Der TAP-Score (Tumour Area Positivity-Score) ist ein diagnostisches Bewertungssystem zur Quantifizierung der PD-L1-Expression in Tumorgewebe. Er dient insbesondere der Beurteilung von soliden Tumoren wie beispielsweise Ösophagus-, Magen- oder gastroösophagealen Übergangskarzinomen im Hinblick auf eine potenzielle Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (z. B. PD-1/PD-L1-Antikörper).
Im Gegensatz zum Combined Positive Score (CPS) oder dem Tumor Proportion Score (TPS) berücksichtigt der TAP-Score sowohl PD-L1-positive Tumorzellen als auch tumorassoziierte Immunzellen innerhalb der gesamten Tumorfläche.
Diagnostik und Berechnung Der TAP-Score wird durch eine Immunhistochemische (IHC) Färbung bestimmt. Dabei wird das Tumorgewebe mit spezifischen monoklonalen Antikörpern gefärbt, um PD-L1 zu detektieren. Der Anteil der PD-L1-positiven Tumorzellen wird anschließend mikroskopisch oder mittels digitaler Bildanalyse quantifiziert.
Der TAP-Score wird als Prozentsatz der gesamten Tumorfläche angegeben, die PD-L1-exprimierende Tumor- und Immunzellen enthält. Die Berechnung erfolgt anhand folgender Formel:
Indikationen und klinische Relevanz Der TAP-Score wird vor allem in der onkologischen Diagnostik bei Tumoren eingesetzt, die für eine PD-1/PD-L1-gerichtete Immuntherapie in Frage kommen. Dazu gehören insbesondere:
Adenokarzinome des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GC/GEJC) Plattenepithelkarzinome des Ösophagus (ESCC)
Die genaue Grenze für die Positivität des TAP-Scores kann je nach Tumorentität und Therapie unterschiedlich definiert werden.
Im Hinblick auf die klinische Relevanz könnte der TAP-Score eine entscheidende Rolle in der Prädiktion des Therapieansprechens und der Optimierung der PD-L1-Diagnostik spielen. Durch seine spezifische Methodik bietet er potenzielle Vorteile gegenüber anderen Scoring-Systemen, insbesondere in folgenden Bereichen:
Präzisere Identifikation von Immuntherapie-Respondern Der TAP-Score könnte eine genauere Korrelation mit dem Ansprechen auf PD-1-Inhibitoren aufweisen als der CPS oder TPS, wodurch eine gezieltere Patientenselektion ermöglicht wird. Vermeidung von Fehlklassifikationen Da sich der TAP-Score ausschließlich auf die Tumorfläche konzentriert, wird verhindert, dass PD-L1-positive Immunzellen die Bewertung überproportional beeinflussen und zu einer überhöhten CPS-Einstufung führen, obwohl die Tumorzellen selbst nur geringe PD-L1-Expression aufweisen. Standardisierte und reproduzierbare Bewertung Durch die klare Abgrenzung von Tumor- und Immunzellflächen könnte der TAP-Score eine einheitlichere Alternative zum CPS bieten, der aufgrund interindividueller Unterschiede in der Beurteilung von Immunzellen variabler ausfallen kann.
Übereinstimmung mit dem Combined Positive Score (CPS) Der CPS-Score ist ein etablierter diagnostischer Score, der die PD-L1-Expression auf Tumorzellen und Immunzellen kombiniert:
Studien zeigen eine hohe Übereinstimmung der Scoringverfahren TAP und CPS, insbesondere wenn eine PD-L1-Expression primär auf Tumorzellen auftritt. Allerdings könnte der CPS in bestimmten Fällen durch eine hohe Anzahl PD-L1-positiver Immunzellen auch überschätzt werden. Der TAP-Score könnte sich deshalb als verlässlichere Methode für die Selektion von Patienten für PD-1/PD-L1-Inhibitoren erweisen.
Relevante Klone und Assays für die TAP-Score-Bewertung Zur immunhistochemischen Analyse der PD-L1-Expression werden spezifische Antikörper-Klone verwendet. Besonders wichtig ist der Ventana SP263 Assay, der für die TAP-Score-Bewertung bevorzugt verwendet wird, da er eine hohe Sensitivität und Reproduzierbarkeit für PD-L1 in Tumorzellen bietet.
Übersicht PD-L1-Klone und Assays +Antikörper-KlonHerstellerEinsatzbereichSP263Ventana (Roche)u. a. bei NSCLC, HNSCC, UC, GC, TNBC22C3Agilent/DakoCPS-BerechnungE1L3NCell Signaling TechnologyForschungsanwendung, gelegentlich für PD-L1-Testung in Studien verwendetSP142Ventana (Roche)Früher für IC-Scoring (Immunzell-Score) verwendet Eine Studie belegt, dass die beiden Klone SP263 und 22C3 bei Patienten mit GC/GEJC und ESCC die höchste Übereinstimmung zwischen den einzelnen Tests aufwiesen.
Literatur
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Einzelnachweise
Kategorie:Medizinische Klassifikation Kategorie:Onkologie