mini|Ria Alldorf, ca. 1920 Ria Alldorf (* 15. September 1883 als Maria Anna Julia Duffek in Kunstadt; † 14. September 1966 in Berlin) war eine österreichisch-deutsche Theater- und Stummfilm-Schauspielerin.
Leben und Wirken Die Tochter des Gastwirts Franz Duffek und seiner Frau Josefa, geb. Charles,Moravský zemský archiv v Brně, Geburts- und Taufbuch der Pfarre Kunstadt 1833–1899, S. 312 (online). wuchs in Mähren auf und besuchte in Brünn eine Handelsschule.Bundesarchiv, Personenbezogene Unterlagen der Einwandererzentralstelle (EWZ), Akte Maria Schließenberg, geb. Duffek, R 9361-IV/1763 (vgl. Eintrag in Invenio). Ansonsten ist über ihre frühen Jahre nichts bekannt, außer dass sie 1906 in Wien einen SohnPfarre Wien-St. Josef ob der Laimgrube, Geburts- und Taufbuch 1904–1906, Nr. 3/1906 (online bei Matricula). und wenige Jahre später eine Tochter zur Welt brachte.
Nach eigenen Angaben begann die Künstlerin ihre Schauspielkarriere beim Theater, Festengagements sind jedoch nicht auszumachen. 1917 stieß sie in Berlin zum Stummfilm und ist von da an mit ihrem Pseudonym Ria Alldorf nachweisbar. Zunächst trat sie meist in Lustspielen unterschiedlicher Regisseure und Produktionsfirmen auf, ehe sie ins Genre der seinerzeit populären Sittenfilme wechselte, in welch letzterem sie die Titelrolle in Wolfgang Neffs Zweiteiler Die Brillantenmieze verkörperte. 1920 heiratete Ria Alldorf den 11 Jahre jüngeren Kaufmann Heinrich Schließenberg (genannt Heil)Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 1271/1920 (Erstregister, online bei Ancestry, kostenpflichtig).Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 1271/1920 (Zweitregister, online bei Ancestry, kostenpflichtig). und verabschiedete sich bald darauf von der Leinwand.
Nachdem ihre Ehe 1923 geschieden wurde, verließ Ria Alldorf 1926 die deutsche Hauptstadt und ging zunächst nach Italien. Ab 1928 lebte sie in Nizza und begleitete ihre Tochter, eine Tänzerin, regelmäßig auf Tourneen. Nach Aufenthalten in Übersee, Paris und Belgien kehrte Ria Alldorf kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Berlin zurück. Zuletzt lebte die ehemalige Schauspielerin im Aquinata-Hospital in Berlin-Lichterfelde, wo sie am Tag vor ihrem 83. Geburtstag auch starb.Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Steglitz von Berlin, Nr. 2050/1966 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).
Ria Alldorfs Bruder war der Opernsänger, Schauspieler und Regisseur Oswald Duffek (Künstlername: Oswald Delmor, 1880–1926), an dessen Seite sie 1921 in Gerhard Lamprechts Die Erlebnisse einer Kammerzofe spielte.
Filmografie
Literatur Hans Richter (Hrsg.): Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films (= Kinojahrbuch. Band 4). Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/1922, , S. 6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Frau