169px|George Bernard Shaw 1925 George Bernard Shaw erhält den Nobelpreis für Literatur. 171px|Der Prozess – Verlagseinband der Erstausgabe 1925 Max Brod bringt nach Franz Kafkas Tod dessen Roman Der Prozess heraus. mini|links|hochkant|Fotografie von Horst von Harbou auf dem Filmset von Metropolis
Ereignisse Prosa Deutschsprachige Literatur
mini|hochkant|Berlin ohne Juden, Schutzumschlag der ersten Auflage 10. März: Auf den Autor von Die Stadt ohne Juden, Hugo Bettauer, wird durch ein ehemaliges Mitglied der NSDAP ein Mordanschlag verübt, an dem er am 26. März stirbt. Artur Landsberger veröffentlicht daraufhin den dystopischen Gegenwartsroman Berlin ohne Juden. 26. April: In Berlin erscheint, ein Jahr nach dem Tod des Autors, Franz Kafkas Romanfragment Der Prozess. Das Werk wird von Kafkas Freund Max Brod herausgegeben.
mini|links|hochkant|Metropolis 1925 Thea von Harbou veröffentlicht den Roman Metropolis. Bereits am 22. Mai beginnt Fritz Lang mit der Verfilmung des Werkes.
mini|hochkant|Jud Süß, Verlagseinband des Erstdrucks Lion Feuchtwanger veröffentlicht den historischen Roman Jud Süß über das Leben des württembergischen Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer. Arthur Schnitzler veröffentlicht die Traumnovelle kapitelweise in der Berliner Modezeitschrift Die Dame. Im selben Jahr erscheint die Erzählung Die Frau des Richters. Von dem evangelischen Pfarrer und Schriftsteller Artur Brausewetter erscheint der Roman Dämonen der Zeit – einer von insgesamt rund 50 Romanen, die er in seinem Leben verfasste.
Englischsprachige Literatur
10. April: F. Scott Fitzgerald veröffentlicht den Roman The Great Gatsby (Der große Gatsby). Er gilt als sein Meisterwerk, in dem er sich mit Themen wie Dekadenz, Ausschweifungen, Idealismus, Widerstand gegen Veränderungen und sozialen Umbrüchen auseinandersetzt. Er schafft dabei ein treffendes Porträt der sogenannten „Goldenen Zwanziger“, der von wirtschaftlichem Wachstum, Prohibition, Kriminalität, Jazz und Flappern geprägten 1920er Jahre in den Vereinigten Staaten. 14. Mai: Virginia Woolfs vierter Roman Mrs. Dalloway erscheint in ihrem eigenen Verlag, der Hogarth Press, in London. Es ist ihr zweiter „experimenteller Roman“, mit dem sie sich neue Darstellungsformen im Roman erobert. Juni: Agatha Christies fünfter Kriminalroman The Secret of Chimneys (Die Memoiren des Grafen) erscheinen bei The Bodley Head. 17. Dezember: Theodore Dreiser veröffentlicht An American Tragedy (Eine amerikanische Tragödie), die noch heute als einer der besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts gilt. 24. Dezember: In der Londoner Zeitung The Evening News hat Pu der Bär in der Kurzgeschichte The Wrong Sort of Bees von A. A. Milne seinen ersten Auftritt unter diesem Namen.
mini|links|hochkant|Manhattan Transfer, Verlagseinband der Erstausgabe Manhattan Transfer von John Dos Passos zählt zu den bedeutendsten Großstadtromanen des 20. Jahrhunderts.
Literatur in anderen Sprachen
Die Schwedin Selma Lagerlöf veröffentlicht die beiden ersten Teile ihrer Löwensköld-Trilogie Löwensköldska ringen (Der Ring des Generals) und Charlotte Löwensköld. Sie spielen im Schweden des 18. Jahrhunderts und handeln von dem schicksalsschwangeren Fluch, der auf einem alten Ring liegt. Der Fluch wirkt durch die Generationen in der gesamten Roman-Trilogie fort.
Drama
19. Januar: Die Komödie Der Lampenschirm, die von Curt Goetz 1911 geschrieben wurde, hat ihre Uraufführung in den Berliner Kammerspielen am Deutschen Theater. 15. Februar: Carl Zuckmayers Stück Kiktahan, oder Die Hinterwäldler. Ein Stück aus dem fernen Westen in drei Akten wird am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. 22. Dezember: Das Lustspiel Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer wird am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin uraufgeführt, nachdem es im Herbst von sämtlichen Berliner Bühnen abgelehnt worden ist. Das Volksstück, das Begeisterung ebenso wie Proteste auslöst, bringt den literarischen Durchbruch des Autors. Nach der gelungenen Premiere bewerben sich über 100 Bühnen um die Aufführungsrechte.
Wissenschaftliche Werke Naturwissenschaften
mini|hochkant|Kind von Taung, (Replikat) 7. Februar: Raymond Dart beschreibt in Nature das Kind von Taung, den ersten Fund der von ihm zugleich neu benannten Vormenschen-Gattung Australopithecus. Seine Darstellung des Fundes als menschenähnlich trifft in wissenschaftlichen Kreisen auf Widerspruch bis hin zu offener Feindseligkeit. Insbesondere Darts bisheriger Förderer Arthur Keith stellt seine Interpretation als „lächerlich“ dar, eine Meinung, die er erst Jahrzehnte später revidiert. 29. Juli: Werner Heisenberg, Max Born und Pascual Jordan reichen ihre Abhandlung über die Grundlagen der Quantenmechanik zur Veröffentlichung in der Zeitschrift für Physik ein. September: Werner Heisenberg veröffentlicht seine erste Pionierarbeit zur Quantenmechanik: Über quantentheoretische Umdeutung kinetischer und mechanischer Beziehungen in der Zeitschrift für Physik.
Kulturwissenschaften
Leslie Hotson veröffentlicht The Death of Christopher Marlowe. Darin verarbeitet er den in Latein gehaltenen Coroners Report über den Todeshergang am 30. Mai 1593 und die Leichenbeschau des Dichters und identifiziert Ingram Frizer als Marlowes Mörder. Die Entdeckung gibt zugleich der wissenschaftlich nicht akzeptierten Theorie der Marloweschen Urheberschaft der Werke Shakespeares Auftrieb. Im Buch Die Kunstismen von Hans Arp und El Lissitzky werden die Strömungen der Avantgarden in der Bildenden Kunst von etwa 1914 bis 1924 ironisch definiert und illustriert.
Politik und Religion
mini|hochkant|Deutsche Erstausgabe des ersten Bandes von Mein Kampf (Ausstellungsstück des Deutschen Historischen Museums in Berlin) 18. Juli: Adolf Hitler veröffentlicht im Zentralverlag der NSDAP (Franz Eher Nachfolger) den ersten Band seines Buches Mein Kampf. Die politisch-ideologische Programmschrift enthält seine stark stilisierte Autobiografie, die seinen Werdegang als Politiker und die Entwicklung seiner Weltanschauung schildert, ist aber in der Hauptsache eine wenig faktenbasierte Kampf- und Propagandaschrift, die dem Neuaufbau der NSDAP als zentral gelenkter Partei unter seiner Führung dienen soll. 18. August: Die von Siegfried Jacobsohn herausgegebene Wochenzeitschrift Die Weltbühne beginnt mit der zunächst anonymen Veröffentlichung von Carl Mertens’ Manuskript Hinter den Kulissen der Vaterländischen Verbände, worin er die sogenannten Fememorde innerhalb der Schwarzen Reichswehr aufdeckt. Das öffentliche Interesse an dem Thema bleibt gering. 11. Dezember: Mit der Enzyklika Quas primas führt Papst Pius XI. das Christkönigsfest ein.
Periodika
Januar: Die letzte Ausgabe der Avantgarde-Zeitschrift L’Esprit Nouveau erscheint. Differenzen zwischen den Herausgebern Amédée Ozenfant und Le Corbusier führen zu ihrer Einstellung. Die seit 1920 herausgegebene Zeitschrift hatte ein breites Spektrum an Themen und Ideen, von Kunst und Literatur, Architektur und Wissenschaft. 21. Februar: Die erste Ausgabe des von Harold Ross gegründeten Magazins The New Yorker erscheint. Er gilt heute als eine der renommiertesten Nachrichten-, Kultur- und Literaturzeitschriften weltweit. Im New Yorker erscheinen Kurzgeschichten, Kritiken, Essays, Lyrik, satirische Beiträge und Cartoons sowie aufwendige journalistische Arbeiten. Abril: Die Leipziger Satirezeitschrift Der Drache von Hans Reimann stellt ihr Erscheinen nach fünf Jahren ein. 10. Juli: Die offizielle Nachrichtenagentur der Sowjetunion, die Telegrafnoe Agentstvo Sovetskovo Soyuza (TASS), wird gegründet. Das erste deutsche Rätsel in Kreuzform erscheint in der Berliner Illustrirten.
Romanverfilmungen
miniatur|Szenenfoto aus The Lost World 8. Februar: Der Abenteuerfilm The Lost World von Harry O. Hoyt hat in den USA seine Uraufführung. Der Stummfilm basiert auf dem Science-Fiction-Abenteuerroman Die vergessene Welt von Arthur Conan Doyle, der auch in der Anfangsszene des Films mit einer Eingangsrede zu sehen ist. 6. September: The Phantom of the Opera von Rupert Julian, basierend auf dem nur vierzehn Jahre früher erschienenen Roman Le Fantôme de l’Opéra des französischen Schriftstellers Gaston Leroux hat seine Uraufführung. Die Titelrolle spielt „der Mann der 1.000 Gesichter“ Lon Chaney. 20. Dezember: Ben Hur: A Tale of the Christ, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lewis Wallace durch Fred Niblo, ist bei seiner Entstehung der bis dahin teuerste Film.
Literaturpreise
Büchnerpreis: Wilhelm Michel Julius-Reich-Preis: Adele Gerhard, Philipp Langmann und Anton Wildgans Nobelpreis für Literatur: George Bernard Shaw „für seine sowohl von Idealismus als auch von Humanität getragene Verfasserschaft, deren frische Satire sich oft mit einer eigenartigen poetischen Schönheit vereint“ Pulitzer-Preis für Drama: Sidney Howard, They Knew What They Wanted Pulitzer-Preis für Belletristik: Edna Ferber, So Big! Prix Goncourt/Roman: Maurice Genevoix, Raboliot Prix Femina: Joseph Delteil, Jeanne d’Arc Großer Preis des Samfundet De Nio: Fredrik Vetterlund
Geboren Januar bis März
7. Januar: Pierre Gripari, französischer Schriftsteller († 1990) 12. Januar: Rolf Wohlgemuth, deutscher Schriftsteller und Hörspielautor († 1998) 14. Januar: Mishima Yukio, japanischer Schriftsteller und politischer Aktivist († 1970) 19. Januar: Werner Riegel, deutscher Lyriker und Essayist († 1956) 20. Januar: Ernesto Cardenal, nicaraguanischer Priester, Poet und Politiker († 2020) 20. Januar: Klaus Doderer, deutscher Literaturwissenschaftler († 2023) 20. Januar: Eugen Gomringer, bolivianisch-schweizerischer Schriftsteller († 2025)
1. Februar: Alfred Grosser, deutsch-französischer Publizist und Politikwissenschaftler († 2024) 4. Februar: Russell Hoban, US-amerikanischer Schriftsteller († 2011) 6. Februar: Wolfgang Hammerschmidt, deutscher Dramaturg († 1999) 6. Februar: Pramoedya Ananta Toer, indonesischer Schriftsteller († 2006) 7. Februar: Herbert Eisenreich, österreichischer Schriftsteller († 1986) 10. Februar: Rosemarie Banholzer, deutsche Dichterin († 2023) 10. Februar: Mary Elizabeth Bayer, kanadische Kulturpolitikerin und Autorin († 2005) 15. Februar: Harald Vock, deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Hörspielautor, Produzent und Journalist († 1998) 22. Februar: Edward Gorey, US-amerikanischer Autor und Illustrator († 2000) 22. Februar: Gerald Stern, US-amerikanischer Lyriker, Erzähler und Essayist († 2022) 24. Februar: Etel Adnan, libanesische Schriftstellerin und Malerin († 2021)
10. März: Manolis Anagnostakis, griechischer Autor († 2005) 11. März: Christopher Anvil, US-amerikanischer Science-Fiction-Autor († 2009) 12. März: Harry Harrison, US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller († 2012) 13. März: Fernando Birri, argentinischer Regisseur, Filmtheoretiker, Dichter und Puppenspieler († 2017) 13. März: Inge Müller, deutsche Schriftstellerin (DDR) († 1966) 14. März: John Wain, britischer Romancier († 1994) 18. März: Georg Piltz, deutscher Kunsthistoriker, Schriftsteller und Herausgeber († 2011) 22. März: Wolfgang Bächler, deutscher Schriftsteller († 2007) 23. März: Joachim Illies, deutscher Biologe, Entomologe und Sachbuchautor († 1982) 25. März: Pierre Daignault, kanadischer Schauspieler, Folksänger und Schriftsteller († 2003) 25. März: Flannery O’Connor, US-amerikanische Schriftstellerin († 1964) 31. März: Andrea Bianchi, italienischer Regisseur, Drehbuchautor und Filmeditor († 2013)
April bis Juni
2. April: George MacDonald Fraser, englischer Autor († 2008) 4. April: Serge Dassault, französischer Verleger und Politiker († 2018) 15. April: Sergio Garrone, italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor († 2023) 21. April: Sally Perel, überlebte als Jude in der deutschen Hitlerjugend, Autor von „Ich war Hitlerjunge Salomon“ († 2023) 28. April: Henry Luce III., US-amerikanischer Verleger († 2005) 30. April: Rudolf Radke, deutscher Journalist und Publizist († 2015)