mini|hochkant|Gustav Albrecht von Steinhardt (vor 1915) Gustav Albrecht Steinhardt, ab 1908 von Steinhardt, (* 13. Mai 1859 in Ulm; † 30. November 1915 in Tübingen) war ein württembergischer Generalleutnant, ab 1912 Kommandant des Gouvernements Stuttgart und zuletzt mit Beginn des Ersten Weltkriegs Kommandeur der 51. (Württembergischen) Ersatz-Infanterie-Brigade.
Leben Herkunft Gustav Albrecht Steinhardt wurde am 13. Mai 1859 in Ulm als Sohn des Postamtssekretär Carl Albrecht Ludwig Steinhardt (* 1825), Bürger in Stuttgart, und seiner Ehefrau Felizitas Albertina, geb. Rall (* 1834) geboren.Landesarchiv Baden-Württemberg - Staatsarchiv Sigmaringen. Bestand Wü 110 T 1 Nr. 4568 - Taufregistereintrag in der Zweitschrift des Taufregisters XIV der evangelischen Münstergemeinde Ulm, Jahrgang 1859, Eintrag Nr. 130. Abgerufen am 26. Februar 2025. Er besuchte die Elementarschule in Laupheim und später das Gymnasium und Realgymnasium in Stuttgart.Herman Niethammer: Das Offizierkorps des Infanterie-Regiments Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württ.) Nr. 125. 1809–1909. Belser, Stuttgart 1909, S. 281f.
Militärischer Werdegang Steinhardt trat am 1. Oktober 1876 als Freiwilliger in das (7. Württembergische) Infanterie-Regiment Nr. 125 als Fahnenjunker ein. Ab Oktober 1883 war Steinhardt für zwei Jahre als Adjutant beim Bezirkskommando in Horb am Neckar kommandiert und diente von Oktober 1885 bis November 1888 als Bataillonsadjutant. In dieser Eigenschaft stieg er zum Premierleutnant auf und war anschließend bis Ende März 1893 Regimentsadjutant. Danach wurde Steinhardt unter Stellung à la suite zur 53. Infanterie-Brigade (3. Königlich Württembergische) kommandiert. Zwischenzeitlich zum Hauptmann befördert, wurde er im Januar 1897 unter Belassung in der Stellung als Brigade-Adjutant in das Grenadier-Regiment Königin Olga Nr. 119 versetzt. Ab März 1896 war er Adjutant des Kriegsministers Max Schott von Schottenstein und Chef des Zentralbureaus des Kriegsministeriums. Nach seiner Zeit im Kriegsministerium wurde Steinhardt, zwischenzeitlich zum Major befördert, im September 1901 Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) Nr. 125. Im März 1906 schloss sich nach Beförderung zum Oberstleutnant eine Verwendung im Stab des Grenadier-Regiments Königin Olga Nr. 119 an. Ende Februar 1907 wurde er dem Kriegsministerium aggregiert und bereits im April 1907 dort Abteilungschef für Waffen und Feldgerät. BeförderungsvitaMilitärhandbuch des Königreichs Württemberg nach dem Stand vom 6. Mai 1913. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Stuttgart 1913. 1. Oktober 1876 Fahnenjunker 5. Juli 1877 Portepeefähnrich 9. Februar 1878 Leutnant 17. November 1888 Oberleutnant 19. Mai 1893 Hauptmann 22. Mai 1899 Major 27. Januar 1906 Oberstleutnant 27. Januar 1909 Oberst 22. April 1912 Generalmajor 22. März 1915 Generalleutnant Nach der Beförderung zum Generalmajor im April 1912 erfolgte im gleichen Jahr die Ernennung zum Kommandanten des Gouvernements Stuttgart. In dieser Funktion übernahm er im Oktober 1913 auch als Inspekteur die Landwehrinspektion Stuttgart.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs erhielt von Steinhardt das Kommando über die 51. Württ. Ersatz-Infanterie-Brigade und zog mit dieser am Abend des 16. August 1914 ins Feld. Mit der Brigade nahm er im August und September an den Schlachten in Lothringen und vor Nancy-Epinal teil. Ende September rückte die Brigade südlich Metz über die Mosel in Stellung bei Regniéville und am Priesterwald, wo sie bis Oktober 1916 in Stellung blieb. Am 1. November 1914 wurde von Steinhardt vom württembergischen König Wilhelm II. mit dem Ritterkreuz zum Württembergischen Militärverdienstorden ausgezeichnet.Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkriege. 2., erweiterte Auflage, Chr. Belser AG, Stuttgart 1928, S. 298–299.
Kurz darauf erkrankte von Steinhardt schwer an einem Herzleiden und musste das Kommando über die 51. Württ. Ersatz-Infanterie-Brigade am 13. November 1914 an Generalleutnant von Berger abgeben. Er erholte sich von seiner Krankheit nicht mehr und verstarb am 30. November 1915 im Reservelazarett III in Tübingen infolge einer Herzlähmung.Stadtarchiv Stuttgart. Archivsignatur 177_E_2192_1 – Sterberegistereintrag im Sterberegister Standesamt Stuttgart-Mitte Jahrgang 1915, Eintrag Nr. 5309. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Stuttgarter Pragfriedhof.
Privatleben Gustav von Steinhardt war seit dem 28. April 1890 mit Henrietta Paulina Emma Sofie Kleinertz (* 1864) verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, Tochter Sofie Elise (* 1891) und Sohn Hans Ludwig (* 1892) hervor.Familienregister, ev. Garnisonsgemeinde Ulm, S. 27. Sein Sohn schlug ebenfalls die Offizierslaufbahn ein und war zuletzt Oberstleutnant in der Wehrmacht.
Mit der Verleihung des Ehrenkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone im Februar 1908 war die Erhebung in den persönlichen, nicht vererbbaren Adel verbunden. Ab diesem Zeitpunkt durfte er das Prädikat „von“ in seinem Namen tragen.
Orden und Auszeichnungen
Gustav von Steinhardt erhielt unter anderem folgende Orden und Auszeichnungen (Verleihungsdatum jeweils in Klammern)Rainer Keilbach: Es blieb nur das Papier - zur Rückgabepflicht von Ordensdekorationen am Beispiel der Auszeichnungen des Generalleutnants Gustav Albrecht von Steinhardt. In: Orden und Ehrenzeichen – Das Magazin für Freunde der Phaleristik. Ausgabe Nr. 50, 2007, S. 8.: Sächsischer Albrechts-Orden, Ritterkreuz I. Klasse (20. September 1896) Bayerischer Militärverdienstorden, Ritterkreuz II. Klasse (23. September 1897) Preußischer Roter Adlerorden, 4. Klasse (19. Juni 1899) Badischer Orden vom Zähringer Löwen, Ritterkreuz I. Klasse (3. Oktober 1899) Württembergisches Dienstehrenzeichen I. Klasse (6. Dezember 1901) Preußischer Königlicher Kronen-Orden 3. Klasse (Dezember 1904) Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone (Februar 1908) Bayerischer Militärverdienstorden, Offizierskreuz (7. September 1909) Preußischer Roter Adlerorden, 3. Klasse (7. September 1909) Bayerischer Militärverdienstorden, II. Klasse (6. Mai 1913) Ritterkreuz zum Württembergischen Militärverdienstorden (1. November 1914)
Archivische Überlieferungen Der militärische Nachlass von Gustav von Steinhardt befindet sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart unter Bestand M 660/221. Seine militärische Personalakte ist unter Bestand M 430/2 Bü 2099 archiviert.
Literatur Herman Niethammer: Das Offizierkorps des Infanterie-Regiments Kaiser Friedrich, König von Preußen (7. Württ.) Nr. 125. 1809–1909. Belser, Stuttgart 1909, S. 281–282. Rainer Keilbach: Es blieb nur das Papier – zur Rückgabepflicht von Ordensdekorationen am Beispiel der Auszeichnungen des Generalleutnants Gustav Albrecht von Steinhardt. In: Orden und Ehrenzeichen – Das Magazin für Freunde der Phaleristik. 9. Jahrgang, Ausgabe Nr. 50, 2007, S. 4–9.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Württemberg) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Württembergischen Militärverdienstordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Ehrenkreuz) Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Kommandeur I. Klasse) Kategorie:Nobilitierter (Württemberg) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1915 Kategorie:Mann