mini|hochkant|Wappen derer von Medevord/Meverden im Wappenbuch des Westfälischen Adels Medevort (auch Medevoerden, Medevort, Medefort, Meuerden, Meverden, Mevert, Mefferdt o. ä.) ist der Name eines erloschenen niederrheinisch-münsterländischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht stammt ursprünglich vom Niederrhein und dem angrenzenden westlichsten Münsterland, d. h. aus der Gegend um die Orte Kleve, Emmerich, Rees, Isselburg, Bocholt, Rhede und Gescher.Spießen (1901–1903), S. 86. Dortige Stammhäuser waren u. a. Haus Veen in Appeldorn, Haus Pennekamp in Isselburg und Burg Rauschenberg (Estern) (auch Meversburg genannt) in Gescher-Estern. Nach der Familie wurde im 15. Jahrhundert zwischenzeitlich auch ein lokales „Meer“, das „Medevorder Meer“, benannt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0058 / Kleve-Mark, Akten AA 0058, Nr. 4179 und AA 0055 / Kleve, Lehen, Spezialia AA 0055, Nr. 115 - Urk. 1, abgerufen am 5. März 2025. Später kam das Geschlecht auf Haus Herzhaus in Nordwalde im nördlichen Münsterland und nach Münster, wo die Familie zeitweilig zum Münsteraner Patriziat, den Erbmännern, zählte. 1579 besaß die Familie Alberting bei Nienberge und Weidenbrokskotten bei Nordwalde. 1617 wurde sie mit de Erbe Brackinshof im Kirchspiel Überwasser belehnt. Eine weitere Linie saß ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts über mehrere Generationen auf Haus Berge bei Selm, das durch Erbschaft an die Familie gefallen war.Ledebur (1856), S. 90.Kneschke (1865), S. 205.

Urkundlich erscheint die Familie erstmals 1374 mit Everd von Medevoerden, dessen Frau Adelheid (Aleyt) die Kindesteile für ihre Kinder aus erster Ehe mit dem verstorbenen Gosen Mommen bestimmte.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 142u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Gemen / Urkunden, Nr. 55, abgerufen am 5. März 2025. Schon im 15. Jahrhundert gehörten Familienmitglieder zu den Vasallen der Herzöge von Kleve. Adolf von Medevort zu Veen (urkundlich 1460–1482, 1489 bereits tot) war „Diener“ des Herzogs von Kleve, Burgmann zu Isselburg und Amtmann für das klevische Amt Schulenburg. Sein gleichnamiger Enkel Adolf von Medevort († 1559) zu Haus Schmithausen, war 1544 und 1548 herzoglich-klevischer Türwächter sowie später Küchenmeister. Er war mit Margarthe von Ravenstein, einer unehelichen Tochter von Philipp von Kleve-Ravenstein, verheiratet. Margarethe von Medevort war 1595–1614 Äbtissin des Klosters Bersenbrück.

Die Familie starb im 18. Jahrhundert aus, auch wenn Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke fälschlicherweise abweichend berichten, die Familie sei in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erloschen.

Belege für einen Zusammenhang mit der gleichnamigen Familie auf dem Medefurter Hof im heutigen Duisburg-Wanheim-Angerhausen gibt es nicht. Auch nicht für einen Zusammenhang mit dem niederländischen Ort Medevoort, Ortsteil von Helmond-Brandevoort, der ursprünglich ohnehin „Merevoort“ hieß.

Wappen Blasonierung: In Blau ein offener silberner Flug. Auf dem blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein offener silberner Flug.

Stammfolge Die sichere Stammfolge stellt sich wie folgt dar:

Literatur Hermann Beeke: Die Rauschenburg. Eine Reise durch die Geschichte des Münsterlands, Heimatbuch Gescher, Band 20, 2008, S. 23 ff. (PDF, 1,4 MB). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 90 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 205 (Google Bücher). Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 10 (Mappe 765–831, Lövenich–Mirman) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 78), Köln 1996, S. 669–674. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 86 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 210 (uni-duesseldorf.de). Karl-Heinz Stening: Geschichte von Haus Herzhaus, heute Wachelau, in: 400 Jahre Schützengesellschaft Westerode e.V. Nordwalde, Nordwalde 2004, S. 167–178.

Weblinks Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, (P III 1) Aufschwörungen zur Klevischen Ritterschaft, Bd. 1, Nr. 23 (Floris von Meverden zu Veen, 1634) (Digitalisat). Adolph von Meverden Mevert auf genealogy.net.

Einzelnachweise

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