mini|Der Verwaltungsbau der Konsumgenossenschaft
Das Gebäude Hildesheimer Straße 7 in Laatzen ist der ehemalige Verwaltungsbau des im Zuge der Genossenschaftsbewegung entstandenen Hannoverschen KonsumvereinsHenner Hannig (Bearb.): Laatzen. In Gerd Weiß, Walter Wulf (Red.) Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Landkreis Hannover, Band 13.1, hrsg. vom Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1988, ISBN 3-528-06207-X, S. 223; Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg; sowie Laatzen im Register, S. 305 und markiert eines der ältesten ehemaligen Industriegelände der Stadt.Jana Stoklasa: Die Konsumgenossenschaft Hannover – ein »erkalteter« Erinnerungsort, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 94 (2022), S. 119–142, hier v.a.S. 130; Vorschau über Google-Bücher Das Bauwerk gilt der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen als eines der herausragenden Erinnerungsorte der Arbeiterbewegung.Hendrik Weingarten: „Erinnerungsorte“. Eine Perspektive für die Landesgeschichte? Tagungsbericht. In: H-Soz-Kult vom 16. Dezember 2021
Geschichte Das von 1912 bis 1913 nach Plänen des Architekten Rudolf Schröder errichtete, heute denkmalgeschützte Gebäude gilt als eines der letzten erhaltenen Bauwerke aus der Zeit der Industrialisierung Laatzens. Typisch hierfür waren die roten Ziegelsteinfassaden, deren Klinker noch Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausnahmslos in den Laatzener Ziegeleien hergestellt wurden.
Dem Verwaltungsbau angegliedert waren die von der Straße abgewandten eigentlichen Produktions- und Lagergebäude der Konsumgesellschaft im Hintergrund des Betriebsgeländes. Diese Betriebsgebäude wurden in den 1980er Jahren zugunsten von Neubauten der Firma Siemens abgerissen.
Von der ehemaligen Betriebszentrale des Konsumvereins Hannover blieb nur das Verwaltungsgebäude erhalten, das in den Jahren 1987 bis 1988 restauriert wurde.o. V.: Ehem. Betriebszentrale des Konsumvereins Hannover, Text auf der vom Rotary-Club Calenberg-Pattensen gestifteten und vor dem Gebäude aufgestellten Informationstafel [ohne Datum]
Baubeschreibung
mini|Frontalansicht auf die Schauseite des Gebäudes
Der zweigeschossige, symmetrische Verwaltungsbau wurde auf hohem, verputzten Sockel traufständig zur Hildesheimer Straße ausgerichtet. In der Ausgestaltung der Fassade wurde „bewußt auf historisches Formenvokabular zurückgegriffen“: Die Schauseite des aus flächigem, roten Sichtmauerwerk errichteten Baus wird von einem mächtigen Mittelrisalit mit „vier der klassisch-ionischen Säulenordnung entlehnten Pilastern“ bestimmt als Scheinstützen eines großen Tympanons.
mini|Das Uhrtürmchen als Dachreiter
Bekrönt wird das über die Seitenwände ausgreifende Mansardwalmdach von einem mit einer Kupferhaube gedeckten achteckigen Uhrtürmchen als Dachreiter. Der abweisend hoch verputzte Sockel des Hauses wird lediglich „vom Eingangsportal unterbrochen, dessen kräftig modellierte, konsolgeschützte Bekrönung schirmartig vorstößt.“
Denkmalschutz Das sogenannte Rudolf-Schröder-Haus unter der Adresse Werner-von-Siemens-Platz 1 wurde wegen seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt.Rudolf-Schröder-Haus im Denkmalatlas Niedersachsen
Siehe auch Liste der Baudenkmale in Laatzen
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Laatzen Kategorie:Industriebauwerk in Niedersachsen Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Laatzen Kategorie:Bürogebäude in Niedersachsen Kategorie:Siemens Kategorie:Arbeiterbewegung (Deutschland)