Giuseppe Gaggini (* 25. April 1791 in Genua; † 2. Mai 1867 ebenda) war ein italienischer Bildhauer.

Leben Giuseppe Gaggini wurde 1791 als Sohn des Bildhauers Bernardo Gaggini und der Geronima Daneri in Genua geboren. Im Alter von zwölf Jahren wurde er Schüler von Nicolò Traverso und studierte anschließend an der Accademia Ligustica di Belle Arti, wo er 1815 seinen ersten Preis, eine Silbermedaille für die Kopie einer Herkulesstatue, gewann. 1813 erhielt er einen von Antonio Canova gestifteten Preis für junge Bildhauer. Um 1814 studierte er an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand bei Gaetano Matteo Monti. Nach Genua zurückgekehrt wurde er 1815 als einer von fünf Studenten der Akademie ausgewählt, um sich in Rom weiterzubilden. Dort studierte er bei Antonio Canova und wurde auch von Bertel Thorvaldsen stark beeinflusst. In Rom hielt er Kontakt zu seiner Heimatstadt und der Accademia Ligustica und schickte Werke zu Ausstellungen. Zurück in Genua förderte ihn der Marquis Marcello Durazzo, für den er etliche Skulpturen schuf.

1830 wurde er zum Leiter der Bildhauerschule an der Accademia Ligustica ernannt. 1837 wurde er von Karl Albert nach Turin berufen, wo er die Leitung der Bildhauerarbeiten in den königlichen Schlössern des Hauses Savoyen übernahm. 1841 wurde er zum Hofbildhauer und zum Professor an der Accademia Albertina ernannt, 1842 zum Ehrenmitglied der Akademie. Während seiner Zeit im Piemont pflegte er weiterhin Beziehungen zu Genua und schuf unter anderem Grabmäler für den Monumentalfriedhof Staglieno. Die letzten Lebensjahre verbrachte er im Haus seines Neffen und Schülers Bernardo Gaggini.

Gaggini gilt als einer der Hauptvertreter des Klassizismus. Er erhielt zahlreiche Aufträge und schuf Statuen, Büsten, Reliefs, Grabmäler und dekorative Plastik. Einer der berühmtesten Bildhauer seiner Zeit, geriet er gegen Ende seines Lebens rasch in Vergessenheit. Gaggini war auch ein einflussreicher Lehrer, zu seinen Schülern zählen unter anderem Santo Saccomanno und Santo Varni.

Auszeichnungen Ehrenmitglied der Accademia Ligustica di Belle Arti, 1830 Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus (Ritter), 1842 Ehrenmitglied der Accademia di Belle Arti di Brera, 1844

Werke mini|Genius der Harmonie auf dem Teatro Carlo Felice in Genua (1829) mini|hochkant|Denkmal für Thomas von Savoyen im Turiner Dom (1849) zwei Engel auf dem Altar der Imperiale-Lercari-Kapelle der Kathedrale von Genua, 1821 Grabmal für Clelietta Durazzo, Kirche San Bartolomeo degli Armeni, Genua, um 1822 Büsten von Marcello Durazzo und Camilla De Mari Durazzo, Villa dello Zerbino, Genua, um 1822 Büste Pius’ VII. im bischöflichen Palais, Savona, 1823 Büste Nicolò Traversos, Accademia Ligustica, 1823 Statuen der hll. Anna und Joachim am Hochaltar, Nostra Signora dell'Acquasanta, Genua, 1824 Statue des Wohltäters Giuseppe Doria, Ospedale di Pammatone, Genua, 1826 Genius der Harmonie am Akroterion, Teatro Carlo Felice, Genua, 1829 Statue des Wohltäters Giuseppe Gandolfo, Albergo dei Poveri, Genua, 1829 Fries Triumph des Marcellus in der Rotunde der Accademia Ligustica, 1830 (ausgeführt von Santo Varni; nach 1900 abgenommen und eingelagert) Dekorationsplastik und Reliefs im Saal, Palazzo Doria Tursi, Genua, um 1830 Fuente de los Leones, Havanna, Kuba 1836Giuseppe Gaggini: Pionero de la Escultura Italiana en Cuba. Ar'karStudios, 12. Januar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025 Fuente de la India, Havanna, Kuba, 1837 Statuen der zwölf Apostel, Castello di Pollenzo, um 1840 Marmorstatue der Pomona für den Speisesaal, Alabaster-Flachreliefs mit den Taten Alexanders des Großen und dem Triumph des Paulus Aemilius, Castello di Racconigi, um 1840 Statuen der hll. Ignatius und Franziskus, königliche Kapelle, Racconigi, um 1840 Grabdenkmal für Ignacio Fletes, Tepic, Mexiko, um 1842 Statue der Diana, Königlicher Palast, Turin, 1844 Altar, Pfarrkirche von Torre Pellice, 1845 Denkmal des Prinzen Thomas von Savoyen in der Grabtuchkapelle im Turiner Dom, 1849 Grabdenkmäler der Familie Solei und des Marquis Felice di San Tommaso, Cimitero monumentale di Torino, um 1850 Denkmal für Viktor Emanuel I., Piazza Gran Madre di Dio, Turin (ursprünglich für Genua bestimmt), um 1850 Grabmal für Sebastiano Balduino, Monumentalfriedhof Staglieno, Genua, 1853 Statue der Nautik und vorderes Relief (Disput von Salamanca) am Kolumbusdenkmal in Genua, 1862

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Genua) Kategorie:Bildender Künstler (Turin) Kategorie:Bildhauer des Klassizismus Kategorie:Hofbildhauer Kategorie:Träger des Ordens der hl. Mauritius und Lazarus (Ritter) Kategorie:Person (Sardinien-Piemont) Kategorie:Geboren 1791 Kategorie:Gestorben 1867 Kategorie:Mann