Der Steingraben ist ein fast 2 Kilometer langer Bach im bayerischen Hesselbacher Waldland, der im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt verläuft. Er ist ein rechter und nordwestlicher Zufluss des Marienbachs.

Geographie Verlauf Quellgebiet mini|links|Die Quelle des Steingrabens an der B 286 Der Steingraben entspringt auf einer Höhe von am Südwestfuß des hohen Ebersbergs direkt an der Gemeindegrenze von Niederwerrn zu Dittelbrunn dem in der Flur Kreuzer liegenden Theuerbrünnlein.Theuerbrünnlein, Basiskarte Dieser Brunnen liegt südlich eines Parkplatzes einige Meter neben dem heutigen Fernwanderweg Via Romea Germanica und etwa 30 Meter östlich der B 286. Nördlich des Parkplatzes fließt der Pfaffengraben nach Westen, der über den Bartelsgraben in die Wern entwässert. Am Pfaffengraben wurde ein Bildstock aufgestelltBildstock, OSM und knapp einen halben Kilometer weiter nördlich steht in der Gemarkung des zu Poppenhausen gehörenden Gemeindeteils Maibach das Naturdenkmal Birnbaum auf der Kreuzerhöhe.Birnbaum auf Der Kreuzerhöhe bei Maibach (Poppenhausen)

Etwa 0,9 Kilometer im Südosten der Quelle liegt das Pfarrdorf Dittelbrunn, 1,3 Kilometer im Südwesten das Pfarrdorf Niederwerrn und 1,5 Kilometer im Norden das zu Dittelbrunn gehörende Pfarrdorf Hambach.

Weiterer Verlauf Der Steingraben fließt zunächst innerhalb der Gemarkung Dittelbrunn in südlicher Richtung durch Felder an der Gemeindegrenze entlang, unterquert sogleich den Fernwanderweg und wird kurz darauf auf seiner linken Seite von dem aus der Flur Hinter FranzenackerHinter Franzenacker, Uraufnahme (1808–1864) im Nordosten kommenden, gut einen halben Kilometer langen und nur unbeständig wasserführenden Hambacher GrenzgrabenOnlineportal BürgerGIS, Landkreis Schweinfurt (Kein Direktlink) gespeist. Auf seiner rechten Seite wächst dort eine gestuft aufgebaute Schlehen-Holunderhecke.Biotopsteckbrief: Biotop 5927-0107: Hecke an der Bundesstraße 286 Auf seinem Weg am Westfuße der hohen Alten Holz-Höhe entlang nach Süden wird der Steingraben dabei auf seiner rechten Seite von der Bundesstraße und auf seiner linken vom Fernwanderweg begleitet.Alte Holz-Höhe, Topographische Karte 1:25000, Schweinfurt 5927, 1954Fernwanderwege, Sport und Freizeit

Die Uferböschungen auf beiden Seiten werden von pleistozänen Löß und Lößlehm mit feinsandigen und karbonatischen oder auch tonigen, feinsandigen und karbonatfreien Schluff geprägtDigitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25), über den sich überwiegend Parabraunerde abgelagert hat.Übersichtsbodenkarte 1:25.000 Nach knapp 200 Metern wendet er seinen Lauf nach Südosten, entfernt sich von Grenze, Bundesstraße und Fernwanderweg und wird etwa 200 Meter bachabwärts auf seiner linken Seite vom Körnersgraben, einem weiteren unbeständigen, ebenfalls aus Nordosten kommenden und knapp einen halben Kilometer langen Graben, gestärkt, der ihm aus der Flur Feuchtbodenacker zufließt.Feuchtbodenacker, Uraufnahme (1808–1864)

mini|hochkant|Die zwei noch stehenden der ursprünglich „Drei Linden am Seelvater“ westlich von Dittelbrunn. Der Steingraben kreuzt nun einen Feldweg, läuft dann, begleitet auf seiner rechten Seite vom Feuchtbodenweg, stark begradigt durch Felder und unterquert gut 150 Meter später den Röthenweg, wo er auf die Kreisgrenze zu Schweinfurt trifft, die ihn von da an bis zu seiner Mündung nicht mehr verlassen wird. Er zieht dann an einem auf seiner linken Seite liegenden schmalen Waldstreifen entlang, an dessen Ende der Seelenvater 2 Brunnen liegt.Seelenvater 2 Brunnen, OSM

Östlich des Waldstreifens liegen die Überreste einer Siedlung aus der UrnenfelderzeitSiedlung der Urnenfelderzeit, Denkmal-Atlas und knapp 300 Meter südwestlich stehen auf Schweinfurter Gebiet auf der anderen Seite der Bundesstraße noch zwei der ursprünglich Drei Linden am Seelenvater, die im Flächennutzungsplan der Stadt Schweinfurt vom Oktober 2020 Flächennutzungsplan Stadt Schweinfurt, Oktober 2020 als potenzielle Naturdenkmäler eingezeichnet wurden.Drei Linden am Seelenvater,OSM Der Ort ist benannt nach einem betrügerischen Leiter eines Waisenhauses, damals Waisenvater oder auch Seelenvater genannt, der der Sage nach dort einst sein Unwesen trieb und dafür bestraft wurde.Der Seelenvater, schweinfurtfuehrer.de

Direkt südlich des Brunnens mündet von links, der aus der Flur Röthenäcker kommende Röthengraben in den Steingraben. Dieser taucht sogleich verdolt in den Untergrund ab und unterquert die Heeresstraße. Jenseits der Straße erscheint der Bach neben einem auf seiner rechten Seite liegenden winzigen Teich wieder an der Oberfläche und fließt dann, von dichtem Gehölz begleitet, einige Meter von der Kreisgrenze entfernt gut 400 Meter südwestwärts auf Schweinfurter Boden durch Felder und Wiesen. Dabei erreicht er nach ungefähr 200 Metern den Westrand von Dittelbrunn und zieht gesäumt von Gewässer-Begleitgehölzen und naturnahen Hecken am Südrand der Ortschaft entlang. Beidseitig wachsen dort an den Böschungen überwiegend Weiden und in der Krautschicht gedeihen insbesondere Brennnesseln. Unmittelbar südlich des Grabengehölzes verläuft ein von einer Hasel-Zwetschgen-Hecke weitgehend zugewucherter Weg.Biotopsteckbrief: Biotop SW-1203: Ufergehölze am Steingraben südlich Dittelbrunn

Der Steingraben zieht nun südlich des Binsigwegs ostsüdostwärts durch die Flur QuellackerQuellacker, Uraufnahme (1808–1864), wechselt dabei auf die Dittelbrunner Seite der Grenze und unterquert danach die Eibenstraße, über die der Fernwanderweg Via Romea Germanica führt, der dann nach rechts in die Straße Am Steingraben abbiegt, die dort den Binsigweg nach Osten fortsetzt.Fernwanderweg Via Romea Germanica, Sport und Freizeit Er fließt durch etwa 30 Meter breites, dichtes Gehölz, welches rechts von einem ungefähr 60 Meter breiten landwirtschaftlich genutzten Streifen gesäumt wird, an der Grenze entlang. Südlich dieses Streifens erstreckt sich der Schweinfurter Stadtteil Eselshöhe.

Der Steingraben wird danach noch von 3 Stegen überbrückt und mündet schließlich nördlich der Reste einer Siedlung der Linearbandkeramik und des jüngeren NeolithikumsSiedlung der Linearbandkeramik und des jüngeren Neolithikums, Denkmal-Atlas auf einer Höhe von von rechts in den aus dem Norden heranziehenden Marienbach. Sein etwa 2,4 km langer Lauf endet ungefähr 60 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 25 ‰.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet des Steingrabens liegt im Hesselbacher Waldland und wird durch ihn über den Marienbach, den Main und den Rhein zur Nordsee entwässert. Im Quellgebiet und am Oberlauf überwiegen landwirtschaftliche Nutzflächen und am Unterlauf und im Mündungsbereich dominiert Siedlungsgebiet.

Zuflüsse Hambacher Grenzgraben (links), 0,5 km Körnersgraben (links), 0,5 km Röthengraben (links), 0,5 kmEigenmessung auf dem Onlineportal BürgerGIS, Landkreis Schweinfurt

Einzelnachweise

Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Gewässer in Schweinfurt