Die Adelaide 36ers sind eine professionelle Basketball-Mannschaft der australasischen National Basketball League (NBL) aus der im australischen Bundesstaat South Australia gelegenen Stadt Adelaide. Die Bezeichnung 36ers leitet sich von der offiziellen Ausrufung der Kolonie South Australia am 28. Dezember 1836 ab. Das 1982 gegründete Team, agierte im ersten Jahr seines Bestehens unter der Bezeichnung Adelaide City Eagles.
Geschichte Die 1980er Jahre Das Team gründete sich 1982 als Gemeinschaftsprojekt der Teams aus der halbprofessionellen Liga von South Australia. Die Basketball Association of South Australia stellte ein gemischtes Team zusammen das zur Saison 1982 unter der Bezeichnung Adelaide City Eagles erstmals antrat. Mit 15 Siegen und 11 Niederlagen in der regulären Saison wurden die Playoffs allerdings knapp verpasst.
Die 36ers verpassten in der Saison 1983 erneut die NBL-Playoffs und belegten mit einer Bilanz von 11 Siegen und 11 Niederlagen den sechsten Platz.
In der NBL-Saison 1984 erreichten die 36ers erstmals das NBL-Finale und beendeten die reguläre Saison mit einer Bilanz von 16 Siegen und 7 Niederlagen auf dem dritten Platz der Western Division. Das Team verlor das Playoffspiel gegen die Nunawading Spectres mit 101:108. Daraufhin wurde Mike Osborne als Cheftrainer entlassen. Nach der Saison 1984 fusionierten die West Adelaide Bearcats mit den 36ers zu einem gemeinsamen „Adelaide“-Team in der NBL. Die Bearcats stellten sechs Spieler für den ersten gemeinsamen Kader.
Der ehemalige australische Nationalspieler und Olympiateilnehmer von 1964, Ken Cole, wurde für die NBL-Saison 1985 als Trainer der 36ers verpflichtet. Unter Coles Leitung entwickelten sie sich zu einem der führenden Teams der Liga. Importspieler wie der 2,06 m große Center Bill Jones und der NBL-Rookie Mark Davis, ein 24-jähriger Power Forward aus Philadelphia, bildeten zusammen mit den einheimischen Spielern Darryl Pearce, Mannschaftskapitän Peter Ali, dem jungen Talent Mike McKay und dem erfahrenen Ray Wood ein starkes Team. Die 36ers erreichten eine Bilanz von 20:6 und den zweiten Platz in der regulären Saison hinter den Brisbane Bullets. Das Team hatte vor dem Halbfinale ein Freilos und besiegte die Newcastle Falcons zu Hause mit 151:103 – damals der höchste Halbfinalsieg in der NBL-Geschichte, genau wie Ken Cole es öffentlich vorhergesagt hatte. Beim Stand von 105:84 vor dem letzten Viertel forderte Cole von seinem Team einen neuen Rekord für ein Halbfinale. Die Mannschaft lieferte ab und erzielte im letzten Viertel einen 46:19-Lauf, um die Falcons zu deklassieren und den Rekord zu sichern. Im letzten NBL-Finale, das in einem einzigen Spiel ausgetragen wurde, traf Adelaide auf die Brisbane Bullets im Sleeman Sports Centre. Vor dem letzten Viertel führten die Bullets mit 78:74, doch ein 42:21-Lauf der Gastgeber, besiegelte Adelaides Niederlage mit 95:120 und verhinderte so den ersten Grand-Final-Sieg der Vereinsgeschichte. 1985 stellte Al Green mit 31,0 Punkten pro Spiel in 28 Spielen einen neuen Punkterekord für die 36ers auf (der Rekord hatte bis 2016/17 Bestand). Green, den Ken Cole zum Point Guard umpositionierte und Darryl Pearce auf der Shooting-Guard-Position beließ, fand sich in seiner neuen Rolle als Spielmacher schnell zurecht und führte das Team erstmals auch in Assists an (durchschnittlich 5,1 pro Spiel). Aufgrund seiner Leistungen wurde er zum zweiten Mal ins All-NBL First Team gewählt, nachdem er bereits 1981, damals noch bei West Adelaide, nominiert worden war. Für seine Leistungen in dieser Saison wurde der 19-jährige Guard Mike McKay als Rookie des Jahres der NBL ausgezeichnet (obwohl er bereits 1983 und 1984 als Bankspieler 38 Spiele für West Adelaide absolviert hatte). McKay bestritt alle 28 Spiele und erzielte dabei durchschnittlich 12,9 Punkte, 3,4 Rebounds und 1,3 Assists pro Spiel.
In der Saison 1986 gewannen die 36ers ihre erste von vier NBL-Meisterschaften. Der 27-jährige Center Bill Jones löste Peter Ali als Kapitän ab und der 1,98 m große Forward Dwayne Nelson kehrte nach einem Jahr Pause ins Team zurück. Ken Cole wurde zum NBL-Trainer des Jahres gewählt, nachdem er die Mannschaft zu einer Bilanz von 24:2 geführt hatte – fünf Siege mehr als die zweitplatzierten Canberra Cannons (bis zur Saison 2016/17 war dies das einzige Mal, dass ein Trainer der 36ers diese Auszeichnung erhielt). Die 36ers blieben in der regulären Saison zu Hause ungeschlagen (13:0) – ein Novum in der Ligageschichte. Die beiden Niederlagen in der regulären Saison fielen jeweils durch Last-Minute-Würfe gegen die West Sydney Westars bzw. die Coburg Giants. Diese beiden Niederlagen verhinderten letztendlich eine perfekte Saison für Adelaide, brachten dem Team aber den Spitznamen „Die Unbesiegbaren“ ein (der Spitzname stammt von Adelaides mehrfach preisgekröntem Basketballjournalisten Boti Nagy). Nachdem sie erneut ein Freilos für das Halbfinale erhalten hatten, besiegten die 36ers diesmal die Illawarra Hawks mit 116:92 und erreichten damit ihr zweites Grand Final in Folge. Dieses wurde diesmal über drei Spiele statt wie zuvor über ein einziges Spiel ausgetragen. Erneut trafen sie auf die Brisbane Bullets und gewannen das erste Spiel der Serie mit 122:119 nach Verlängerung vor der damaligen NBL-Rekordkulisse von über 11.000 Zuschauern im Brisbane Entertainment Centre. Zurück in Adelaide verloren die 36ers im zweiten Spiel im Apollo Stadium mit 83:104 – ihre erst dritte Saisonniederlage (und die erste Heimniederlage, womit eine Serie von 20 Heimsiegen seit Juni 1985 endete). Im letzten Heimspiel vor ausverkauftem Haus im Apollo Stadium sicherten sich die 36ers mit einem 113:91-Sieg ihre erste Meisterschaft. Mark Davis belegte in der NBL den zweiten Platz bei den Rebounds (15,8 pro Spiel), wurde zum MVP des NBL-Finales gewählt und schaffte es zudem ins All-NBL First Team. Die 36ers gewannen ihre Spiele 1986 im Durchschnitt mit 17,8 Punkten Vorsprung. 25 Jahre später, in der NBL-Saison 2011/12, wurden die 36ers von 1986 auf der offiziellen NBL-Website zum besten Team der Ligageschichte gekürt.
Ken Cole, der 1986 zum NBL-Trainer des Jahres und Meistertrainer des Jahres gewählt wurde, wurde für die NBL-Saison 1987 durch den ehemaligen Nunawading Spectres-Spieler Gary Fox ersetzt. Fox führte Coles Arbeit fort und führte Adelaide mit einer Bilanz von 21:5 zur zweiten regulären Saisonmeisterschaft in Folge, obwohl sich ihre Trainerstile deutlich unterschieden. Während Cole großen Wert auf die Motivation seiner Spieler legte, verfolgte Fox einen deutlich strengeren Ansatz. Die spielfreudigen 36ers der Jahre 1985 und 1986 wurden wesentlich strukturierter, sehr zum Missfallen von Al Green und Mike McKay, die einen offensivstärkeren Spielstil bevorzugten. Trotz dieser Umstellung erreichte das Team zum dritten Mal in Folge kampflos das Halbfinale, wo es diesmal auf die Perth Wildcats traf, die zum ersten Mal in den Playoffs standen. In einer großen Überraschung verloren die Titelverteidiger der NBL die Serie mit 1:2 gegen die Wildcats. Sie gewannen zwar 99:98 in Perth, verloren dann aber die Spiele zwei und drei mit 99:101 und 93:103 im Apollo Stadium.
Adelaide sicherte sich 1988 mit einer Bilanz von 19 Siegen und 5 Niederlagen die dritte Minor Premiership in Folge und die zweite unter Gary Fox, schied aber erneut im Halbfinale aus. Fox ersetzte Bill Jones als Mannschaftskapitän und ernannte den australischen Nationalspieler Darryl Pearce zu seinem neuen Kapitän. Im Spiel gegen die von Ken Cole trainierten Falcons in Newcastle in Runde 2 stellte Pearce mit 48 Punkten, darunter 11 von 14 Dreipunktwürfen, einen bis heute gültigen Punkterekord für die 36ers auf. Ebenfalls 1988 gab der 2,08 m große, in Adelaide geborene Center Mark Bradtke, Absolvent des Australian Institute of Sport (AIS), sein NBL-Debüt für die 36ers. Bradtke war 1986 von Ken Cole verpflichtet worden; damals war er 2,03 m groß und 16 Jahre alt, hatte aber noch Wachstumspotenzial. Da Bradtke zu dieser Zeit in Brisbane lebte, absolvierte er zunächst zwei Jahre lang das AIS, bevor er zu Adelaide wechselte. Bradtke kam hauptsächlich als Ersatzcenter für den erfahreneren Bill Jones zum Einsatz (und oft auch als Ersatzpower Forward für Mark Davis) und absolvierte 23 Spiele, in denen er durchschnittlich 7,4 Punkte, 5,4 Rebounds und 1,4 Blocks pro Spiel erzielte.
Die Saison 1989 sollte Gary Fox’ letzte Saison bei den Adelaide 36ers sein. Das Team rutschte mit einer Bilanz von 15 Siegen und 9 Niederlagen auf den sechsten Platz der regulären Saison ab. Bill Jones verließ die Mannschaft, um sich seinem ehemaligen Trainer Ken Cole in Newcastle anzuschließen. Als ausländischer Spieler wurde er durch Orlando Phillips ersetzt, den 2,01 m großen Spieler, der 1983 zum NCAA West Coast Conference Men's Basketball Player of the Year gewählt worden war und zuvor von den Los Angeles Lakers gedraftet wurde. Die 36ers erlebten im Vergleich zu den letzten Jahren eine schwache Saison und schieden im Ausscheidungsspiel gegen ihren Playoff-Rivalen, die Perth Wildcats, aus. Nach Jones’ Abgang wurde Mark Bradtke zum Starting Center der 36ers und sein Stern stieg weiter. Der Olympiateilnehmer gewann die Auszeichnung als Most Improved Player der NBL. Bradtke erzielte in der 24 Spiele umfassenden Saison durchschnittlich 15,0 Punkte, 7,6 Rebounds und 1,3 Blocks pro Spiel.
Die 1990er Jahre Der langjährige Assistenztrainer der 36ers, Don Shipway, wurde für die NBL-Saison 1990 zum Cheftrainer ernannt. In dieser Saison verpasste das Team erstmals seit 1983 die Playoffs und belegte mit einer Bilanz von 11 Siegen und 15 Niederlagen den neunten Platz – die erste Saison mit negativer Bilanz in der Vereinsgeschichte. Mark Davis übernahm 1990 das Kapitänsamt von Darryl Pearce und behielt es bis zum Ende der Saison 1996. 1990 war auch das letzte Jahr für den ehemaligen Kapitän und Publikumsliebling Peter Ali, der nach 279 Spielen, davon 141 für die 36ers seit 1985, seine Karriere beendete.
Shipway wurde trotz der schlechtesten Saisonleistung des Teams im Jahr 1990 für die NBL-Saison 1991 als Trainer behalten. Mit der Verpflichtung des ausländischen Point Guards Butch Hays als Ersatz für den aussortierten und zu Newcastle wechselnden Al Green sowie dem schlaksigen, 2,08 m großen, 19-jährigen Brett Wheeler von den Noarlunga Tigers, der dem Team die fehlende Größe neben Bradtke verleihen sollte, wendete das Team das Blatt und beendete die reguläre Saison mit einer Bilanz von 16 Siegen und 10 Niederlagen auf dem vierten Platz. Im Halbfinale unterlagen sie ihrem Erzrivalen, dem Titelverteidiger und späteren Meister Perth Wildcats, und verpassten damit ihren dritten Einzug ins Grand Final innerhalb von fünf Jahren. 1991 war die letzte Saison, in der Lokalmatador und ehemaliger Kapitän Darryl Pearce für den Verein spielte. Ab 1992 wechselte er zu den North Melbourne Giants.