Das Terrängbil m/42 KP, auch Tgb m/42 KP (schwedisch für „Geländewagen m/42 KP“, KP steht für Karosseri Pansar, dt.: „Panzerwagen“, umgangssprachlich auch „KP-bilar“, dt.: „KP-Wagen“) war ein schwedischer leicht gepanzerter Mannschaftstransportwagen, der im Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde. Im Wesentlichen handelt es sich um einen gepanzerten Pritschen-LKW mit Allradantrieb.

Aufgrund des Radfahrgestells und der Maschinengewehrbewaffnung wird der Tgb m/42 KP vielfach als gepanzerter Mannschaftstransportwagen bezeichnet. Dies ist terminologisch nicht korrekt, da das Fahrzeug als Schützenpanzerwagen konzipiert wurde, um Panzergrenadiere ins Gefechtsgebiet zu bringen und der Infanterie im Fahrzeug einen gewissen Schutz zu garantieren.

Entstehungsgeschichte Der Terrängbil m/42 KP wurde während des Zweiten Weltkriegs entwickelt, um den akuten Bedarf der schwedischen Armee an einem gepanzerten Infanterietransportfahrzeug zu decken. Mit der zunehmenden Mobilität von Panzern Ende der 1930er-Jahre war es für die Infanterie immer schwieriger, im Gelände den mechanisierten Verbänden zu folgen. Aufgrund der Intensität des Zweiten Krieges und der isolierten Lage Schwedens waren ausländische Beschaffungsmöglichkeiten quasi nicht existent, sodass das Land ein eigenes Produkt herstellen musste. Im Jahr 1941 beauftragte die schwedische Armee AB Landsverk mit der Konstruktion eines gepanzerten Fahrzeuges, das auf bestehenden Lastkraftwagenmodelle basieren sollte, um die anfallenden Entwicklungskosten geringer zu halten. Die ersten Prototypen wurden 1943 geliefert, waren aber noch fehleranfällig und mussten konstruktiv überarbeitet werden. Schließlich wurden die ersten KP-Wagen im Jahr 1944 von der Armee akzeptiert und die ersten schwedischen Armeeeinheiten wurden damit ausgestattet. Der m/42 KP erlangte Bekanntheit außerhalb Schwedens durch den Einsatz in UN-Friedensmissionen, insbesondere während der Kongo-Krise (1961–1964) sowie in der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (1955–1964), wo dessen Zuverlässigkeit geschätzt wurde. Dennoch wurde der Tgb m/42 KP in der schwedischen Armee in den 1960er-Jahren weitestgehend vom Pansarbandvagn 301 ersetzt, der einen besseren Rundumschutz für die Insassen garantierte. Bis 2004 blieb das Fahrzeug bei den Landstreitkräfte Estlands, Lettlands und Litauens im Dienst, wurde aber dort kontinuierliche modernisiert.Terrängbil m/42D SKP (englisch, abgerufen am 17. Juli 2025)

Technik Der Terrängbil m/42 KP war ein vierradgetriebener Lastkraftwagen mit einer gepanzerten Karosserie, der als gepanzerter Mannschaftstransportwagen konzipiert wurde. Auf Basis eines LKW-Fahrgestells gab es zwei Grundversionen: eine Version auf Scania-Chassis, die als „tgb m/42 SKP“ (auch Scania KP oder SKP), und eine Variante auf Volvo-Fahrgestell, die als „Tgb m/42 VKP“ (auch Volvo KP oder VKP) bezeichnet wurde. Die Panzerung mit einer Stärke von 8 bis 20 mm bot vor Kleinwaffen und Splittern Schutz und war rundum abgeschrägt, um die Widerstandsfähigkeit beim direkten Beschuss zu erhöhen. Das Fahrzeug war mit einem nach oben offenen Truppenabteil ausgestattet. Darin war Platz für bis zu 16 Soldaten, die Rücken an Rücken aneinander saßen. Der Zugang erfolgte über seitliche Luken oder über die hintere Tür. Die offene Bauweise ermöglichte das Schießen aus dem Fahrzeug. Ursprünglich war das Truppenabteil ohne festem Dach, konnte aber mit einer Plane abgedeckt werden. Spätere Versionen, wie die REMO-Version von 1983 (tgb m/42 D SKPF), führten ein festes Dach mit Schießscharten und zwei 7,62-mm-Maschinengewehre (ksp 58B) ein. Weitere Varianten umfassten Kommandofahrzeuge (Stabterrängbil m/42 A SKP kurz stabtgb m/42 A SKP) mit zusätzlicher Funktechnik und Ambulanzversionen (Sjukterrängbil 9521 A kurz sjtgb 9521 A). Die Scania-Version verfügte über ein Winden-System für Bergeeinsätze. Aufgrund der robusten Konstruktion und der vielseitigen Modifikationen war der KP-Bil ein zuverlässiges und langlebiges Fahrzeug, das bis in die 2000er-Jahre im Einsatz blieb.

Nutzer mini|Ein estnischer Tgb m/42 KP, ausgestellt im Eesti Sõjamuuseum Der KP-Wagen gilt mittlerweile in vielerlei Hinsicht als technisch veraltet und hat demnach keinen militärischen Nutzen mehr. Eingesetzt wurden KP-Wagen bei den schwedischen Streitkräften und bei diversen UN-Einheiten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der damit verbundenen wieder erlangten Unabhängigkeit der drei baltischen Staaten, wurden insgesamt 30 KPs an die neu gegründeten Landstreitkräfte Estlands, Lettlands und Litauens abgegeben - jeweils zehn Fahrzeuge pro Land.Lantvärnet - Svenska veteraner-Terrängbil M/42 KP (schwedisch, abgerufen am 26. Januar 2026) Spätestens 2004 wurden auch dort alle Exemplare ausgemustert.

Weblinks

Beschreibung auf gotlandsforsvarsmuseum.se (schwedisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Schwedisches Militärfahrzeug Kategorie:Militärisches Radfahrzeug (4×4)