Andrine Sæther (* 7. September 1964 in Oslo) ist eine norwegische Schauspielerin.
Leben und Karriere Theater Andrine Sæther besuchte von 1992 bis 1995 die Staatliche Theaterakademie (Statens teaterhøgskole) in Oslo. Während ihrer Ausbildung wirkte sie an einem Ibsen-Ring mit und interpretierte dabei mehrere Rollen aus dem Œuvre Henrik Ibsens, unter anderem Hedda Gabler und Gunhild Borkman. In einer separaten Inszenierung trat sie außerdem als Aline in Baumeister Solness auf. Nach dem Ende ihres Studiums erhielt sie sofort ein Engagement an der führenden Bühne Norwegens, dem Nationaltheatret. Hier debütierte sie 1995 als Recha in einer Produktion des Lessing-Dramas Nathan der Weise.Andrine Sæther, Sceneweb (abgerufen am 8. März 2025).
1996 spielte sie in der Regie von Kai Johnsen die Krankenschwester in Jon Fosses Stück Das Kind;Barnet, Nationaltheatret (abgerufen am 8. März 2025). die Inszenierung trug dazu bei, Fosse als viel gespielten Gegenwartsdramatiker zu etablieren. Auch in weiteren Fosse-Inszenierungen am Nationaltheatret – Traum im Herbst (1999) und Todesvariationen (2001) – war sie zu sehen. Wiederholt wurde sie in Ibsen-Produktionen eingesetzt. In Klein Eyolf verkörperte sie zunächst Asta (1998), in einer Neuinszenierung dann die Rattenfängerin (2014).Lillian Bikset: Andrine Sæther Store norske leksikon (abgerufen am 8. März 2025). Daneben wirkte Andrine Sæther in weiteren Stücken des klassischen Repertoires, etwa von Holberg, Gogol, Strindberg und Tschechow, mit. Im zeitgenössischen Schauspiel Caravan der britischen Dramatikerin Helen Blakeman, das Sæther selbst ins Norwegische übersetzt hatte, übernahm sie den Part der Kim (1999).Caravan, Nationaltheatret (abgerufen am 8. März 2025). 2017 brachte ihr eine Rolle in Arne Lygres Schauspiel Lass dich sein eine Nominierung für den norwegischen Heddapreis ein. Von 1998 bis 2000 gehörte Andrine Sæther neben ihrer Arbeit als Schauspielerin dem Führungsteam des Torshovteatrets an, das dem Nationaltheatret angeschlossen ist.
Film Kurz nach dem Start ihres Engagements am Nationaltheatret begann Sæther auch für Film und Fernsehen zu arbeiten. 1997 debütierte sie als Filmschauspielerin in Pål Sletaunes Tragikomödie Budbringeren, die in Deutschland unter dem Titel Wenn der Postmann gar nicht klingelt in die Kinos kam.Wenn der Postmann gar nicht klingelt, Cinema (abgerufen am 8. März 2025). Drei Jahre später, 2000, erhielt sie für ihre Mitwirkung am Thriller Evas øye (nach einem Roman von Karin Fossum) eine Nominierung für den Amanda-Filmpreis. Im selben Jahr wurde sie auch für ihre Leistung im international lancierten Film Sofies Welt, nach dem gleichnamigen Bestseller von Jostein Gaarder, nominiert. 2012 spielte Sæther erstmals in einem Film des Regisseurs Dag Johan Haugerud mit (Som du ser meg). Die Zusammenarbeit führte zu weiteren Filmen, so etwa zum Drama Oslo-Stories: Träume, das 2025 mit dem Hauptpreis der Berlinale ausgezeichnet wurde.Oslo Stories: Träume, Cinema (abgerufen am 8. März 2025).Goldener Bär der Berlinale geht an norwegischen Film »Drømmer«, Der Spiegel, 22. Februar 2025. 2019 verkörperte sie in einer Verfilmung des Vesaas-Klassikers Fuglane (Die Vögel) die Figur der Hege.The Birds (Fuglane), MUBI (abgerufen am 8. März 2025).
Andrine Sæther war außerdem in mehreren Fernsehserien zu sehen, so etwa im Krimi-Mehrteiler Mammon, der auch auf ARD und arte ausgestrahlt wurde.Mammon (1): Das Opfer, Das Erste (abgerufen am 8. März 2025). In Norwegen ist Sæther nicht zuletzt für ihre Mitwirkung an der Serie Berlinerpoplene (2007; nach der populären Romanserie Das Lügenhaus von Anne B. Ragde) bekannt. Für ihre Verkörperung der Torunn gewann sie den Fernsehpreis Gullruten.Berlinerpoplene, Moviepilot (abgerufen am 8. März 2025).
Andrine Sæther ist seit 2005 mit dem Musiker Lars Lillo-Stenberg verheiratet.
Auszeichnungen Heddaprisen 2017: Nominierung in der Kategorie „Beste Mitspielerin“ (für Lass dich sein)
Amanda 2000: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (für Evas øye und Sofies Welt) 2002: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin (für Tiden før Tim)
Gullruten 2008: „Beste Schauspielerin“ (für Berlinerpoplene)
Filmografie (Auswahl) 1997: Wenn der Postmann gar nicht klingelt (Budbringeren) 1998: Nur Wolken bewegen die Sterne 1999: Evas øye 1999: Sofies Welt 2001: Amatørene 2002: Tiden før Tim (TV-Serie) 2007: Berlinerpoplene (TV-Serie) 2010: The Liverpool Goalie oder: Wie man die Schulzeit überlebt! 2012: Som du ser meg 2014: Mammon (TV-Serie) 2019: Barn 2019: Fuglane 2020: Lyset fra sjokoladefabrikken 2024: Oslo-Stories: Träume (Drømmer)
Weblinks Andrine Sæther im Store norske leksikon (norwegisch) Andrine Sæther beim Nationaltheatret (norwegisch, mit Foto)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Frau