Paul Meilhat (* 17. Mai 1982 in La Garenne-Colombes, Hauts-de-Seine) ist ein französischer Segler und Navigator. Er war ein hochklassiger Segler der Bootsklasse 49er Jolle mit olympischen Ambitionen, bevor er zum Offshore-Segeln wechselte. Von 2015 bis Ende 2018 war er Skipper der IMOCA 60 mit dem Namen SMA. 2016/17 nahm er mit der Yacht erstmals an der Vendée Globe teil, musste das Rennen aber wegen eines Kielschadens aufgeben. 2024/25 startete er mit seiner neuen IMOCA Biotherm erneut bei der renommierten Einhand-Regatta und belegte den fünften Platz.

Leben Jugend und Studium Paul Meilhat wuchs im Nordwesten von Paris in La Garenne-Colombes auf und begann mit dem Segeln in den olympischen Bootsklassen Laser (heute: ILCA) und 49er Jolle. Neben dem Segeln studierte er und erwarb einen Master am National Institute of Sport, Expertise and Performance (INSEP) und ein staatliches Segelzertifikat.

Er wurde ein hochrangiger Trainer im französischen Jollenzentrum in Brest. Zu dieser Zeit begann er mit Offshore-Rennen und schafft es, diese Leidenschaft mit seiner beruflichen Tätigkeit in Einklang zu bringen. Er segelt als Crewmitglied in Australien auf Yachten vom Typ Transpac 52 und Volvo Ocean 60 und stieg dann in die Bootsklasse Figaro Bénéteau 3 (nach den Spezifikationen der Figaro-Einheitsklasse gebaute Segelboote der 3. Generation) ein.

2008–2014 Circuit Figaro mini|Figaro Macif von Paul Meilhat, Les Sables-d’Olonne (2013) Im Jahr 2008 nahm Paul Meilhat mit der Yacht Cap Istanbul an Hochseerennen im Rahmen des Circuit Figaro teil. Im folgenden Jahr startete er zum ersten Mal bei der Solitaire du Figaro, bei der er den 19. Platz belegte. Ende 2010 wurde er von Team Macif als Skipper in der Figaro-Serie für die Saisons 2011 und 2012 ausgewählt. Bei der Solitaire du Figaro wurde er dann 2011 Sechster und 2012 Neunter.

Nach einer weniger erfolgreichen Saison 2013 mit dem 30. Platz im Circuit Figaro, aber jeweils dem zweiten Platz im Spi Ouest-France und im Solo Basse-Normandie gewann er im April 2014 die Transat AG2R im Doppel mit Gwénolé Gahinet. Damals gründete er eine Partnerschaft mit der Versicherungsgruppe SMA. Er nahm erneut am Solo Basse-Normandie teil und belegte dann bei der Solitaire du Figaro den fünften Platz. Er beendete das Jahr auf dem vierten Platz der französischen Offshore-Rennmeisterschaft.

2015–2018 IMOCA SMA mini| IMOCA SMA, Ablegen zur Regatta Record SNSM (2015) Als Paul Meilhat 2015 beim Team SMA in die IMOCA-Klasse einstieg, war er bereits einer der vielversprechendsten Offshore-Regattasegler seiner Generation. Sein Ziel war die Teilnahme an der Vendée Globe 2016/17. Seine damalige Yacht SMA ist die ehemalige Macif von François Gabart, dem Gewinner der Vendée Globe 2012/13. Meilhat profitierte von der sportlichen und technischen Unterstützung von Michel Desjoyeaux und seinem Team Mer Agitée, dem Eigentümer des Bootes.

Am 23. Juni 2015 gewann Meilhat bei seinem ersten IMOCA-Rennen gemeinsam mit Michel Desjoyeaux an Bord der SMA den Record SNSM (Saint-Nazaire – Saint-Malo) in 37 Stunden, 4 Minuten und 23 Sekunden. Im Oktober starteten Meilhat und Desjoyeaux gemeinsam bei der Regatta Transat Jacques Vabre; am sechsten Tag zwang sie das Abreißen der Hinterkante ihres Kiels zur Aufgabe.

2016 belegte Meilhat bei der Transatlantikregatta New York-Vendée-Les Sables-d'Olonne mit der SMA nach 10 Tagen, 12 Stunden, 19 Minuten und 27 Sekunden den 4. Platz von 14 Startern. Am 6. November desselben Jahres startete er bei der Vendée Globe 2016/17. Am 20. Dezember erlitt seine Yacht mitten im Südpazifik nahe Point Nemo, als Meilhat an dritter Stelle hinter den Foilern von Armel Le Cléac'h und Alex Thomson segelte, einen folgenschweren Schaden: Der Kippkiel bekam einen Riss von über 40 Zentimetern Länge. Vier Tage später gab Meilhat das Rennen auf.

Im Mai 2017 gewannen Paul Meilhat und Gwénolé Gahinet mit der SMA das Armen Race in der Kategorie IMOCA. Im August folgte ein weiterer gemeinsamer IMOCA-Sieg im Fastnet Race in 2 Tagen, 16 Stunden, 14 Minuten und 2 Sekunden. Im September gewannen die beiden das 24-Stunden-Rennen des Défi Azimut. Im November belegten sie, noch ohne Foils, bei der 13. Ausgabe der Transat Jacques Vabre den 2. Platz.

Trotz dieser guten Regattaergebnisse erfuhr Meilhat am 13. Dezember 2017, dass sein Partner SMA seine Strategie neu ausrichtete und das Segelsponsoring Ende 2018 einstellen würde. Damit war für ihn das Projekt, gemeinsam mit SMA ein Boot für die Vendée Globe 2020/21 zu bauen, beendet. Im Mai 2018 siegte Meilhat beim Bermuda 1000 Race und im Juni gemeinsam mit Gwénolé Gahinet bei der Monaco Globe Series. Am 16. November gewann er sein erstes großes Hochseerennen, die Route du Rhum: Auf seiner sieben Jahre alten SMA mit geraden Schwertern schlug er die Foiler von Yann Eliès und Vincent Riou in 12 Tagen, 11 Stunden, 23 Minuten und 18 Sekunden. In der Gesamtwertung über alle Bootsklassen erreichte er den 6. Platz. Doch zwei Jahre vor der Vendée Globe 2020/21 stand er ohne Sponsor da.

2019–2021 Sponsorensuche 2019 segelte Paul Meilhat gemeinsam mit Samantha Davies Rennen an Bord des IMOCA-Foilers Initiatives-Cœur. Die beiden belegten beim Fastnet Race den 5. und bei der Transat Jacques Vabre den 7. Platz unter den IMOCAs. Im Jahr 2020 nahm Meilhat weder an der Vendée-Arctique noch an der Vendée Globe teil.

Im Juni 2021 fand er schließlich einen neuen Partner, das Kosmetiklabor Biotherm, bei dem er einen Vertrag bis 2025 unterschrieb. Biotherm ist in der Welt des Segelns kein Unbekannter, denn in den 1980er Jahren sponserte das Unternehmen die erfolgreiche Skipperin Florence Arthaud. Im August gewann Meilhat gemeinsam mit Charlie Dalin an Bord der Apivia das Fastnet Race in der IMOCA-Klasse. Am 23. Oktober, kurz vor dem Start der Transat Jacques Vabre, erhielt Meilhat von Biotherm grünes Licht, mit dem Bau eines Bootes für die Vendée Globe 2024/25 beginnen zu können. Im November belegten Dalin und Meilhat mit der Apivia den 2. Platz in der IMOCA-Wertung bei der Transat Jacques Vabre.

Seit 2022 IMOCA Biotherm mini|Biotherm in Lorient (2022) Der Bau der neuen IMOCA für Meilhat begann im Dezember 2021 bei Persico Marine im italienischen Nembro. Es wurden die Formen von Thomas Ruyants Yacht Linked Out verwendet, das Boot ist damit ein Guillaume-Verdier-Design. Der spatelförmige Bug und die Hydrofoils der neuesten Generation unterscheiden sich von denen der Linked Out. Am 31. August 2022 wurde Biotherm in Lorient vom Stapel gelassen, bevor sie in ihren Heimathafen Port-la-Forêt verholt wurde.

Zwei Monate später startete Meilhat mit seiner brandneuen Yacht bei der Einhand-Regatta Route du Rhum und erreichte das Ziel in Guadeloupe auf dem 6. Platz. Im folgenden Jahr segelte er beim Ocean Race 2023 das erste Mal mit der Biotherm rund um die Welt und beendete die Regatta als vierter von fünf in der IMOCA-Klasse gemeldeten Teilnehmern.

Im November 2024 trat Meilhat mit Biotherm bei seiner zweiten Vendée Globe an. Durch kluge Manöver konnte er trotz mehrerer technischer Probleme bereits im Südatlantik den fünften Platz erringen und sich in den letzten Tagen von seinem Verfolger Nicolas Lunven absetzen. Schließlich überquerte er die Ziellinie in Les Sables-d’Olonne nach 74 Tagen, 22 Stunden, 38 Minuten und 15 Sekunden und segelte damit die siebtbeste Gesamtzeit aller bisherigen Vendée-Globe-Rennen.

Regatta-Erfolge (Auswahl) Jahr Wettbewerb Platz Klasse Team/Boot Partner 2025 Vendée Globe 2024/25 5. IMOCA Biotherm solo2025 The Ocean Race Europe 1. IMOCA Biotherm Sam Goodchild (), Benjamin Ferré (), Amélie Grassi (), Jack Bouttell (/) 2023 The Ocean Race 4. IMOCA Biotherm Anthony Marchand (), Amélie Grassi (), Damien Seguin (), Samantha Davies () 2022 Route du Rhum 6. IMOCA Biotherm solo 2021 Transat Jacques Vabre 2. IMOCA Apivia Charlie Dalin () 2021 Défi Azimut-Lorient Agglomération 1. IMOCA Apivia Charlie Dalin () 2021 Rolex Fastnet Race 1. IMOCA Apivia Charlie Dalin () 2019 Transat Jacques Vabre 7. IMOCA Initiatives-Cœur Samantha Davies () 2019 Défi Azimut-Lorient Agglomération 7. IMOCA Initiatives-Cœur Samantha Davies () 2019 Rolex Fastnet Race 5. IMOCA Initiatives-Cœur Samantha Davies () 2018 Route du Rhum 1. IMOCA SMA solo 2018 Défi Azimut-Lorient Agglomération 4. IMOCA SMA solo 2018 Monaco Globe Series 1. IMOCA SMA Gwénolé Gahinet () 2018 Bermudes 1000 Race 1. IMOCA SMA solo 2017 Transat Jacques Vabre 2. IMOCA SMA Gwénolé Gahinet () 2017 Défi Azimut-Lorient Agglomération 1. IMOCA SMA Gwénolé Gahinet () 2017 Rolex Fastnet Race 1. IMOCA SMA Gwénolé Gahinet () 2016 Défi Azimut-Lorient Agglomération 4. IMOCA SMA solo 2016 New York Vendée - Les Sables-d'Olonne 4. IMOCA SMA solo 2016 The Transat CIC 4. IMOCA SMA solo 2015 Record SNSM 4. IMOCA SMA Michel Desjoyeaux () 2015 ArMen Race 1. IMOCA SMA solo 2014 Solitaire du Figaro 5. Figaro Bénéteau II SMA solo 2014 Transat AG2R 1. Figaro Bénéteau II Safran Guy Cotten Gwénolé Gahinet () 2013 Solo Concarneau 1. Figaro Bénéteau II Macif solo 2013 Tour de Bretagne à la Voile 1. Figaro Bénéteau II Macif Fabien Delahaye () 2012 Transat AG2R 4. Figaro Bénéteau II Macif Fabien Delahaye () 2012 Solitaire du Figaro 1. Figaro Bénéteau II Macif solo 2011 Solitaire du Figaro 6. Figaro Bénéteau II Macif solo 2009 Tour de Bretagne à la Voile 9. Figaro Bénéteau II Macif Fabien Delahaye () 2007 Course Croisière EDHEC 3. Grand Surprise 2007 Obelix Trophy 1. 1/2-Tonner Domino's Pizza 2006 Grand Prix de Pornichet 3. Mumm 30 2006 Championnat d’Europe en J 80 2. J/80 BMO – Ecole Navale Victor Lanier (), Antoine Carpentier (), Arnoud Godart () 2002 Championnat d’Europe Jeune Laser 7. Laser solo 2001 Championnat de France Espoir Junior Laser Standard 2. Laser solo 2000 Championnat de France Espoir Junior Laser Standard 1. Laser solo

Privatleben Paul Meilhat lebt mit seiner Familie im Stadtzentrum von Lorient. Seine Frau Stéphanie ist Augenärztin. Das Paar hat eine Tochter und einen Sohn. Der Wohnort ist von der Familie bewusst gewählt worden, da er nahe am Meer liegt. Der IMOCA-Skipper erreicht die Arbeitsstätte seines Teams Biotherm in Lorients Seglerwiege La Base mit dem Fahrrad in fünf Minuten.

Weblinks

Website Paul Meilhat (französisch) Paul Meilhat auf der Webseite IMOCA.org (englisch)

Einzelnachweise

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