mini|Wappen derer von Martels (1721) im Österreichischen Staatsarchiv
Martels ist der Name eines westfälisch-niedersächsischen Briefadelsgeschlechts.
Ob das von Anton Fahne aufgeführte namensgleiche Adelsgeschlecht, das im Wappen in Blau einen roten Löwen, überzogen von einem silbernen Schrägrechtsbalken, geführt und im Amt Meppen und Stift Corvey ansässig gewesen sein soll,Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Köln 1858, S. 292 (Google Bücher). zu den hier behandelten Martels zählt, ist nicht bekannt.
Geschichte Obwohl verschiedene Quellen berichten, dass das Geschlecht dem westfälischen Uradel entstammt,Sinapius (1728), S. 801.Hildebrandt (1870), S. 31. ist es tatsächlich bürgerlicher Herkunft. Stammvater war Gerhard Martels/Martellus, im 16. Jahrhundert Stadtarzt in Münster und Hofarzt des Fürstbischofs. 1632 gelangte die Familie an das Rentmeisteramt im Emsland. 1696 wurde ein erstes Familienmitglied, Johann Heinrich Martels, münsterischer Oberkriegskommissar, in den Ritterstand erhoben.AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.4.Bollmer (2020), S. 118. Mit Franz Berhard von Martels, kaiserlich-königlich-schlesischer Kammerrat in Breslau und kaiserlicher Resident in Polen, der am 17. Januar 1710 in den Freiherrenstand für das Reich und die Erblande erhoben wurde und sein Wappen mit dem seiner Ehefrau Christina Margarethe von Wulfert vereinigen durfte,AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.5. kam das Geschlecht nach Schlesien. Die Eheleute hatten einen einzigen Sohn namens Karl Heinrich von Martels, der 1709 auf der Ritterakademie Liegnitz studierte.Blažek (1887), S. 66. 1721 erfolgte eine weitere Adelserhebung für Johann Heinrich Martels zu Schloss Dankern.AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.6.
Später wanderte ein Zweig der Familie nach Amerika aus. Ein anderer Zweig gelangte durch Heirat in den Besitz des Hauses Horst bei Heek, erbte Haus Hessum in Dalfsen in der niederländischen Provinz Overijssel und erhielt 1964 eine niederländische Adelsanerkennung. 2020 lebten Familienmitglieder in den USA, Kanada und den Niederlanden.
Wappen Blasonierung des Redenden Stammwappens: In Rot ein natürlicher Marder (Echte Marder = Martes). Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein ebensolcher Marder zwischen einem offenen schwarzen Flug.Spießen (1901–1903), S. 86. Alternativ wird der Schild des Stammwappens auch golden oder silbern und der Marder gleichzeitig silbern oder schwarz dargestellt. Blasonierung des Freiherrenwappens von 1710: Geviert. Felder 1 und 4 in Gold ein natürlicher aufgerichteter Marder einwärtsgekehrt; Felder 2 und 3 in Rot ein auf einem grünen Hügel vorwärts gekehrter sitzender natürlicher Wolf mit ausbreiteten Vorderpranken. Auf dem Helm mit rechts rot-goldenen und links rot-silbernen Decken der Marder aus einer Krone wachsend.
Stammfolge
Literatur Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 8. Abt., T. 1: Der abgestorbene Adel der Preußischen Provinz Schlesien, 1. Teil, Nürnberg 1887, S. 66 (uni-goettingen.de) und Tfl. 49 (uni-goettingen.de). Matthias Bollmer: Das Geschlecht Martels, in: Emsländische und Bentheimer Familienforschung, September 2020, Heft 153, Band 31, S. 118–132 (PDF, 4,1 MB). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 9. Abt.: Der Hannöverische Adel, Nürnberg 1870, S. 31 (uni-heidelberg.de) u. Tfl. 32 (uni-heidelberg.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 151 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 82 (digitale-sammlungen.de). Johann Sinapius: Des Schlesischen Adels Anderer Theil Oder Fortsetzung Schlesischer Curiositäten, Leipzig und Breslau 1728, S. 801 (Google Bücher). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 86 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 208 (uni-duesseldorf.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.4 Martels, Johann Heinrich, münsterischer Oberkriegskommissär, Ritterstand, 1696.04.13. AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.5 Martels, Franz Bernhard von, schlesischer Kammerrat in Breslau, Freiherrenstand für das Reich und die Erblande, „Wohlgeboren“, Wappenvereinigung mit jenem seiner Gattin Christina Margaretha von Wulfert, 1710.01.17. AT-OeStA/AVA Adel RAA 264.6 Martels, Johann Heinrich, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, „von Martels zu Denckern“ (Dänckern), privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1721.07.31.
Einzelnachweise
Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht