mini|Übersetzungen der Göttlichen Komödie in 284 Ausgaben in 49 Sprachen und 22 Dialekten, welche der Casa di Dante in Florenz 2020 durch eine Schenkung des ehemaligen italienischen Ermittlungsrichters Giuliano Turone (Dante poliglotta) vermacht wurden. Die Exponate befinden sich in Raum Nr. 7 auf der 2. Etage. Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri ist ein episches Gedicht in italienischer Sprache, das zwischen 1308 und 1321 geschrieben wurdeDas Jahr, in dem Dante mit der Niederschrift der Komödie begann, lässt sich nicht genau bestimmen, weshalb wir auf das zurückgreifen müssen, was über sein Leben und die inneren Elemente seines Werkes bekannt ist. Zwischen den beiden heute als wahrscheinlichsten angesehenen Daten, 1304 und 1306–1307, scheint letzteres seit 1304 am überzeugendsten zu sein. Im Jahr 1306 war Dante damit beschäftigt, zwei weitere Werke zu schreiben (De vugari eloquentia und Convivio), die dann unterbrochen wurden, als die Beschäftigung mit der Komödie begann. Aufgrund einiger historischer Hinweise in der ersten Cantica (Inferno) ist es wahrscheinlich, dass die Hölle im Jahr 1309 geschrieben wurde, während wir aufgrund anderer historischer Informationen in der zweiten davon ausgehen können, dass das Fegefeuer zwischen 1313 und 1314 fertiggestellt wurde. Im Jahr 1316 widmete Dante Cangrande della Scala den ersten Gesang des Paradieses, dessen Niederschrift ihn bis zu seinen letzten Lebensjahren beschäftigen sollte. Quelle: Data di composizione auf der Website des Museo Casa di Dante in Florenz, abgerufen am 16. Februar 2025. und die Reise seines Autors durch das christliche Leben nach dem Tod beschreibt.Grace Delmolino, Dante Alighieri: A Chronology. Digital Dante. New York, NY: Columbia University Libraries, 2017, abgerufen am 16. Februar 2025. Die drei CanticheAus dem Lateinischen abgeleitete Bezeichnung für die drei Teile der Göttlichen Komödie. Die Singularform ist cantica. des Gedichts, Inferno, Purgatorio und Paradiso, beschreiben jeweils die Hölle, den Läuterungsberg (auch als Fegefeuer betitelt) und das Paradies. Das Gedicht gilt als eines der größten Werke der WeltliteraturBloom, Harold (1994). The Western Canon: the Books and School of the Ages (1st ed.). New York: Harcourt Brace. ISBN 0-15-195747-9. OCLC 29637737. und trug dazu bei, Dantes toskanischen Dialekt als Standardform der italienischen Sprache zu etablieren."Der florentinische Dialekt, wie wir ihn aus der 'Divina Commedia' kennen, wurde zur Grundlage einer literarischen Standardsprache, zum Teil, weil dieser Dialekt im 14. Jahrhundert von hervorragenden Autoren verwendet wurde, zum Teil weil Florenz dmals ein hohes politisches, wirtschaftliches und kulturelles Prestige genoß, zum Teil vielleicht auch weil die toskanischen Dialekte nicht nur geographisch, sondern auch sprachlich eine Mittelstellung zwischen Nord und Süd einnahmen." In: Anna Laura Lepschy, Giulio Lepschy: Die italienische Sprache. Tübingen: Francke Verlag. 1986. ISBN 3-7720-1722-3 (Uni-Taschenbücher UTB; 1371), S. 18. Außerdem unterhielt Florenz aufgrund seiner Bankgeschäfte und seiner Handelsbeziehungen zu allen Städten italiens und weit darüber hinaus ein dichtes Netzwerk von engen Beziehungen, die überwiegend im toskanischen Dialekt geführt wurden. Toskanisch war damals das, was heute Englisch ist: die Standardsprache der Banker, der Händler, der Industriellen (Manufakturen) und der Diplomaten (auch die Botschafter Mailands berichteten auf toskanisch). Damals sind über das Toskanische Begriffe wie Bank, Konto, disagio, brutto, netto, Bilanz, Profit, Saldo, Börse, Diskont, Kasse, Kredit, Risiko, Porto über die Alpen gewandert, auch in den deutschsprachigen Raum. (Information von Rudolf Adam vom 16. Februar 2025.) Es wurde über 400 mal in mindestens 52 verschiedene Sprachen und Dialekte übersetzt. Nach einer globalen Erhebung aus dem Jahr 2022 wurde die gesamte Commedia 474 mal übersetzt, wobei fast die Hälfte auf die Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch entfällt.Jacob Blakesley (2022): The Global Popularity of Dante’s ‘Divina Commedia’: Translations, Libraries, Wikipedia, in: Bibliotheca Dantesca: Journal of Dante Studies: Volume 5, Issue 1, S. 4. Der italienische Ermittlungsrichter Giuliano Turone stiftete seine Sammlung von Übersetzungen der Göttlichen Komödie (284 Ausgaben in 49 Sprachen und 22 Dialekten) 2020 dem Museo Casa di Dante in Florenz. Sie wird im Saal Nr. 7 auf der 2. Etage ausgestellt.Quelle: Museo Casa di Dante, abgerufen am 27. Mai 2025.
Obwohl im deutschen Sprachraum Johann Jakob Bodmer bereits 1736 im Brief-Wechsel von der Natur des Poetischen Geschmacks die Ugolino-Episode aus Inferno XXXIII erwähnte,Brief-Wechsel von der Natur des Poetischen Geschmackes. Dazu kömmt eine Untersuchung wie ferne das Erhabene im Trauerspiele Statt und Platz haben könne; wie auch von der Poetischen Gerechtigkeit. Zürich, Bey Conrad Orell, und Comp. 1736, S. 50-51. Digitalisat: ZentralbibliothekZürich, IV N 1420Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie. Teilübersetzungen von Johann Jakob Bodmer. Der Hungerthurn in Pisa - Ein Trauerspiel (1769) dauerte es noch weitere drei Jahrzehnte, bis Leberecht Bachenschwanz 1767–69 die erste vollständige deutsche Übersetzung der Göttlichen Komödie auf eigene Rechnung veröffentlichte. Seither wurden über 50 vollständige Übersetzungen sowie unzählige Teilübersetzungen publiziert.Auf der Website der Deutschen Dante-Gesellschaft sind 55 Gesamtübersetzungen der Göttlichen Komödie aufgeführt (Stand: Februar 2025), wobei die beiden Versionen von Richard Zoozmann separat aufgeführt sind, und die Teilübersetzungen von Konrad zu Putlitz (Inferno und Purgatorio) und Hertha Federmann (Paradiso) als eine Gesamtübersetzung eingestuft werden. Zudem fehlen einige Gesamtübersetzungen oder werden ausserhalb der Liste geführt. Abgerufen am 16. Februar 2025.
Die in den nachfolgenden Listen aufgeführten Titel basieren u. a. auf folgenden Dante-Bibliografien: Julius Petzholdt: Versuch einer Dante-Bibliographie von 1865 an. Druck von Blochmann & Sohn. Dresden 1868. Julius Petzholdt: Nachtrag zum Versuch einer Dante-Bibliographie von 1865 an. Aus dem Neuen Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft, August bis September 1869. Julius Petzholdt: Bibliographia Dantea ab anno MDCCCLXV. inchoata. Dresden 1872. Giovanni Andrea Scartazzini: Dante in Germania. Parte seconda. Bibliografia dantesca alfabetica e sistematica. Ulrico Hoepli, Milano/Napoli/Pisa 1883. Guglielmo Locella: Zur deutschen Dante-Litteratur mit besonderer Berücksichtigung der Übersetzungen von Dantes Göttlicher Komödie. Druck und Verlag von B. G. Teubner, Leipzig 1889. Richard Zoozmann: Dante in Deutschland. In: Dantes Werke. Das neue Leben - Die Göttliche Komödie. (u. a.) mit einer Bibliographie: Dante in Deutschland, Proben von 52 deutschen Übersetzungen. Max Hesses Verlag, Leipzig 1909, S. 1–44. Richard Zoozmann: Zur Deutschen Dante-Bibliographie. In: Deutsches Dante-Jahrbuch, Achter Band, Böhlau, Weimar 1924, S. 175-184. Theodor Ostermann: Dante in Deutschland. Bibliographie der deutschen Dante-Literatur 1416ꟷ1927, Carl Winters Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1929. Theodor Ostermann: Bibliographie der deutschen Dante-Literatur 1928–1930. In: Deutsches Dante-Jahrbuch, Bd. 17 (1935), S. 102–186. Werner P. Friederich: Dante's Fame Abroad 1350 - 1850. Dante's Fame, Abroad. 1350-1850. The Influence of Dante Alighieri on the Poets and Scholars of Spain, France, England, Germany, Switzerland and the United States. Edizioni di storia e letteratura, Roma 1950. Marcella Roddewig: Kurzbibliographie der deutschen Ausgaben und Übersetzungen von Dantes Werken im 20. Jahrhundert (1900-1990). In: Deutsches Dante-Jahrbuch, Band 66, Nr. 1, 1991, S. 185-196. Volker Kopp und Frank-Rutger Hausmann: Bibliographie der deutschen Übersetzungen aus dem Italienischen 1730 – 1990, Band 2,1, A – Goldoni. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004. Heinz-Willi Wittschier: Dantes Divina Commedia - Einführung und Handbuch. Peter Lang, Frankfurt a. M. 2004.
Quervergleiche verschiedener Übersetzungen wurden u. a. in folgenden Publikationen gemacht: Dante's Göttliche Komödie und ihre Übersetzungen. Der fünfte Gesang der Hölle in zwei und zwanzig Übersetzungen seit 1763 bis 1865. Zusammengestellt von Reinhold Köhler. Weimar: Hermann Böhlau, 1865. Richard Zoozmann: Dante in Deutschland. In: Dantes Werke. Das neue Leben - Die Göttliche Komödie. (u. a.) mit einer Bibliographie: Dante in Deutschland, Proben von 52 deutschen Übersetzungen. Max Hesses Verlag, Leipzig 1909, S. 62-132. Die Verse 97-142 des fünften Höllengesanges im Urtext und in den Übersetzungen von Richard Zoozmann. In: Deutsches Dante-Jahrbuch, Achter Band, Böhlau, Weimar 1924, S. 185-275. Weitere Übersetzungen der Verse 97-142 des fünften Höllengesangs und Proben von Kömödie-Übersetzern, die den fünften Höllengesang nicht nachgedichtet haben. In: Deutsches Dante-Jahrbuch. Neunter Band. Verlag der Deutschen Dante-Gesellschaft in Kommission bei R. Wagner Sohn, Weimar 1925. S. 122-125 und S. 126-141. La Commedia Colorata - Farbcodierung als Hilfsmittel für die Überprüfung der Übersetzungsqualität am Beispiel ausgewählter deutscher Übersetzungen der Göttlichen Komödie aus zweieinhalb Jahrhunderten, Elsa Verlag 2022.
Digitalisate sind in der Bayerischen Staatsbibliothek (MDZ) und anderen Instituten verfügbar (HAAB Weimar, USB Köln, SLUB Dresden, Google Books, HathiTrust, Internet Archive u. a.).
Vollständige Übersetzungen Erscheinungsjahr(e) Übersetzer(in) Nationalität Berufliche Tätigkeit(en) Verlag, Erscheinungsort Form Ausstattung, Buchschmuck, Paratext Digitalisate 1767 (Inferno) 1768 (Purgatorio) 1769 (Paradiso) Leberecht Bachenschwanz (1729–1802) Deutschland Schriftsteller, Übersetzer Selbstverlag Prosa Widmungen, Privileg, Vorberichte des Übersetzers, Anmerkungen, Vignetten Von der Hölle (1767, 2. Auflage), MDZ Von dem Fegfeuer (1768), MDZ Von dem Paradiese (1769), MDZ 1809 (August Bode, Ludwig Hain, Karl Ludwig Kannegießer) 1. Ausgabe 1814 (Inferno, Purgatorio) 1. Ausgabe 1821 (Paradiso) 2. sehr veränderte Ausgabe 1825 3. sehr veränderte Ausgabe 1832 4. sehr veränderte Ausgabe 1843 5. umgearbeitete Ausgabe, hrsg. von Karl Witte 1873 Karl Ludwig Kannegießer (1781–1861) Deutschland Gymnasialdirektor, Schriftsteller, Romanist, Anglist, Literaturwissenschaftler, Dramatiker, Lyriker F. A. Brockhaus, Leipzig Christian Friedrich Schade, Wien (1. Ausgabe) Inferno in Terzinen mit weiblichen Reimen, Purgatorio und Paradiso mit männlichen Versen untermischt (2. Ausgabe) Terzinen mit hauptsächlich weiblichen Reimen (3. Ausgabe) Terzinen mit weiblichen und männlichen Reimen, diese jetzt häufiger geschmischt (4. Ausgabe) Keine wesentlichen Änderungen zur dritten Ausgabe (5. Ausgabe) Durchgereimt in beliebig wechselnden männlich und weiblich ausklingenden Terzinen. Kannegießer hat also drei selbständige Übertragungen geliefert. Vorrede, Einleitung, Rubriken, Anmerkungen 1809 (Inferno von Bode, Hain, Kannegießer) MDZ 1814 (1. Ausgabe Inferno), SLUB 1814 (1. Ausgabe Purgatorio), MDZ 1821 (1. Ausgabe Paradiso), MDZ 1825 (2. Ausgabe Inferno), MDZ 1825 (2. Ausgabe Purgatorio), MDZ 1825 (2. Ausgabe Paradiso), MDZ 1832 (3. Ausgabe Inferno) MDZ 1832 (3. Ausgabe Purgatorio), MDZ 1832 (3. Ausgabe Paradiso), MDZ 1843 (4. Ausgabe Inferno), MDZ 1843 (4. Ausgabe Purgatorio), MDZ 1843 (4. Ausgabe Paradiso), MDZ 1873 (5. Ausgabe Commedia), HAAB 1873 (5. Ausgabe Inferno), HAAB 1873 (5. Ausgabe Purgatorio), HAAB 1873 (5. Ausgabe Paradiso), HAAB 1824 (Inferno) 1825 (Purgatorio) 1826 (Paradiso) 1834 (2. verbesserte Ausgabe) 1840 (Ausgabe letzter Hand) 1871