Der Lauerbach, auch Lauerbachgraben genannt, ist ein etwas über drei Kilometer langer, mit seinem unbeständigen Oberlauf sogar etwas über sechs Kilometer langer Bach im Hesselbacher Waldland in Bayern, der im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt verläuft. Er ist ein linker und nördlicher Zufluss des Marienbachs.

Geographie Verlauf Quellgebiet Der Lauerbach entspringt innerhalb der Gemarkung des zur Dittelbrunn gehörenden Gemeindeteils Pfändhausen auf einer Höhe von der in der Flur Holzwiesen liegenden und nur intermittierend schüttenden Marienbachquelle. Diese Quelle liegt im Fauna-Flora-Habitat Standortübungsplatz 'Brönnhof' und UmgebungManagementplan für das FFH-Gebiet Standortübungsplatz ‚Brönnhof‘ und Umgebung (5827-371) etwa einen Kilometer südöstlich des Kirchdorfs Pfändhausen am Rande eines Waldes, knapp 50 Meter westlich der Gemeindegrenze von Dittelbrunn zu Üchtelhausen. Im Quellgebiet steht Oberer Muschelkalk in Wechsellagen von grauen Ton- und dichten, sparitischen, grauen bis blaugrauen und zum Teil Fossilien führenden Kalkmergelgesteinen anDigitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25), über die sich vor allem Parabraunerde abgelagert hat.Übersichtsbodenkarte 1:25.000

Direkt nördlich der Quelle läuft der aus dem Westnordwesten von Pfändhausen kommende Langweg entlang, der als örtlicher Wanderweg genutzt wird und auf der anderen Seite der Gemeindegrenze in Üchtelhausen als Pfändhausener Weg weiterführt und dort zusätzlich auch als Radweg dient.Alte Straßen und Wege, : Positionsblätter 1:25000 (um 1860)Örtliche WanderwegeRadwege Die dort jenseits des Wegs liegende Holzwiese ist ein artenreiches Extensivgrünland mit Seggen-, binsenreichen Nasswiesen und Sümpfen.Holzwiesen südöstlich von PfändhausenBiotopsteckbrief: Biotop 5827-1067: Holzwiesen südöstlich von Pfändhausen Ungefähr 900 Meter ostsüdöstlich der Quelle liegen in der zu Üchtelhausen gehörenden Gemarkung Weipoltshausen inmitten eines ehemaligen Standortübungsplatzes der US Army die Überreste der neuzeitlichen Hofwüstung Brönnhof.

Unbeständig wasserführender Oberlauf Der Lauerbach fließt zunächst, auf seiner linken Seite begleitet von einem Waldweg, der als Wander- und Radweg genutzt wird, entlang der Gemeindegrenze in südsüdwestlicher Richtung durch die Flur das untere Bauholz.Flur das untere Bauholz, Uraufnahme (1808–1864) Ungefähr 400 Meter bachabwärts bildet er beim Biotop JägerwiesenBiotopsteckbrief: Biotop 5827-1066: Jägerwiesen südöstlich von Pfändhausen einen winzigen Teich. Er quert dann den Waldweg, wechselt dabei in die Gemarkung des Dittelbrunner Gemeindeteils Holzhausen und schlängelt sich, nunmehr auf seiner rechten Seite von einem örtlichen Wanderweg begleitet, entlang der Gemeindegrenze in weiten Kurven südwärts durch den an seinen Hängen auf beiden Seiten bewaldeten Brönnhofer Graben.

Auf der rechten Seite besteht der Hang aus feinsandigem, karbonatischem, teilweise auch tonigem, karbonatfreiem Schluff des Pleistozäns und auf der anderen Seite steht Gestein der Trochitenkalk- und der Meißner-Formation des Oberen Muschelkalks aus der Mitteltrias an.Brönnhofer Graben, Digitale Geologische Karte von Bayern 1:25.000 Der Bach wird dabei nach knapp einem halben Kilometer von einem Steg überbrückt und dann etwa 400 bachabwärts vom Holzhausner WegHolzhausner Weg, Positionsblätter 1:25000 (um 1860) gekreuzt, der heute ein Teil des örtlichen Wanderwegs Schweinfurter OberLand - Hambacher Weg ist.Schweinfurter OberLand - Hambacher Weg

Er fließt nun westlich am hohen PlattenbergPlattenberg, Karte des Deutschen Reichs 1:100000, Schweinfurt 510, 1890 vorbei, auf dessen Gipfel die ehemaligen Munitionslagerhäuser der US-Armyehem. Munitionslagerhäuser, OSM stehen, die von artenreichem Extensivgrünland mit Flachland-Mähwiesen und naturnahen mesophilen Gebüschen gesäumt werden.Artenreiches ExtensivgrünlandBiotopsteckbrief: Biotop 5827-1081: Flachlandmähwiesen mit Gehölzgruppen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Brönnhof Dann fließt der Bach zwischen dem Gewann WintersteinsbuschWintersteinsbusch, Uraufnahme (1808–1864) auf der rechten Seite und dem Brönnhofer Rangen auf der linken im FeldgrabenFeldgraben, Karte des Deutschen Reichs 1:100000, Schweinfurt 510, 1890 durch Nadelwald, entfernt sich dabei von der Gemeindegrenze zu Üchtelhausen und betritt kurz darauf die Gemarkung des Dittelbrunner Gemeindeteils Hambach.

Danach läuft er zwischen den Waldgewannen Bauholz im Westen und Lauerbachholz im Osten in leichten Mäandern etwa 300 Meter südwärts, verlässt daraufhin den geschlossenen Wald und betritt den Lauerbachgrund. Ab dort wird er auf seiner rechten Seite vom Wanderweg Rhönklub - Schweinfurter-Haus-WegRhönklub - Schweinfurter-Haus-Weg begleitet. Auf seiner linken Seite wird er von Laubwald gesäumt und auf der anderen Seite von Feldern und Wiesen.

Ganzjährig wasserführender Lauf Etwa 200 Meter bachabwärts führt der Lauerbach von nun an ganzjährig Wasser. Etwas später entfernt er sich vom Walde und betritt die offene Flur. Er fließt, begleitet von spärlichem Gehölz, in Richtung Südsüdwesten. Knapp 300 Meter von dort im Osten steht die Lauerbachkapelle und östlich direkt neben der Kapelle stehen noch zwei Bildstöcke. Gut 50 Meter südlich der Kapelle liegen die Überreste der abgegangenen Kirche St. ÄgidiusAbgegangenen Kirche St. Ägidius, Denkmal-Atlas mit umgebendem BegräbnisplatzLauerbacher Kirchhof der zwischen 1425 und 1500 wüst gefallenen Siedlung Lauerbach. In dem Biotop Feldgehölz am Lauerbachsfriedhof stehen Eichen und Feldahornbäume sowie Haselnuss- und Holundersträucher.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0062: Feldgehölz am Lauerbachsfriedhof

Der Wanderweg überquert den Lauerbach und läuft nun auf der linken Seite südsüdostwärts am Bach entlang. Westlich des Bachs liegt im Wernerrangen ein kleiner Eichen-Hainbuchen-Mittelwald, der sich bereits zur Hälfte in einen Eichenhochwald umgewandelt hat.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0061: Waldstück am WernerrangenWaldstück am Wernerrangen, Luftbild Gut 250 Meter später wird der Bach von einem Feldweg gekreuzt und gleich danach wird er auf seiner rechten Seite von einem Wiesengraben gespeist. Wenig weiter im Westen liegt das Pfarrdorf Hambach. Am östlichen Ufer des Lauerbachs stehen in der Strauchschicht hauptsächlich Hecken von Rosen und Schlehen, aber auch Weißdorn, Hartriegel und Holunder. Dazwischen wachsen einige Obstbäume und Eichen.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0064: Hecken entlang vom Lauerbachgraben Die Uferböschung auf der rechten Seite wird von pleistozänen Löß und Lößlehm mit feinsandigen und karbonatischen oder auch tonigen, feinsandigen und karbonatfreien Schluff geprägt. In den höheren Lagen stehen Tongesteine und Gelbkalkschichten der Erfurt-Formation aus dem Unteren Keuper der Mitteltrias an,Digitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25) über die sich Regosol- und Pelosolböden abgelagert haben.Übersichtsbodenkarte 1:25.000 Der Bach wird danach vom Afterweg gekreuzt, der als Radwanderweg genutzt wird.Radwanderweg Dort liegt direkt westlich des Bachlaufs eine Siedlung aus vor- und frühgeschichtlicher ZeitstellungFrühgeschichtliche Siedlung, Bodendenkmal, der sich noch etwas weiter westlich die Sportanlagen der Spielvereinigung 1933 Hambach e.V. anschließen.

mini|Birnbaum mit 4,58 Meter Stammumfang Etwa 300 Meter fließt er nun südsüdwestwärts an dem auf seiner linken Seite liegenden Waldgewann Herrenholz entlang, wo ihm dann auf derselben Seite ein aus der Quelle am Rotschlag entspringendes Waldbächlein zufließt.Biotopsteckbrief: Biotop 5927-0009: Quelle am "Rotschlag" Im Westen des Lauerbachs steht knapp 200 Meter südlich der Sportanlagen ein als Naturdenkmal von Dittelbrunn registrierter Birnbaum. Direkt südlich der Mündung führt ein Steg über den Bach, auf dessen rechter Seite der Wanderweg nun wieder entlangführt. Auf dieser Seite erstrecken sich die Überreste einer Siedlung der LinearbandkeramikerSiedlung der Linearbandkeramik, Bodendenkmal und auf der linken liegt das Waldgewann Rotholz. Südlich der Linearbandkeramiker-Siedlung wird der Bach auf seiner rechten Seite von einem nur unbeständig wasserführenden Graben verstärkt, der am Nordhang des hohen Geißbergs nur wenige Meter nordwestlich eines vorgeschichtlichen Bestattungsplatzes mit Grabhügeln entspringt.Vorgeschichtlichen Bestattungsplatzes mit Grabhügeln, Bodendenkmal

Der Lauerbach erreicht nun die Kreisgrenze zu Schweinfurt und mäandriert dann zwischen dem Gewann Hinterer Hardt im Osten und dem Geißberg im Westen an der Grenze entlang durch ein enges und auf beiden Seiten bewaldetes Kerbtal. Sein Bachbett ist steinig und die Prallhänge sind zeitweise bis über 5 Meter hoch. Am Bachufer wachsen dort vor allem Eichen, Eschen, Hainbuchen und Haselnusssträucher.Biotopsteckbrief: Biotop 5927-0013: Lauerbach- und Marienbachmündung Nach ungefähr 700 Metern nimmt er auf seiner linken Seite ein nur unbeständig wasserführendes Waldbächlein auf. Der Bach fließt kurz im Schweinfurter Gebiet und wechselt danach in die Gemarkung Dittelbrunn. Er zieht dann, begleitet auf seiner linken Seite von der Heeresstraße, am westlichen Waldesrand durch Wiesengrund und mündet schließlich aus dem Norden kommend knapp einen Kilometer nördlich des Pfarrdorfs Dittelbrunn auf einer Höhe von von links in den aus Nordnordwesten heranziehenden Marienbach.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet des Lauerbachs liegt im Hesselbacher Waldland und wird durch ihn über den Marienbach, den Main und den Rhein zur Nordsee entwässert. Im Quell- und im Mündungsbereich dominiert Waldgelände und am Mittellauf überwiegen landwirtschaftliche Nutzflächen.

Zuflüsse Vier namenlose Bächlein.

Einzelnachweise

Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Gewässer in Schweinfurt