Sondre Aputsiaq Rein Slettemark (* 10. September 2004 in Nuuk) ist ein grönländischer Biathlet. Er ist zweifacher Sieger im IBU-Junior-Cup, gewann eine Medaille bei Junioreneuropameisterschaften und nahm an den Olympischen Spielen 2026 teil.
Werdegang Sondre Slettemark ist der Sohn zweier früherer Biathleten und Skilangläufer. Sein Vater ist der gebürtige Norweger Øystein Slettemark (* 1967) und seine Mutter die Grönländerin Uiloq Slettemark, geb. Heilmann (* 1965). Seine Großmutter mütterlicherseits war die dänische Künstlerin Astri Marie Helgesen (1934–1991). Über seinen grönländischen Großvater mütterlicherseits, den Gymnasialrektor Isak Heilmann (1935–2013), stammt er von den Künstlern Johannes (1862–1940) und Jens Kreutzmann (1828–1899) ab. Beide Eltern bekleiden die leitenden Positionen bei Grønlands Biathlon Forbund. Sein jüngerer Bruder Inuk (* 2006) ist ebenfalls als Biathlet aktiv. Slettemark lebt im norwegischen Geilo und startet seit Beginn seiner Karriere für den dort ansässigen Skiclub. Er besuchte das renommierte Sportgymnasium der Stadt.
mini|links|Slettemark beim Liegendschießen im Januar 2025 in Oberhof Die ersten Wettkämpfe auf internationaler Ebene bestritt Slettemark im Dezember 2019, als er auf der Pokljuka-Hochebene einige Juniorcup-Wettkämpfe bestritt. Nach einer längeren Pause von internationalen Wettkämpfen bestritt er sowohl 2021 als auch 2022 die Jugendweltmeisterschaften, wobei er durchgehend Platzierungen um Rang 25 belegte. Erfolgreich schnitt er beim Olympischen Jugendfestival 2022 ab, indem er im Einzel nach einem Schießfehler und einem Rückstand von etwa 22 Sekunden auf den Bronzemedaillengewinner Jakub Borguľa den vierten Rang erreichte. Zu Beginn der Saison 2022/23 gab der Grönländer in Idre seinen Einstand im IBU-Cup und erreichte im Sprint einen 48. Platz. Im Juni 2023 schloss er sich mit Ziel auf eine professionelle Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2026 dem norwegischen Privatteam Team 1,5 an und zog infolgedessen nach Lillehammer.
Zusammen mit seiner Schwester Ukaleq schrieb Slettemark Ende November 2023 im Rahmen seines Weltcupdebüts in Östersund Sportgeschichte. Die beiden bildeten beim Single-Mixed-Event die erste Staffel Grönlands, die jemals bei einer Sportveranstaltung im Erwachsenenbereich an den Start ging. Als eines von drei Teams erreichten sie jedoch nicht das Ziel, da überrundete Mannschaften aus dem Wettbewerb genommen wurden. Am gleichen Ort bestritt er auch seine ersten Individualwettkämpfe in der Eliteklasse, kam jedoch über den 96. Platz im Einzel und den 85. Rang im Sprint nicht hinaus. Zurück im IBU-Cup, zeigte er schnell sein Potential und schloss sämtliche Rennen im ersten Saisondrittel in den Punkterängen ab, wobei ein 32. Platz das schlechteste und ein überraschender neunter Rang im in Sjusjøen ausgetragenen Massenstart 60 das beste Resultat darstellte. Nur knapp an seiner ersten Medaille bei einem IBU-Wettkampf lief er zudem im Rahmen der Junioreneuropameisterschaften 2024 vorbei, als er – ebenfalls im Massenstart – mit der zweitschnellsten Kurszeit und trotz sechs Schießfehlern Vierter wurde.
In der Saison 2024/25 startete Slettemark fast durchgehend im IBU-Cup und klassierte sich dort regelmäßig in den Punkterängen. Sein zunächst bestes Weltcupergebnis erzielte er nach dem Jahreswechsel in Oberhof als 65. des Sprints, im Saisonverlauf verbesserte er sich zudem auf der zweiten Wettkampfebene mit einem achten Platz im Sprint von Ridnaun. Auch auf Juniorenebene hatte der Grönländer Erfolg, so siegte er im Januar 2025 im Juniorcup in Jakuszyce in Sprint und Massenstart. Wenig später sicherte er sich bei den Junioreneuropameisterschaften im Massenstart hinter Grzegorz Galica die Silbermedaille und damit die erste IBU-Medaille eines männlichen grönländischen Biathleten in der Geschichte. Wie schon zwei Jahre zuvor schrieben Ukaleq und Sondre Slettemark auch bei den Weltmeisterschaften in der Lenzerheide Sportgeschichte, so waren sie die Ersten, die für Grönland bei einer Winter-WM der Erwachsenen als Mannschaft an den Start gingen. Die Single-Mixed-Staffel brachte der 20-Jährige auf Platz 23 über die Ziellinie, im Einzel belegte er Rang 69. Im Verlauf des Winters 2025/26 bestritt er mit seiner Schwester zwei Single-Mixed-Rennen im Weltcup und beendete beide auf Rang 16, beim saisoneröffnenden Einzel in Östersund unterbot er außerdem mit Rang 56 sein bis dahin bestehendes Bestergebnis. Im Februar 2026 qualifizierte sich der Grönländer über das Wildcard-Qualifikationssystem für die Olympischen Spiele von Mailand-Cortina und erreichte dort als 60. des Sprints zum ersten Mal ein Verfolgungsrennen auf der höchsten Ebene. Dieses schloss er als 54. ab.
Statistiken Weltcupplatzierungen
Olympische Winterspiele Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:
Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixedstaffel -Cortina 62. 60. 54. – – –
Weltmeisterschaften Ergebnisse bei Weltmeisterschaften:
Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixedstaffel S.-M.-Staffel 2025 69. – – – – – 23.
Jugend-/Juniorenweltmeisterschaften Slettemark nahm bis 2023 an den Jugend- und ab 2024 an den Juniorenwettkämpfen teil.
Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung Massenstart 60 Männerstaffel Mixedstaffel 2021 25. 24. 23. nicht ausgetragen – nicht ausgetragen 2022 33. 20. 26. – 2023 33. 28. 22. – – 2024 61. 12. nicht ausgetragen – – 2025 – 79. – – –
Junior-Cup-Siege Die Tabelle listet alle Siege im IBU-Junior-Cup:
Nr. Datum Ort Disziplin 1. Sprint 2. Massenstart 60
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Biathlet (Grönland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Dänemark) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2026 Kategorie:Geboren 2004 Kategorie:Grönländer Kategorie:Mann