mini|Wiebke Herrmann vor Madonnendarstellung, 2023Wiebke Herrmann (* 1987 in Dresden) ist eine deutsche bildende Künstlerin, die sich auf figurative, realistische Ölmalerei spezialisiert hat.
Ausbildung Wiebke Herrmann begann 2009 ihr Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden). Nach einem ersten Jahr in der Bildhauerklasse folgte 2010 der Wechsel in die Malereiklasse von Professor Christian Macketanz. 2016 schloss sie ihr Studium mit dem Diplom ab und absolvierte anschließend bis 2018 das Meisterschülerstudium, ebenfalls bei Prof. Macketanz. Bereits während ihres Studiums erhielt Herrmann den ersten Sachsen_Art-Preis für junge Kunst, wobei die Jury ihre „[…] klaren, stillen, figurativen Kompositionen […]“ lobte. Im selben Jahr wurde sie durch ein Spiegel-Online-Voting zur besten Nachwuchskünstlerin deutscher Kunsthochschulen gewählt. Im Jahr 2023/24 hatte Herrmann einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste Dresden inne, wo sie in der Malereiklasse von Christian Macketanz unterrichtete. mini|Wiebke Herrmann, Wildfang I, 2017
Werk mini|Wiebke Herrmann, Tiles, 2022 Herrmanns künstlerischer Prozess ist geprägt von der Spannung zwischen Idee und Ausführung. Sie beschreibt den Beginn eines Gemäldes als den entscheidenden Moment, in dem sich die Idee formt und auf der Leinwand klare Konturen annimmt. Herrmanns Malerei ist durch ihre realistische Darstellungsweise und den bewussten Einsatz klassischer Techniken geprägt. Ihre Werke entstehen alla prima, mit fast unsichtbarem Pinselstrich. Prägend für Herrmanns Schaffen ist das serielle Arbeiten, das es ihr erlaubt, komplexe Inhalte und Themen fragmentarisch und doch vielschichtig zu erfassen. Jedes Gemälde wird so zu einem weiteren Schritt auf dem unabschließbaren Weg, sich ihrer Vorstellung von der Welt zu nähern – einem Prozess, in dem das Bild nicht nur Abbild, sondern auch Reflexion und Annäherung ist.
Herrmanns Werke laden zur kontemplativen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen, menschlichen Beziehungen und unserem Umgang mit der Welt ein. Durch die Verbindung altmeisterlicher Anklänge mit zeitgenössischer Sensibilität schafft Herrmann eine nuancierte und meditative Bildsprache. Mit jedem Pinselstrich entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Transzendenz und Weltlichkeit, der den Betrachter auf vielschichtige Weise herausfordert und bewegt.
Deutlich wird ihr serielles Arbeiten in ihren Einzelausstellungen, darunter „Flügge“, „Tabula Rosa“ und „Like A Prayer“. Diese präsentieren die Bandbreite ihrer Bildwelten: von u. a. Tiermotiven, Stillleben mit Porzellan, Porträts bis hin zu Szenen menschlicher Interaktion. So zeigte die Ausstellung „Like A Prayer“ (2024), in der Kirche Maria am Wasser in Dresden, Mariendarstellungen, die zwischen schönster Erhabenheit und tiefem Weltschmerz changieren. Inspiriert von zeitgenössischen Madonnenbildern und Statuen aus südeuropäischen Kirchen, reflektieren diese Werke nicht nur biblische Motive, sondern auch den universellen Schmerz trauernder Mütter – ein zeitloses Echo durch die Jahrhunderte.
mini|Wiebke Herrmann, Like a Prayer (Madonna VIII), 2020 mini|Wiebke Herrmann, Sphinx, 2022 mini|Wiebke Herrmann, Sizilianische Großgrundbesitzerin mit Marionetten, 2020 mini|Wiebke Herrmann, Nocturne, 2023
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 2016: „Die Leiden der jungen W.“, Kunstraum Neuer Sächsischer Kunstverein, Dresden 2018: „Flügge“, Kulturfabrik Hoyerswerda, Hoyerswerda 2020: „Tabula Rosa“, Stadtarchiv, Dresden 2020: „Meine hundert besten Freunde“, Kunsthaus Raskolnikov, Dresden 2022: „Folie á Deux“ – Wiebke Herrmann & Dana Berg, Oswaldz Contemporary Gallery, Dresden 2024: „Like A Prayer“, Madonna Portrait-Serie, Kirche Maria am Wasser, Dresden
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2013: „Mild at Heart“, Galleria Maniero, Rom 2013: „Plural Projekt ‚Natur‘“, Atelierhof Kreuzberg, Berlin 2014: „staring into clouds“, Galerie Aula, Brno 2015: „Delta“, espacio gallery, London 2016: „I’ve seen a Dying Eye“, Kunstquartier Bethanien, Studio 1, Berlin 2017: „NOW“, Wiebke Herrmann und Elisabeth Charnock, Galerie Ines Schulz, Dresden 2017: „#Worte, denen keine Taten folgen“, Kunstquartier Bethanien, Berlin 2018: „57 Masters“, Villa de Bank, Enschede 2018: „Let Pressure be Pleasure“, Tapetenwerk, Leipzig 2018: „impreuna – Gemeinsam, 8 young female artists from Romania and Germany“, Airport Sibiu, Rumänien 2020: „salondergegenwart“, Alter Wall 20–22, Hamburg 2020: „Hier und Jetzt“ – eine digitale Outdoor – Ausstellung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 2021: „WIN/WIN“, Die Ankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2021, Halle 14, Spinnerei, Leipzig 2022: „Ikebana Inc.“, Oswaldz Contemporary Gallery, Dresden 2022: „11 Jahre SALZ-Verlag – und weiter als wär‘ nichts gewesen“, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz 2022: „Neuzugänge zeitgenössische Kunst“ im Kunstfonds 2020/21, Berlin 2023: „Schichten & Speichern“, Galerie drei, Dresden 2023: „3HKP“, Triennale, Eifel 2024: „Echtzeit“, Städtische Galerie, Dresden 2024: „Finding Narratives“, Kunstverein Meißen, Meißen 2024: „Pearls ain’t free“, Kunstverein Usedom, Heringsdorf 2025: „EMERGING VOICES“, Villa Wippermann, Halver
Auszeichnungen 2015: Gewinnerin, Beste Nachwuchskünstler deutscher Kunsthochschulen, Spiegel-Online-Voting 2015: 1. Platz, Sachsen_Art Award
Stipendien 2018: Artist in Residence, a room that …, Spinnerei, Leipzig 2020: Denkzeit Stipendium, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Ankäufe 2020: Sizilianische Großgrundbesitzerin mit Marionetten, Städtische Galerie, Dresden 2021: Jule im Garten der Livia, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2023: Nocturne, Sächsischer Landtag 2024: Madonna del Naranja, Städtische Galerie, Dresden
Einzelnachweise
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