die Klausurtagung 2023 fand in Mangochi statt und wurde von der Scottish National Party (SNP), Oxfam, dem Centre for Civil Society Strengthening und der Westminster Foundation for Democracy finanziert.
Zyklon Freddy forderte Anfang 2023 in Malawi Hunderte von Todesopfern und machte Tausende obdachlos. In ihrem Wahlkreis waren die Schäden immens, und es wurden Hilfsappelle gestartet. Gadama führte Journalisten durch Thondwe, um ihnen die Zerstörungen zu zeigen. Eine örtliche Brücke wurde wiederaufgebaut und von Mitgliedern der Presbyterianischen Kirche von Zentralafrika (Church of Central Africa Presbyterian, CCAP) eröffnet, die das hundertjährige Bestehen ihrer Kirche feierten.
Im Februar 2024 besuchte Gadama Edinburgh und nahm gemeinsam mit Chilufya Chileshe an einem Treffen der Schottland-Malawi-Partnerschaft teil. Anwesend waren die schottischen Parlamentarier Alasdair Allan und Sarah Boyack sowie der Abgeordnete Patrick Grady. Das Treffen befasste sich mit Gadamas Frauen-Caucus, der aktuellen Ernährungskrise in Malawi und den Menschenrechten im Land.
Gadama wurde im September 2024 von Madalitso Kazombo, dem Ersten Abgeordneten des Parlaments, zusammen mit Lilian Patel und Mary Mpanga als „respektable Parlamentarierin“ („respectable female parliamentarian“) bezeichnet.
Weblinks Malawi Parliamentary Women’s Caucus. pwcmalawi.org
Einzelnachweise
Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Malawier Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau