mini|Max Kuppelmayr Max Kuppelmayr (* 1811; † 22. November 1888 in München) war ein deutscher Bauunternehmer, Altertumssammler und Mitbegründer des Münchener Alterthumsvereins.
Leben Über die frühen Lebensjahre von Max Kuppelmayr ist wenig bekannt. Er war seit den 1840er Jahren als Bauunternehmer in München tätig und gelangte dadurch zu Wohlstand. Seit dieser Zeit interessierte er sich intensiv für historische Artefakte des Mittelalters. Seine Leidenschaft für das Sammeln führte ihn 1864 zur Mitbegründung des Münchener Alterthumsvereins, einer Vereinigung, die sich der Erforschung und Bewahrung historischer Objekte widmete und eine große, nicht ausgeführte Ausstellung für das Jahr 1866 plante. Die Aktivitäten hatten ähnliche Ziele wie das 1855/59 initiierte Bayerische Nationalmuseum in München.
Bereits in den 1840er Jahren trug er auf ausgedehnten Reisen eine umfangreiche Sammlung historischer Objekte zusammen. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf den Erwerb alter Waffen. Neben Deutschland und Österreich waren auch Italien, Spanien, Frankreich und die Schweiz mit bedeutenden Stücken vertreten.
Max Kuppelmayr errichtete ein erstes Wohnhaus für sich und seine wachsende Sammlung in der heutigen Fürstenstraße 10 in München, das er 1861/62 im neugotischen Stil erweiterte (erhalten). Auch in der Schellingstraße 1 baute er für sich ein ausgedehntes Anwesen im neugotischen Stil, mit Türmchen, Kreuzgängen und Spitzbogenfenstern. Es diente zugleich als Museum, in dem er seine Sammlungen präsentierte (1944/45 zerstört und abgetragen).
Nach Kuppelmayrs Tod im Jahr 1888 wurde die Sammlung versteigert, wobei ein Teil 1895 und 1896 in der Galerie Helbing in München verkauft wurde. Viele der Objekte wurden später an Museen übergeben, darunter das Bayerische Nationalmuseum.
Sammlung Max Kuppelmayr Der zweibändige illustrierte Katalog der Sammlung ist in verschiedene Kategorien gegliedert: Schutzwaffen, Angriffswaffen, Schusswaffen, moderne Ausrüstungsgegenstände und Ethnographisches. Eine besondere Rarität stellte eine exakte Rekonstruktion einer Turnierrüstung für ein Pferd dar.
Die Sammlung Max Kuppelmayr ist in zwei Text- und Bildbänden katalogisiert. Allein im Band 2 sind 1040 gesammelte Objekte auf 86 Seiten und 30 Bildtafeln beschrieben und zu ausgewählten Objekten gibt es auch ein Bild. Die Auswahl zeigt drei der 30 Bildtafeln aus Band 2 der „Kunst- und Alterthümer-Sammlungen des Baumeisters Max Kuppelmayr“.
Tätigkeit als Bauunternehmer und Architekt In den 1840er Jahren begann ein neuer Bauboom in München, an dem auch Kuppelmayr profitierte. Verschiedene von ihm als Bauunternehmer errichtete Häuser sind noch in München erhalten, andere inzwischen verschwunden:
1844–46 erbaute Kuppelmayr das Haus in der Müllerstraße 39, für den Steinmetzunternehmer Franz Höllriegel als erstes Haus. Es orientierte sich im Rundbogenstil der Fassaden an der Architektur des Friedrich von Gärtner. Die Fassade wird durch ein neuromanisches Madonnenrelief geschmückt, vermutlich aus der Bildhauerwerkstatt Höllriegels, die in einem Nachbarhaus untergebracht war. 1844 wurde Kuppelmayr von Vinzenz Fischer beauftragt, dessen Haus in der Schellingstr. 23 auf sieben Fensterachsen und vier Geschosse zu vergrößern. Die Obergeschosse enthielten je eine große Wohnung (Das Haus wurde 1894 stark umgebaut und erhielt einen neuen Fassadenschmuck). 1849 ließ Kuppelmayr durch Franz Xaver Reifenstuel d. J. (1812 - 53) ein eigenes zweigeschossiges Wohnhaus an der Fürstenstraße 10 (früher Nr. 8h) errichten. Das Haus stand mit der dreiachsigen Schmalseite und einem halben Walmdach an der Straße und besaß einen Zugang an der Längsseite. 1853 baute er ein viergeschossiges Mietshaus in der Schellingstr. 19, dessen Fassade noch einen guten Eindruck von der damals geschätzten Formensprache gibt. 1858/59 entstand in der Knöbelstraße 18 in München-Lehel ein noch erhaltenes dreigeschossiges Mietshaus, das er zusammen mit Johann Ehrengut errichtete. 1860 folge in der Knöbelstraße 6 a ein viergeschossiges Mietshaus (erhalten). 1861 errichtete Kuppelmayr zwei dreigeschossige Mietshäuser in der Steinstraße 50 und 52 in München-Haidhausen, die noch erhalten sind. 1861/62 stockte Max Kuppelmayer sein Wohnhaus in der Fürstenstraße 10 um zwei Geschosse auf und verlängerte den Bau um weitere neun Fensterachsen nach Süden. Auf der Hofseite wurde eine reiche Architektur in Kombination von Backstein und Haustein ausgeführt, die eine malerische Fassade im neugotischen Stil mit Erker und schlankem Rundturm mit Zinnen ergab. 1866 baute sich Kuppelmayr an der Adresse Schellingstraße 1 eine weitere gotisierende Gebäudegruppe, die auch ein Sommerhaus und einen Bau für seine Kunstsammlung umfasste. Hier befand sich mutmaßlich sein Hauptwohnsitz, der Besitz in der Fürstenstraße wurde aber beibehalten. Die Anlage wurde 1944/45 teilweise zerstört und 1966 abgebrochen.
Nachkommen Max Kuppelmayrs Sohn Rudolf Kuppelmayr (1843–1918) war Kunstmaler und ebenfalls kunstinteressiert und erstellte den Katalog der Waffensammlung seines Vaters. 1919 wurden die Reste der Sammlung seines Vaters versteigert, wozu ein weiterer Katalog erschien.
Grabstätte mini|Grab von Max Kuppelmayr auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Max Kuppelmayr befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 – Reihe 3 – Platz 40/41, ). Das Grabmal ist eines der wenigen monumentalen neugotischen Grabdenkmälern auf dem Alten Südlichen Friedhof. Das vorhandene Grabmal ist aus der Hand des Architekten und Bildhauers Ludwig Foltz. Ein Entwurf von ihm ist datiert auf das Jahr 1847.Claudia Denk, John Ziesemer: Grabstätte Kuppelmayr, Max, Nr. 74. In: Kunst und Memoria, Der Alte Südliche Friedhof in München. 2014, Seite 332, Abb.: 74.1 Man kann davon ausgehen, dass das Grabmal von Foltz zum Tode des 8 Jahre altem Mauermeisterssohn am 3. März 1847 auf der bereits seit 1823 genutzten Grabstelle erstellt wurde. Max Kuppelmayr wurde 1888 beigesetzt und sein Sohn Rudolf Kuppelmayr war der letzte in der Grabstelle beigesetzte.Claudia Denk, John Ziesemer: Grabstätte Kuppelmayr, Max, Nr. 74. In: Kunst und Memoria, Der Alte Südliche Friedhof in München. 2014, Seite 331
Literatur
Hugo Helbing [Hrsg.]: Sammlung Rudolf Kuppelmayr, München. Versteigerung in München in der Galerie Helbing, Dienstag, den 24. Juni 1919 und folgende Tage. München 1919.
Weblinks
Onlinezugang zum Katalog der Versteigerung der Sammlung Kuppelmayr. München 1919
Einzelnachweise
Kategorie:Bauunternehmer Kategorie:Unternehmer (München) Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Waffensammler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1888 Kategorie:Mann