mini|Logo des SC Leipzig Der Sportclub Leipzig war ein Leistungszentrum, das im Juli 1963 durch den Zusammenschluss von SC Rotation Leipzig und SC Lokomotive Leipzig entstand. Ende 1965 wurde der SC Leipzig umstrukturiert, in dessen Sektionen fortan nur noch olympische Sportarten betreut werden sollten. Dabei wurde unter anderem die Tischtennissektion ausgegliedert; sie schloss sich der BSG Lokomotive Leipzig-Mitte an.Zeitschrift DTS, 1965/24 Ausgabe West S. 15.

Die Aufgabe des SC Leipzig im stützpunktorientierten DDR-Sportsystem war die Ausführung vor allem von Mannschaftssportarten, während im benachbarten SC DHfK Leipzig vorrangig die Individualsportarten gefördert wurden. Beide Sportclubs existierten unabhängig voneinander.

Nach Auflösung des SC Leipzig im Jahre 1993 wechselten viele seiner ehemaligen Sektionen zu anderen Leipziger Vereinen wie dem VfB Leipzig oder dem SC DHfK Leipzig. Spätestens mit der Insolvenz des VfB Leipzig im Jahre 2000 entstanden daraus eigenständige Vereine mit jeweils individuellem Profil wie der HC Leipzig und der Volleyballverein VV Leipzig.

Sektion Handball Feldhandball Die Feldhandballmannschaften vom SC Lokomotive Leipzig wurde vom SC Leipzig übernommen. Sowohl die Frauen als auch die Herren kämpften auch im SC Leipzig, und die Männer konnten 1965 den Meistertitel gewinnen und die Frauen 1967. Im Jahr 1967 wurde die Sektion ausgelöst, weil der Feldhandball-Punktspielbetrieb nach dieser Saison in der DDR eingestellt wurde.

Frauen Geschichte Die Saison 1963, welche die Leipziger Handballerinnen noch im SC Lokomotive Leipzig begonnen hatten, beendeten sie im SC Leipzig und verpassten als Zweiter in der zweiten Staffel die Teilnahme am Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Sie bestritten aber gegen den Zweitplatzierten der ersten Staffel ein Spiel um Platz 3. In diesem Spiel unterlagen sie dem SC Empor Rostock mit 7:3. In der darauffolgenden Saison sicherte sich die Mannschaft vom SC Leipzig in der zweiten Staffel vor dem SC DHfK Leipzig den Sieg in der Staffel und qualifizierte sich damit für das Endspiel. Dort unterlagen die Leipziger dem SC Empor Rostock und mussten sich mit dem zweiten Platz begnügen.

In der Saison 1965 belegten die Leipzigerinnen in der zweiten Staffel den dritten Platz und verpassten damit das Endspiel. In der darauffolgenden Saison belegten sie hinter dem BSG Fortschritt Weißenfels den zweiten Platz in der zweiten Staffel. Die Saison 1967 wurde als eine „Pokalrunde“ ausgetragen. In der Gruppenphase konnte sich der SC Leipzig gemeinsam mit der SG Dynamo Leipzig durchsetzen. Im Viertelfinale setzten sich die Leipzigerinnen gegen die BSG Halloren Halle und im Halbfinale gegen die BSG Fortschritt Weißenfels durch. Im Finale traf man auf den SC Empor Rostock und konnte sich knapp mit 11:10 durchsetzen und die deutsche Meisterschaft sichern.

Erfolge

Deutscher Meister: 1967

Männer Geschichte Wie bei den Frauen starten auch die Männer in die Saison 1963 als Teil der SC Lokomotive Leipzig und beendeten die Saison als Teil des SC Leipzig. Die Mannschaft belegte in der ersten Staffel hinter dem SC Dynamo Berlin den zweiten Platz und verpasste damit die Qualifikation für das Endspiel um die DDR-Meisterschaft. In der darauffolgenden Saison verpasste man erneut das Endspiel, weil man in der zweiten Staffel hinter dem ASK Vorwärts Berlin den zweiten Platz belegte. In der Saison 1965 sicherten sich die Handballer des SC Leipzig in der Staffel 1 vor dem ASK Vorwärts Berlin den Staffelsieg und qualifizierten sich für das Endspiel um die deutsche Meisterschaft und für die eingleisige DDR-Oberliga 1966. Im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden trafen die Leipziger im Endspiel auf den SC Dynamo Berlin. Durch einen 19:15-Erfolg sicherten sich die Leipziger den DDR-Meistertitel im Feldhandball.

Als Titelverteidiger konnte man in der eingleisigen DDR-Oberliga 1966 nicht an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen und belegte am Saisonende nur den vierten Platz. Zudem landete man hinter dem Lokalrivalen SC DHfK Leipzig, der die Saison auf dem dritten Platz beendete. In der letzten Feldhandball-Saison musste man sich nochmals mit dem vierten Platz zufriedengeben.

Erfolge

Deutscher Meister: 1965

Hallenhandball Wie auch im Feldhandball übernahm der SC Leipzig die Hallenhandball-Abteilung des SC Lokomotive Leipzig. Sowohl die Frauenmannschaft als auch die Männerschaft konnten große Erfolge feiern. Nach der Auflösung des SC Leipzig schlossen sich die Frauen dem VfB Leipzig an. Im Gegensatz dazu schlossen sich die Männer dem SC DHfK Leipzig an, wo sie die ehemalige Handballsektion wieder belebten.

Frauen Geschichte Die Handballmannschaft verpasste in ihrer Premierensaison 1963/64 das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, weil sie hinter dem Titelverteidiger BSG Fortschritt Weißenfels den zweiten Platz in der Staffel II belegte. Durch diese Platzierung qualifizierte man sich für die neugegründete DDR-Oberliga. In der ersten DDR-Oberliga-Saison sicherten sich die Leipziger ungeschlagen den Meistertitel vor dem SC Empor Rostock. Hinter dem SC Empor Rostock verpasste man in der Saison 1965/66 die Titelverteidigung. Als DDR-Meister durften die Leipziger in der Saison 1965/66 zudem am Europapokal der Landesmeister teilnehmen. Gleich bei der ersten Teilnahme erreichte man das Finale und traf auf den Vorjahressieger HG Kopenhagen. Nachdem man im Hinspiel in Kopenhagen die Däninnen mit 7:6 besiegt hatte, sicherten sich der SC Leipzig im Rückspiel durch einen 10:5-Sieg den Europapokal der Landesmeister. Somit ist der SC Leipzig das erste deutsche Team, das diesen Titel gewinnen konnte.

In der Saison 1966/67 konnte sich der SC Leipzig erneut nicht gegen den SC Empor Rostock durchsetzen. Durch den Sieg im Europapokal im letzten Jahr durfte die Mannschaft auch am Europapokal der Landesmeister 1966/67 teilnehmen. Die Leipzigerinnen schafften es erneut ins Finale und trafen dort auf den Žalgiris Kaunas aus der Sowjetunion. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde das Finale in nur einem Spiel ausgetragen. Dieses Spiel verloren die Leipzigerinnen knapp mit 7:8 und verpassten damit die Titelverteidigung.

In der Saison 1967/68 konnte sich der SC Leipzig zum zweiten Mal in seiner Geschichte den DDR-Meistertitel im Hallenhandball vor dem Titelverteidiger SC Empor Rostock sichern. Mit diesem Titelgewinn begann die Dominanz der Leipzigerinnen. Erst in der Saison 1973/74 ging der Titel an eine andere Mannschaft als den SC Leipzig. In dieser Saison belegten sie hinter dem TSC Berlin den zweiten Platz. Im Europapokal der Landesmeister konnten die Leipziger in dieser Zeit 1970, 1972 und 1974 das Finale erreichen. Im Jahr 1970 verlor man gegen Spartak Kiew mit 7:9. Zwei Jahre später war wieder der Verein aus der Sowjetunion der Gegner der Leipzigerinnen, und durch eine 8:12-Niederlage verpasste man den zweiten Gewinn des Europapokals der Landesmeister. Auch in der Saison 1973/74 trafen die Leipzigerinnen auf Spartak Kiew und konnten Revanche nehmen. Durch einen 12:10-Sieg sicherten sich die Leipzigerinnen den zweiten Titel in diesem Wettbewerb.

Im Jahr 1969 wurde der DHV-Kleinfeldpokal ausgetragen, wo sich die Leipzigerinnen gemeinsam mit dem TSC Berlin in der Gruppe B für die K.-o.-Phase qualifizieren konnte. Nach einem Sieg gegen SC Empor Rostock standen die Leipzigerinnen im Finale und trafen dort auf den Gruppengegner TSC Berlin. Durch einen 9:3-Sieg sicherten sich die Leipzigerinnen den Titel. In der Saison 1970/71 wurde erstmals der FDGB-Pokal ausgetragen, an welchem zuerst keine DDR-Oberliga-Mannschaften teilnehmen durften. Der SC Leipzig nahm mit seiner Zweitvertretung an dem Wettbewerb teil, welche sich für die Endrunde qualifizieren konnte. Der SC Leipzig konnte bei der Endrunde alle anderen Mannschaften besiegen und sicherte sich damit den ersten FDGB-Pokal. Nachdem sich der SC Leipzig II nicht für den FDGB-Pokal 1971/72 qualifiziert hatte, konnten sie sich ein Jahr später für den FDGB-Pokal qualifizieren. Nachdem die Mannschaft die Vorrunde überstanden hatte, konnten sie erneut alle Spiele in der Endrunde, die in Waren (Müritz) ausgetragen wurde, gewinnen und sicherten sich damit zum zweiten Mal den Meistertitel.

In der Saison 1974/75 und 1975/76 sicherte sich der SC Leipzig die DDR-Meistertitel Nr. 8 und 9. Im Jahr 1975 wurde zum zweiten und letzten Mal ein DHV-Pokal ausgetragen, und er diente in der Saison 1975/76 zur Überbrückung der Vorbereitungszeit zur WM 1975. In der Staffel Süd setzten sich der SC Leipzig und der SC Magdeburg durch. Nachdem die Leipziger den SC Empor Rostock im Halbfinale besiegt hatten, stand man dem SC Magdeburg im Finale gegenüber, und die Handballerinnen vom SC Leipzig unterlagen den Magdeburgerinnen mit 18:13. In der Saison 1976/77 konnte erneut der TSC Berlin Meister werden, und der SC Leipzig musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. In dieser Saison erreichten die Leipzigerinnen aber zum sechsten und letzten Mal das Finale des Europapokals der Landesmeister. Wie bei den letzten drei Finalteilnahmen trafen die Leipzigerinnen auf Spartak Kiew, und nach einer 7:15-Niederlage mussten sich die Leipzigerinnen zum dritten Mal dem Verein aus der Sowjetunion geschlagen geben.

In der Saison 1977/78 sicherten sich die Leipzigerinnen erneut den DDR-Meistertitel. Mit diesen Meistertitel ging die Leipziger Dominanz zu Ende. In elf Spielzeiten sicherte sich der SC Leipzig mit Spielerinnen wie Waltraud Kretzschmar, Petra Uhlig und Hannelore Zober neun Meisterschaften. In dieser Saison nahm der SC Leipzig zudem am Europapokal der Pokalsieger teil, weil der Pokalsieger TSC Berlin als Meister am Europapokal der Landesmeister teilnahm und der SC Leipzig als Vertreter bestimmt wurde. In der zweiten Austragung dieses Wettbewerbs erreichten die Leipziger das Finale und trafen in Budapest im Finale auf Ferencváros Budapest. Durch eine knappe 17:18-Niederlage verpassten die Leipzigerinnen den Gewinn des Titels.

Nachdem man in der Saison 1978/79 den zweiten Platz belegt hatte, musste sich der SC Leipzig in der Saison mit der vierten und damit der schlechtesten Platzierung in der Vereinsgeschichte zufriedengeben. Nachdem in der Saison ... sogar nur der fünfte Platz erreicht worden war, kam es in der Saison 1982/83 zum Aufschwung. Hinter dem ASK Vorwärts Frankfurt und dem SC Magdeburg belegten die Leipzigerinnen den dritten Platz. Im FDGB-Pokal der Saison, in der seit 1977 auch DDR-Oberliga-Mannschaften teilnehmen dürfen, erreichte die Leipziger Mannschaft die Endrunde, wo sie alle Spiele gewinnen konnte und damit zum ersten Mal DDR-Pokalsieger wurde. In der darauffolgenden Saison kämpften die Leipzigerinnen mit um den Titel und sicherten sich ihn aufgrund der besseren Tordifferenz im Vergleich zum SC Magdeburg. In dieser Saison sicherte sich die Leipziger Spielerin Kerstin Nindel mit 111 Toren die Torschützenkrone.

In der darauffolgenden Saison belegte man hinter dem ungeschlagenen Meister ASK Vorwärts Frankfurt den zweiten Platz und qualifizierte sich dadurch für den IHF-Pokal der kommenden Saison. Während man in der DDR-Oberliga erneut nicht über den vierten Platz hinauskam, konnten die Leipzigerinnen im IHF-Pokal 1985/86 für Aufsehen sorgen. Nachdem man im Viertelfinale den bulgarischen Verein VIF Georgi Dimitrov besiegt hatte, erreichte man nach spannenden Halbfinalspielen gegen Družstevník Topoľníky aus der Tschechoslowakei das Finale. Im Finalhinspiel in Debrecen verlor die Mannschaft gegen Debreceni MVSC mit 22:16. In der heimischen Sporthalle Brüderstraße in Leipzig konnte der SCL das Spiel deutlich mit 25:15 gewinnen und damit die Schlappe aus dem Hinspiel wettmachen. Die Leipzigerinnen sicherten nach dem ASK Vorwärts Frankfurt als zweite Mannschaft den IHF-Pokal.