mini|400px|Kreuz von Wackersdorf Das Kreuz von Wackersdorf ist ein Protestkreuz gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) und steht neben dem Franziskus-Marterl nahe der ehemaligen WAA-Baustelle im Blaubeerwald des Taxölderner Forstes, östlich von Wackersdorf.Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf. In: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte (DODG), verorten Kurzchronik und die Bilder Das Franziskus-Marterl bei Altenschwand mit dem Kreuz von Wackersdorf sowie Schienenzufahrt zum Brennelemente-Eingangslager auf dem ehemaligen Gelände der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, heute von BMW genutzt, Tony Mach in der Karte #12921.
Geschichte Gestohlenes Kreuz mini|Gestohlenes Kreuz Vom 26. bis 29. Dezember 1985 fertigte der Burglengenfelder Holzbildhauer Stefan Preisl bei eisigen Temperaturen aus einem Fichtenstamm eine 1,60 m große Christusfigur an.Bild: "Erstes Kreuz von Wackersdorf" im Hüttendorf auf BUND Der Korpus wurde an einem zehn Meter hohen Fichtenkreuz befestigt und im zweiten Anti-WAA-Hüttendorf Freie Republik Wackerland im Taxölderner Forst aufgestellt.Vor 20 Jahren kam das Aus für die WAA – Foto von der Kreuzaufstellung in der Mittelbayerischen Zeitung vom 23. April 2009. Das von Pfarrer Andreas Schlagenhaufer geweihte Kruzifix stand eine Woche lang.31. Dezember 1985: Segnung des Holzkreuzes und Jahresschlussandacht mit Prof. Norbert Brox (siehe Kultur gegen die WAA) Bei der Räumung des Hüttendorfes am 7. Januar 1986 wurde es von der Polizei abgesägt und weggetragen. Ein Polizeipfarrer entweihte zuvor das Kreuz und beaufsichtigte seinen würdevollen Transport.Stefan Preisl - Interview 2015 auf HdBG Die kurz darauf zurückgegebene Christusfigur wurde von Demonstranten zum Franziskus-Marterl gebracht und dort aufgestellt. In der Nacht zum 20. Februar 1986 verschwand die Christusfigur. Nur die abgebrochenen Hände blieben zurück.Bischof für wen? Die Amtskirche hatte es schwer mit WAA-Gegnern in den eigenen Reihen (PDF; 3,4 MB) - (Bund Naturschutz - Mittelbayerische Zeitung vom Juli 1989, S. 31 f.)Das Kreuz von Wackersdorf. Chrismon, August 2011.
Kreuz von Wackersdorf mini|Kreuz von Wackersdorf Als Preisl im Februar 1986 erfuhr, dass seine Christusfigur vom Baum gerissen wurde, begann er ein neues mächtigeres Kreuz zu fertigen. Man sollte das neue tonnenschwere Kreuz nicht so problemlos mitnehmen und verschwinden lassen können.Stefan Preisl - Interview 2015 auf HdBG Er kaufte wuchtige Bildhauerblöcke aus Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) und leimte sie zusammen. Bis Ostern arbeitete Preisl im Garten seines Elternhauses. Die zweite Christusfigur wurde deutlich größer und schwerer als ihre Vorgängerin. Ein befreundeter Zimmermann konstruierte derweil das Holzkreuz für den Korpus. Mit einem Tieflader wurde das Kreuz zum Franziskus-Marterl gebracht, wo Stahlarbeiter der Maxhütte eiserne Halterungen errichtet hatten. Mit Stahlseilen richteten fünfzig Männer das gewaltige Kruzifix auf.Erfolgsmodell Wackersdorf - Die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage entfachte einen unerhörten Bürgerprotest. Vor genau 25 Jahren wurde der Baustopp verfügt in: Die Welt vom 1. Juni 2014 Am Ostersonntag 1986, an dem 100.000 Menschen beim Ostermarsch in Wackersdorf demonstrierten, stand das sieben Meter hohe Kruzifix neben dem Franziskus-Marterl.Das Kreuz von Wackersdorf - Zigtausende Menschen demonstrierten 1986 gegen die atomare Aufbereitungsanlage Wackersdorf, unter ihnen sehr viele Christen: Ihr Kruzifix im Hüttendorf wurde zu einem umstrittenen Symbol (PDF; 1,8 MB) Julius Schophoff in: Chrismon, August 2011, S. 68f.Das war Wackersdorf. Dokumentation der Mittelbayerischen Zeitung (PDF) – bei Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND). Die Mitglieder der Marterlgemeinde bauten eine runde Bedachung über das Kreuz und sorgen bis heute für dessen Erhalt.Bild: „Kreuz von Wackersdorf“ in: Mittelbayerische Zeitung (MZ), S. 4 auf Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND).
Künstler – Stefan Preisl Stefan Preisl (* 1956) absolvierte ab 1976 eine Ausbildung zum Holzbildhauer und ist seit 1981 als freischaffender Bildhauer in seiner Heimatstadt Burglengenfeld tätig.Bildhauer Stefan Preisl - persönliche Seite Von Beginn an beteiligte er sich an den Widerstandsaktionen gegen die WAA in Wackersdorf. Später arbeitete Preisl auch als Baumpfleger und Baumkletterer.Stefan Preisl aus Burglengenfeld und seine alles andere als hölzerne Leidenschaft: Holzbildhauer und Gipfelstürmer. In: Oberpfalznetz (Onetz) vom 13. Juni 2008.Kunstleidenschaft: Holz-Künstler feilt an seinen Hobbys - Stefan Preisl kletterte in Burglengenfeld jahrzehntelang auf Bäume. Nun konzentriert er sich wieder auf die Bildhauerei. in: Mittelbayerische Zeitung (MZ) vom 6. März 2021. 2003 schuf Preisl mit der Künstlergruppe „Dünger“ den Burglengenfelder Kunstwaldgarten, eine ganzjährige Open-Air-Kunstausstellung.Kunstwaldgarten im Raffa auf Landkreis Schwandorf. Abenteuer im Kunstwaldgarten auf Oberpfalz TV (OTV) vom 17. August 2020.
Dokumentationen Zeitzeugen-Interviews mit dem Künstler Stefan Preisl (HdBG 2015) Errichtung des Holzkreuzes mit der von ihm geschnitzten Christusfigur im Wackersdorfer Hüttendorf und die Abnahme durch die Polizei bei der Räumung.Stefan Preisl - Interview 1 auf HdBG Anfertigung und Errichtung der zweiten Christusfigur aus Holz der Weymouth-Kiefer (Pinus strobus), die bis heute am Franziskus-Marterl im Taxölderner Forst, östlich von Wackersdorf zu sehen ist.Stefan Preisl - Interview 2 auf HdBG Gewalt der Demonstranten, vor allem gegen Sachen, Gewaltanwendung der Polizei, insbesondere durch die Berliner Spezialeinheit in Wackersdorf.Stefan Preisl - Interview 3 auf HdBG Mentalität der Demonstranten gegen die WAA Wackersdorf, die den Gedanken an einen möglichen Misserfolg gar nicht erst zuließ.Stefan Preisl - Interview 4 auf HdBG Einsatz von Wasserwerfern, CN-/CS-Gas und Gewalt durch die Polizei in Wackersdorf, was zu einer Radikalisierung der Bevölkerung führte.Stefan Preisl - Interview 5 auf HdBG
Schutzgebiete Das Ensemble, im Wesentlichen bestehend aus Franziskus-Marterl, (zweites) Kreuz von Wackersdorf, Kreuzweg von Wackersdorf nach Gorleben, Gedenktafel Zum Dank für das Aus der WAA, WAA-NEIN-Herz am Marterl-Kreuz und weiteren Gegenständen, ist auf Grundstück mit der Flurstücknummer 368/63 in der Gemarkung (094932) Altenschwand platziert.Naturpark Oberer Bayerischer Wald. In: Regierung der Oberpfalz, abgerufen am 14. März 2026. Mitglieder im Naturpark. In: Naturpark Oberer Bayerischer Wald, abgerufen am 14. März 2026. Die in der Gemeinde Bodenwöhr gelegene Fläche ist dem Geltungsbereich der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Oberer Bayerischer Wald zugeordnet. Gleichzeitig ist die Gemeinde Bodenwöhr, wie auch Bruck in der Oberpfalz, Nittenau und sämtliche 39 Gemeinden im Landkreis Cham, Mitglied im Naturpark Oberer Bayerischer Wald (Dachverband), Teilbereich des Vereins Naturpark Vorderer Bayerischer Wald e. V., der die Gemeinden des Altlandkreises Roding umfasst.Landschaftsschutzgebiete im Regierungsbezirk Oberpfalz. In: Regierung der Oberpfalz, abgerufen am 14. März 2026. Landschaftsschutzgebiet "Oberer Bayerischer Wald". In: Landkreis Cham - Beste Aussichten, Bayern, abgerufen am 14. März 2026. Die digitalen Abgrenzungen der genannten naturschutzrechtlichen Schutzgebiete sind in den Online-Kartendiensten BayernAtlas und UmweltAtlas Bayern dargestellt. Geodatenmanagement BayernAtlas. Von: Bayerisches Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (BayLfDBV), abgerufen am 14. März 2026. UmweltAtlas Bayern. Von: Bayerisches Landesamt für Umwelt (BayLfU), Darstellung raum- und ortsbezogener Umweltdaten, abgerufen am 14. März 2026.
Siehe auch Liste der Denkmäler zur Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf
Weblinks Commons: Kreuz von Wackersdorf – Sammlung von Bildern Julius Schophoff: Das Kreuz von Wackersdorf (PDF; 1,8 MB) in: Chrismon, August 2011, S. 68–69 Das Kreuz von Wackersdorf. in: Chrismon, August 2011 Katja Auer: Als die Bürger über die Politik siegten in: Die Welt vom 31. Mai 2014
Einzelnachweise
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