Das Massaker von Kasanga ist ein Ereignis, das am 12. Februar 2025 stattgefunden haben soll. Nach entsprechenden Berichten drangen Kämpfer der Allied Democratic Forces (ADF), einer Terrorgruppe mit Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat (IS), zweimal in das Dorf Mayba im Lubero-Gebiet in Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo ein und entführten mindestens 70 christliche Zivilisten, hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen., APA-Kinshasa (RDC), 16. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025Olusegun Odunewu: Massacre in DRC: 70 Christians beheaded in brutal Church attack by suspected ADF militants, National Daily Newspaper, 20. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025 Ebenfalls nach entsprechenden Berichten wurden die Gefangenen anschließend in eine protestantische Kirche in Kasanga, Nord-Kivu (Kongo), verschleppt, wo sie durch Enthauptung hingerichtet wurden.Will Ross und Alfred Lasteck: Conflit en RD Congo: Les rebelles du M23 entrent dans la deuxième ville du pays, Bukavu, BBC News Afrique, 15. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025Tim Hanlon: 70 missing people found beheaded in church in grim civil war massacre, The Mirror, 14. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025Charbel Lokossou: RDC : massacre à Lubero, plus de 70 civils tués, Afrique sur 7, 17. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025 Es gibt jedoch Zweifel, ob diese Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben, da nach anderen Berichten keine Leichen der angeblich Hingerichteten auffindbar waren.70 corps sans vie des présumées victimes des ADF n'ont jamais été découverts dans une église au Nord-Kivu. In: actualite.cd, 27. Februar 2025, abgerufen am 31. August 2026. Die Hilfsorganisation Open Doors forderte eine unabhängige Untersuchung.Open Doors calls for urgent investigation in DRC. In: Open Doors, 30. Mai 2025.
Hintergrund Die ADF ist eine islamistische Gruppe aus Uganda, die 1996 einen Aufstand begann. Dieser breitete sich auf die Demokratische Republik Kongo aus und intensivierte sich in den 2010er Jahren. Zu ihren Angriffen in Nord-Kivu gehört ein Massaker in Beni im Jahr 2016 mit mindestens 64 Toten.Fiston Mahamba: Scores convicted in Congo's Beni massacre trial, Reuters, 25. Januar 2018, abgerufen am 22. Februar 2025 Ende der 2010er Jahre begann die Gruppe, sich dem Islamischen Staat anzuschließen.Desolation in east DR Congo village after ADF attack, France 24, 11. März 2023; abgerufen am 20. Februar 2025 Im Jahr 2020 verkündete der ugandische Terrorist und ADF-Anführer Musa Baluku, dass die ADF aufgehört habe zu existieren und von der „Zentralafrikanischen Provinz des Islamischen Staates“ abgelöst worden sei.Caleb Weiss und Ryan O'Farrell: ADF renews pledge of allegiance to new Islamic State leader, The Long War Journal, 6. April 2022; abgerufen am 27. April 2022 Im Januar 2023 verübte die ADF im Nord-Kivu Massaker in KasindiDR Congo government blames rebels for Kasindi church bombing, BBC News, 15. Januar 2023; abgerufen am 16. Januar 2023 Several killed in DR Congo church bomb attack, Al Jazeera, 15. Januar 2023; abgerufen am 15. Januar 2023 , MakugweAFP: Suspected Islamists Kill 23 in East DR Congo Attack, Voice of America, 23. Januar 2023; abgerufen am 20. Februar 2025 und Kirindera.Suspected Islamist militants kill 19 in another village raid in east Congo, Reuters, 13. März 2023; abgerufen am 9. September 2024 Im März 2023 wurden neun Menschen getötet und mehrere weitere wurden vermisst, nachdem ADF-Terroristen einen bewaffneten Angriff auf das Dorf Nguli im Lubero-Gebiet in Nord-Kivu verübt hatten.AFP: Civilians Killed in DR Congo Attacks, Fighting With M23 Rebels Flares, VOA, 20. März 2023; abgerufen am 23. März 2023Erikas Mwisi Kambale: East Congo militants kill at least 22 in string of attacks, Reuters, 19. März 2023; abgerufen am 23. März 2023Civilians killed in eastern DR Congo amid renewed conflict in the region, The Brussels Times, 19. März 2023; abgerufen am 23. März 2023 Im selben Monat nahmen die Rebellen im Dorf Katiri im Beni-Gebiet in Nord-Kivu Zivilisten als Geiseln.Beni : des rebelles ADF prennent des civils en otage à Katiri, Radio Okapi, 18. März 2023; abgerufen am 23. MärzPharmacy looted and vandalised by suspected ADF militants, Insecurity Insight, 23. März 2023; abgerufen am 22. Februar 2025
Angriff Den entsprechenden Berichten zufolge war der Ablauf wie folgt: Am 12. Februar 2025 um 4:00 Uhr morgens drangen bewaffnete Mitglieder der Allied Democratic Forces in das Dorf Mayba im Lubero-Gebiet in Nord-Kivu ein, wo sie die Bewohner aufforderten, ihre Häuser zu verlassen. Sie nahmen sofort mindestens 20 Zivilisten gefangen und zogen ab, bevor sie gegen 18:00 Uhr zurückkehrten. Bei ihrer Rückkehr umzingelten die ADF-Kämpfer das Dorf und nahmen weitere 50 Zivilisten gefangen.Anna Ashkova: 70 chrétiens retrouvés décapités dans une église en RDC, Aleteia, 20. Februar 2025; abgerufen am 22. Februar 2025 Die Gefangenen wurden in eine protestantische CECA-20-Kirche in Kasanga, einem Nachbardorf in der Nähe von Lubero im Lubero-Gebiet in Nord-Kivu, gebracht, wo sie gefesselt und mit Macheten hingerichtet wurden. Die Leichen der Ermordeten wurden am 14. Februar 2025 noch in der Kirche gefunden.Tim Hanlon and Iona Young: Horror as 70 missing people found beheaded in church in grim DR Congo massacre, Daily Record, 14. Februar 2025; abgerufen am 20. Februar 2025
Ein Ältester der CECA20-Kirche, die von der Gewalt stark betroffen ist, beklagte „Wir wissen nicht, was wir tun sollen; wir haben genug von den Massakern. Möge allein Gottes Wille geschehen.“
Einzelnachweise
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