A. Sala war ein 1845 von Antonio Sala gegründetes Berliner Kunstverlag-, Lithographie- und Gravur-Unternehmen, welches auch humoristische Neujahrswünsche, später Luxuspapier-Produkte und Postkarten produzierte. Sein Sohn Fortunato Sala machte zusammen Adolf Sala, Cousin von Fortunato, das Unternehmen zur Spitzengruppe der Spielehersteller um die Jahrhundertwende.

Kennzeichen für ihre Produkte ab den 1880er Jahren war ein Logo „AS“, später bei den produzierten Spielen ein rotes Siegel. Das Unternehmen wurde dann auch als Sala oder Verlag der Rotsiegelspiele bekannt.

Anfang oder Mitte der 1960er wurde die Produktion aufgegeben: Während der Verlag von Spielen beim Unternehmen blieb, wurde die Spieleproduktion vom Berliner Verpackungs- und Papierverarbeitungsunternehmen „Schwerdtle & Schantz“ durchgeführt.

1986 wurde „A. Sala“, welches im Familienbesitz in vierter Generation war, von „Schwerdtle & Schantz“ übernommen. Sie veröffentlichten von 1987 bis 1993 noch Spiele unter den Label Sala (1987–1990), Sala Spiele (1991–1993) und Salagames (1992–1993).

Ab 1993 kooperierte „Schwerdtle & Schantz“ mit dem Spiele-Distributor „Fun Connection“, welcher den Vertrieb der Spiele übernahm. Ab 1994 wurde auch die Verlagstätigkeit unter dem Namen „Fun Connection“ weiterbetrieben, sodass der Name „Sala“ vom Markt verschwand.

Geschichte 1845–1857: Gründung durch Antonio Sala mini|Annonce für Gravir-Anstalt, 1849

Der italienisch-stämmige Antonio Pietro Vinzenz Sala († 1878,Familien-Nachrichten. Sterbefälle in Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung vom 13. Februar 1878, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. auch Anton Vincenz Petrus Sala genannt)Anzeiger. Handels-Register des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin – A. Sala am 22. Juni 1878 in Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 24. Juni 1878, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. war ab 18451844 fehlt der Eintrag: Sala in Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, Ausgabe 1844, abgerufen auf digital.zlb.de am 29. Oktober 2025. als Kunsthändler und Besitzer einer lithographischen Anstalt „A. Sala“ im Adressbuch von Berlin eingetragen;Sala in Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, Ausgabe 1845, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. anfangs war die Adresse Hausvogteiplatz 7; ab 1846 Jerusalemerstraße 33.Sala in Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, Ausgabe 1846, abgerufen auf digital.zlb.de am 29. Oktober 2025. Vielleicht war er vorher als Händler für italienische Galanteriewaren in Berlin tätig.

Sein Bruder Alexander Fortunato Sala († 1876)Gestorben. in Berliner Börsen-Zeitung vom 3. August 1876, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 6. November 2025. gründete 1847 in Berlin die KunsthandlungDotti, C. J. in Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, Ausgabe 1848, abgerufen auf digital.zlb.de am 6. November 2025. „Dotti & Sala“, die ab 1848 als „F. Sala & Comp.“ firmierte.Austritt von Carl Joseph Dotti. Fortunato Sala setzt das Geschäft fort u. d. F.: F. Sala & Comp., Brief vom 15. September 1848, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 6. November 2025.

1847 verkaufte „A. Sala“ Papierprodukte auch in Leipzig.Kränze und andere Artikel in Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 30. April 1847, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025.Panorama von Leipzig auf Briefbogen in Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 8. Mai 1852, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. 1848 wurde Lithographie und die Druckerei mit einem Logo „A.SALA“ im Oval mit Inschrift „LITHOGRAPHIE,DRUCKEREI – JERUSALEMMER&33“ beworben,A. Sala’s Lithographie u. Druckerei in Berlin in Königlich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen No. 42 vom 19. Februar 1848, abgerufen auf dfg-viewer.de, am 9. November 2025. im selben Jahr wurde auch die Gravier-Anstalt beworben,Gravir-Anstalt für Wappen, Siegel u. Stempel in Stein und Metall in Königlich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen, No. 90 vom 15. April 1848, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 8. November 2025. ab 1849 mit einem Logo, ähnlich einer Visitenkarte.Gravir-Anstalt für Wappen, Siegel u. Stempel. In Stein u. Metall in Königlich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen, No. 247 vom 23. Oktober 1849, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 7. November 2025. Im Dezember 1848 wurden Neujahrswünsche beworben.Neujahrswünsche für Wiederverkäufer in Königlich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen No. 298 vom 21. Dezember 1848. Abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 9. November 2025. Im Januar 1851 zog das Unternehmen in die Leipzigerstr. 68,Sala in Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, Ausgabe 1851, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. ab 1852 war im Adressbuch „lithographische Kunst- und Präge-Anstalt“ statt „lithographische Anstalt“ eingetragen;Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Berlin und Umgebungen, Ausgabe 1852, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. Im November 1854 wurde ein Bilderbogen mit Neujahrswünschen wegen obszönen Darstellungen konfisziert, vernichtet und indiziert. 1856 kam der Begriff „Luxuspapierfabrik“ im Adressbuch hinzu;Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1856, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. der Begriff „Luxuspapier“ entstand in den 1850er Jahren für besonders bearbeitete und gestaltete Papierwaren.

1858–1878: Antonio Sala und E. Wedecke mini|Annonce für Gravir-Anstalt und Neujahrswünsche, 1858 Ca. 1858 wurde E. Wedecke (auch genannt Carl Hugo Egmont Wedecke)A. Sala in Verzeichniß der in das Handels-Register des Königlichen Stadtgerichts zu Berlin eingetragenen Einzelfirmen, Gesellschaften, Genossenschaften und Prokuren, 1870, abgerufen auf digital.zlb.de am 10. November 2025. Teilhaber von „A. Sala“.Wedecke, E. im Berliner Adressbuch 1858, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. Im Adressbuch 1858 und 1859 ist bei „A. Sala“ lithographische Kunst- und Prägeanstalt, Luxuspapierfabrik und Kunstverlagshandlung in der Schützenstraße 60 und in der Leipzigerstraße 68 verzeichnet.A. Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1858, abgerufen auf digital.zlb.de am 29. Oktober 2025.A. Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1859, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. 1858 wurden neben der Gravier-Anstalt auch Karten für Neujahrswünsche beworben.Annoncen von A. Sala in Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen, 1858, 11/12, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 6. November 2025. Ab 1860 gab es nur die Adresse in der Schützenstraße;Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1860, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. ab 1862 wurde aus der „lithographischen Kunst- und Präge-Anstalt“ eine „Kunst-Anstalt für photographische und lithographische Prägung“,Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1862, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. ab 1865 auch „Gravier-Anstalt“.Sala, R. in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1865, abgerufen auf digital.zlb.de am 6. November 2025. Anton Sala war im ersten Vorstand der im Januar 1868 gegründeten „Friedrichstädtischen Volksbank zu Berlin“.Handels-Register – Genossenschaftsregister – Nr. 2 in Königlich Preußischer Staats-Anzeiger No. 37 vom 12. Februar 1868, abgerufen auf digi.bib.uni-mannheim.de am 12. November 2025 Ab 1871 war „A. Sala“ als Großhändler (Engros, Export) sowie „Photographischer Kunstverlag“ eingetragen.Sala in Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, dessen Umgebungen und Charlottenburg, Ausgabe 1871, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. Im Adressbuch für den deutschen Buchhandel 1872 war Sala unter „Schreibmaterialien en gros“ eingetragen.Schreibmaterialien en gros in Allgemeines Adreßbuch für den deutschen Buchhandel 1872, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 7. November 2025. 1875 gab es eine Vertretung der Kunstanstalt in Wien durch Friedrich Tertilek.Tertilek Friedrich in Adolph Lehmann: „Lehmanns’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger […] Wien und Umgebung“, 13. Jahrgang, 1875, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 8. November 2025.

1878–1882: E. Wedecke und Louise Sala mit Fortunato Sala Nach dem Tod von Antonio Sala im Februar 1878 ist seine Witwe Louise Sala geborene Jollet in die Gesellschaft „A. Sala“ eingetreten und ihr Sohn Fortunato Sala (auch genannt Fortunatus Aloisius Wilhelm Sala)Berlin. Handelsregister des Königlichen Amtsgerichts I. zu Berlin [27155]. Firmenregister 13877, Gesellschaftsregister 9077 A. Sala am 9. Juni 1884 in Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 10. Juni 1884, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. wurde Prokurist. Im folgenden Adressbuch 1879 sind auch Fröbelsche Beschäftigungsmittel erwähnt.Sala in Berliner Adreßbuch, Ausgabe 1879, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025. Ab August 1880 war Louise Sala Alleininhaberin.Anzeiger. Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts I. zu Berlin. vom 16. August 1880, Gesellschaftsregister 454, Firmenregister 12368 in Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 17. August 1880, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. Fortunato Sala wurde zu vierzehn Tage Gefängnis wegen „Verbreitung unzüchtiger Neujahrs-Gratulationen“ verurteilt.Vermischtes im Düsseldorfer Volksblatt vom 14. Dezember 1880, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. Im Adressbuch 1882 ist auch eine „Fabrik Fröbel’scher Lehrmittel und Spiele“ erwähnt.A. Sala in Berliner Adreßbuch, Ausgabe 1882, abgerufen auf digital.zlb.de am 3. November 2025.

1882–1908: Zweite Generation: Fortunato und Adolf Sala mini|x140px|Logo „AS“im Kreis mit Krone,„i. B.“ (in Berlin)

Im September 1882 übernahm Fortunato Sala „A. Sala“;Anzeiger. Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts I. zu Berlin. – Firmenregister 12368 „A. Sala“ und Gesellschaftsregister „A. Sala“ am 18. September 1882 in Berliner Börsen-Zeitung vom 19. September 1882, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. zum 1. Januar 1884 stieg sein Cousin Adolf Vincenz Richard Sala († 1908),Gestorben. in Berliner Börsen-Zeitung vom 5. Februar 1908, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 28. Oktober 2025. Sohn von Alexander Fortunato, in das Geschäft ein (Gesellschaftsregister 9077).

Das ab Juli 1888 eingetragene Logo bestand aus einem überkrönten Band in Kreisform mit Inschrift „LUXUS-PAPIER-FABRIK. BERLIN“ mit den ineinandergeschlungenen Buchstaben „AS“ in der Mitte und darunter die Inschrift „FABRIK- MARKE“. 1894 wurde es erneut eingetragen, 1904 wurde die Eintragung verlängert. Es wurde bereits 1884,A. Sala, Berlin SW in Adress-Buch Deutscher Export-Firmen. III, 1884, abgerufen auf digitale-sammlungen.de am 7. November 2025. womöglich bereits ab ca. 1882 für verschiedene Produkte, auch Spiele, verwendet. Es gab auch ein vereinfachtes Logo „AS i. B.“. Womöglich wurde dieses bereits ab ca. 1890 verwendet.