Der Customer Service & Call Center Verband Deutschland e. V., kurz CCV, ist ein Wirtschaftsverband der Call- und Servicecenterbranche mit Sitz in Berlin. Er vertritt die Interessen von ca. 300 Unternehmen gegenüber Medien und Politik.

Geschichte 1996 wurde der Verband unter dem Namen Call Center Forum Deutschland e.V. gegründet. 2002 schloss er sich der European Confederation of Contact Centre Organisations, dem europäischen Dachverband für Interessensvertretungen dieser Branche, an. Sechs Jahre später wurde die Arbeitsgemeinschaft Berliner & Brandenburger Call Center e.V. Teil des Verbands. 2011 wurde er schließlich zum Call Center Verband Deutschland e.V. umfirmiert und zehn Jahre später in Customer Service & Call Center Verband Deutschland umbenannt.

Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur und dem Deutschen Dialogmarketing Verband, einem weiteren Branchenverband, arbeitete der CCV 2007 einen bis heute gültigen Branchenkodex mit Empfehlungen für die Arbeitsweise von Unternehmen im Bereich des Telefonmarketings aus. Dieser wurde 2016 noch einmal verschärft. Er soll unlautere Geschäftspraktiken eindämmen und zumutbare Belästigung definieren. Mitgliedsunternehmen sind verpflichtet, diesen Regeln zu folgen.

Der CCV ist im Lobbyregister des Deutschen Bundestages und im EU-Transparenzregister gelistet. Er ist außerdem Mitglied in der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und unterstützt die Charta der Vielfalt. Eigenen Angaben zufolge ist er der einzige deutsche Lobbyverband, der originär die Interessen der Callcenterbranche vertritt.

Organisation Der CCV ist ein nationaler Verband, der sich hauptsächlich über Mitgliedsbeiträge finanziert. Er untergliedert sich in vier Regionen (Nord, Ost, Süd und West), in denen je zwei bis drei Regionalleiter als Ansprechpartner und Organisatoren für Regionaltreffen fungieren. Außerdem existieren sechs Arbeitskreise in verschiedenen Bereichen wie Künstlicher Intelligenz oder Recht.

Der Vorstand wird alle zwei Jahre durch die Mitglieder auf der Jahrestagung gewählt.

Arbeit und Ziele Der CCV stellte in der Vergangenheit immer wieder Sachverständige in Ausschüssen, die sich mit der Callcenter-Branche beschäftigen, so beispielsweise bei einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 2021 im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz mit dem Ziel, unerlaubte Telefonwerbung und unseriöse Geschäftspraktiken wirksam zu bekämpfen. Es stand dort auch zur Debatte, den Branchenkodex gemeinsam mit dem CCV und DDV im Bereich von automatisierten Anwählprogrammen nachzubessern. Der Bundestag stimmte der Beschlussempfehlung der Fraktionen CDU/CSU, SPD, AfD und FDP zu, diese sog. „Bestätigungslösung“ abzulehnen.

Bei Veranstaltungen des CCV waren in der Vergangenheit unter anderem Christian Lindner, Kevin Kühnert und Sebastian Steineke zu Gast.

Der Verband fordert im Kontext der Regulierung von künstlicher Intelligenz, dass Kunden die Wahl haben müssen, mit einem Menschen oder einer künstlichen Intelligenz zu sprechen. Laut CCV-Präsident Egelseer würde durch einen Umbruch durch KI der Bedarf an komplexen Dienstleistungen steigen und nur das „einfache Massengeschäft“ wegfallen.

Ziele sind eigenen Angaben zufolge bessere vertragsrechtliche Rahmenbedingungen für Callcenter bei mündlichen Verträgen mit Konsumenten, bessere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen gegenüber den Mitarbeitern und eine Verbesserung des der Call- und Servicecenterbranche.

Kritik Die Fraktion Die LINKE warf dem CCV 2015 in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung vor, Unternehmen zur Reduzierung von Personalkosten etwa „die Verrechnung bisher gezahlter Zuschläge, Boni etc. in den Mindestlohn“ zu empfehlen. Der Bundesregierung war dazu nichts bekannt.

Weblinks

Offizielle Website Eintrag im Lobbyregister des Bundestags Eintrag im EU-Transparenzregister

Einzelnachweise

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