Gerhard Hauer junior (* 1985 in Wels, Oberösterreich, verheiratet mit Petra Frühwirth, Tochter Selina) ist ein ehemaliger österreichischer Skibobfahrer. Mit sechs Weltmeistertiteln und 39 Weltcupsiegen gehört er zu den erfolgreichsten Athleten der nichtolympischen Sportart. Zwischen 2010 und 2015 gewann der Linzer sechsmal in ununterbrochener Folge den Skibob-Gesamtweltcup.

Biografie Gerhard Hauer kam im Alter von acht Jahren durch seinen älteren Bruder Klaus zum Skibobsport und startete seit Kindheitstagen für die Schibob Union (SBU) Linz. Sein Vater Gerhard Hauer (senior), früher selbstständiger Kaufmann für Klima- und Lüftungsanlagen, war 1967 Gründungsobmann und langjähriger Präsident des Vereins sowie später Präsident der Sportunion Oberösterreich, der Fédération Internationale de Skibob (FISB) und der Fédération Internationale Catholique d’Education Physique et Sportive (FICEP).

Hauer gab in der Saison 2000/01 sein Debüt im Jugend-Europacup und erreichte in der Gesamtwertung mit vier Punkten Platz zwölf. In den folgenden Jahren konnte er sich stetig verbessern und den Winter 2003/04 nach mehreren Podiumsplätzen als Dritter abschließen. Bei seinen letzten Juniorenweltmeisterschaften in Gosau gewann er Silber im Slalom sowie Bronze im Super-G und in der Kombination. Am 17. Dezember 2004 startete er im Riesenslalom von Ischgl erstmals im Weltcup und wurde auf Anhieb Achter. Ohne zuvor auf das Podest gefahren zu sein, gewann er das letzte Rennen der Saison, einen Slalom in Missen, und klassierte sich im Gesamtweltcup auf Rang sechs. In der nächsten Saison blieb er ohne Podestplätze und kam auch bei seinen ersten Weltmeisterschaften in Grächen nicht über die Ränge vier, acht und zehn in Slalom, Super-G und Abfahrt hinaus. Im Winter darauf wurde er dank eines Sieges in Kirchberg Gesamtweltcup-Dritter, musste seine Heimweltmeisterschaften in Aigen im Mühlkreis aber ohne Erfolgserlebnis verlassen. Auch zwei Jahre später, als er in der Weltcup-Gesamtwertung hinter dem Tschechen David Krejčí Platz zwei belegte, glückte ihm im Rahmen der Weltmeisterschaften in Ustroń kein Medaillengewinn.

Der endgültige Durchbruch gelang Gerhard Hauer in der Saison 2009/10. Bei den Weltmeisterschaften in Kirchberg holte er Silber im Riesenslalom sowie Bronze im Slalom und in der Kombinationswertung. Außerdem sicherte er sich mit vier Siegen erstmals in seiner Karriere den Gewinn des Skibob-Gesamtweltcups, den er in den folgenden fünf Jahren erfolgreich verteidigen konnte. Im Rahmen der Weltmeisterschaften in Nauders gewann er im Riesenslalom seine erste Goldmedaille und hole zudem Slalom- und Kombinationssilber. Im Weltcup entschied er sieben Rennen für sich und hatte in der Gesamtwertung über 100 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Schweizer Björn Walter. 2012 gewann er in Deštné v Orlických horách im Slalom seinen zweiten Weltmeistertitel. Diesen konnte er im Jahr danach in Bad Hofgastein erfolgreich verteidigen. Den Weltcup dominierte er mit acht Siegen in zehn Rennen vor seinem Zimmer- und Klubkollegen Christian Ablinger. Bei den Weltmeisterschaften 2014 in Spital am Semmering gewann Hauer gleich drei „Goldene“, sowohl in seinen beiden Paradedisziplinen Riesenslalom und Slalom als auch in der Kombination. Im folgenden Winter holte er mit acht Siegen in elf Rennen zum sechsten Mal hintereinander den Gesamtweltcup, ehe er in der Saison 2015/16 aus beruflichen Gründen eine Pause einlegte.

Bei seinem Comeback war Hauer gleich wieder konkurrenzfähig und gewann drei Staatsmeistertitel sowie zwei Weltcups in Nauders. Als Gesamtweltcup-Zweiter musste er sich wie auch bei den Weltmeisterschaften in Grächen, wo er vier Silbermedaillen gewann, dem Tschechen Pavel Čiháček geschlagen geben. Ende Jänner 2018 gab er im Rahmen der österreichischen Meisterschaften am Hochficht das Ende seiner Laufbahn im Leistungssport bekannt.

Gerhard Hauer war sieben Jahre lang Heeressportler und arbeitete nebenher bei einer regionalen Bank. Er absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Johannes-Kepler-Universität Linz und ist als Banker tätig.

Erfolge Weltmeisterschaften Grächen 2006: 4. Slalom, 8. Super-G, 10. Abfahrt Aigen im Mühlkreis 2007: 6. Riesenslalom, 8. Super-G, 12. Abfahrt Ustroń 2009: 4. Super-G, 5. Kombination, 7. Slalom, 8. Riesenslalom Kirchberg in Tirol 2010: 2. Riesenslalom, 3. Slalom, 3. Kombination, 4. Super-G Nauders 2011: 1. Riesenslalom, 2. Slalom, 2. Kombination, 8. Super-G Aigen im Mühlkreis/Deštné v Orlických horách 2012: 1. Slalom, 2. Kombination, 3. Riesenslalom, 6. Super-G Bad Hofgastein 2013: 1. Slalom, 2. Super-G, 2. Kombination, 5. Riesenslalom Spital am Semmering 2014: 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination, 5. Super-G Grächen 2017: 2. Super-G, 2. Riesenslalom, 2. Slalom, 2. Kombination

Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2004/05 6. 106 2005/06 7. 79 2006/07 3. 111 2007/08 4. 164 2008/09 2. 138 2009/10 1. 175 2010/11 1. 309 2011/12 1. 175 2012/13 1. 226 2013/14 1. 155 2014/15 1. 233 2015/16 Rennpause 2016/17 2. 204

Weltcupsiege Hauer errang im Weltcup 75 Podestplätze, davon 39 Siege: Datum Ort Land Disziplin 11. März 2005 Missen Deutschland Riesenslalom 10. Februar 2007 Kirchberg in Tirol Österreich Super-G 8. März 2009 Erlbach Deutschland Slalom 16. Jänner 2010 Neukirchen am Großvenediger Österreich Slalom 17. Jänner 2010 Neukirchen am Großvenediger Österreich Riesenslalom 18. Februar 2010 Wisła Polen Riesenslalom 20. Februar 2010 Deštné v Orlických horách Tschechien Riesenslalom 29. Jänner 2011 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 4. Februar 2011 Lackenhof Österreich Riesenslalom 12. Februar 2011 Nauders Österreich Riesenslalom (WM) 11. März 2011 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 11. März 2011 Aigen im Mühlkreis Österreich Super-G 12. März 2011 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 2. April 2011 Grächen Schweiz Riesenslalom 23. Februar 2012 Brenna Polen Riesenslalom 24. Februar 2012 Brenna Polen Slalom 10. März 2012 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 12. Jänner 2013 Deštné v Orlických horách Tschechien Riesenslalom 13. Jänner 2013 Deštné v Orlických horách Tschechien Slalom 19. Jänner 2013 Neukirchen am Großvenediger Österreich Slalom 20. Jänner 2013 Neukirchen am Großvenediger Österreich Riesenslalom 16. Februar 2013 Bad Leonfelden Österreich Slalom 23. Februar 2013 Nauders Österreich Riesenslalom 24. Februar 2013 Nauders Österreich Super-G 9. März 2013 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 1. Februar 2014 St. Valentin auf der Haide Italien Slalom 8. März 2014 Nauders Österreich Super-G 8. März 2014 Nauders Österreich Riesenslalom 9. März 2014 Nauders Österreich Riesenslalom 24. Jänner 2015 Nassfeld Österreich Riesenslalom 25. Jänner 2015 Nassfeld Österreich Slalom 25. Jänner 2015 Nassfeld Österreich Slalom 7. Februar 2015 Nauders Österreich Riesenslalom 13. Februar 2015 Bad Leonfelden Österreich Riesenslalom 14. Februar 2015 Bad Leonfelden Österreich Slalom 15. Februar 2015 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 15. Februar 2015 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 11. Februar 2017 Nauders Österreich Riesenslalom 12. Februar 2017 Nauders Österreich Super-G

Juniorenweltmeisterschaften Wisła 2003: 5. Riesenslalom, 5. Slalom, 5. Kombination, 9. Super-G Gosau 2004: 2. Slalom, 3. Super-G, 3. Kombination, 4. Riesenslalom

Weitere Erfolge 23 österreichische Staatsmeistertitel in verschiedenen Disziplinen

Auszeichnungen 2010: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Weblinks

Ergebnisse (ab 2004/05) auf der Website der Fédération Internationale de Skibob

Einzelnachweise

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