Heinrich Ferdinand Wilhelm von Nickisch und Roseneck (auch Nickisch von Rosenegk; geb. 24. April 1736 in Groß Krutschen, Herzogtum Schlesien; gest. 4. November 1801 in Mühlrädlitz, Kreis Lüben, Provinz Schlesien) war ein preußischer Landrat und Landschaftsdirektor.Emil Freiherr von Richthofen: Geschichte der Familie Praetorius von Richthofen. Band 1, Druck und Verlag E. Baensch jun., Magdeburg 1884, S. 455 f.Siehe Literatur: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 574 f.

Herkunft Heinrich Ferdinand Wilhelm von Nickisch und Roseneck war der Sohn von Sylvius Ferdinand von Nickisch (1710–1748), Erbherr auf Konradswaldau und Landesdeputierter in Oels und dessen Ehefrau Barbara Henriette (1716–1761), geborene Freiin von Kottwitz.

Werdegang Heinrich Ferdinand besuchte zunächst von 1753 bis 1756 die Ritterakademie Liegnitz, bevor er sich 1756 für ein Jahr an der Universität Halle für ein Studium der Rechte, der Weltweisheit und der Geschichte einschrieb. Nach Ende des Studiums wandte er sich der Landwirtschaft zu. 1760 wurde er Kreisdeputierter und im Februar 1764 trat er die Nachfolge von Hans Friedrich Gottlob von Kreckwitz als Landrat des Kreises Lüben an. Von 1770 bis 1775 amtierte er als Landschaftsdirektor in den Fürstentümern Liegnitz und Wohlau. Im Jahr 1795 wurde er auf seinen Wunsch hin vom Amt als Landrat des Kreises Lüben verabschiedet, sein Nachfolger wurde Carl George Friedrich von Seidl.

Persönliches Heinrich Ferdinand Wilhelm von Nickisch und Roseneck war Erbherr auf Mühlrädlitz und Kuchelberg im Herzogtum Liegnitz. Er war seit dem 13. August 1758 in Heinersdorf mit Johanna Eleonore Ernestine (1737–1817), einer Tochter des Diprand Oswald von Richthofen (1712–1761) zu Schloss Heinersdorf und der Kunigunde Juliane (1709–1746), geb. von Heintze und Weißenrode, verheiratet. Der gemeinsame Sohn Ernst Heinrich Gottlieb von Nickisch und Roseneck war von 1800 bis 1821 ebenfalls Landrat des Kreises Lüben.

Johanna Eleonore Ernestine von Richthofen war seit dem 21. Juli 1758 Besitzerin des von ihrem Vater im Jahr 1747 erworbenen Gutes Mühlrädlitz im Wert 33.600 Talern.

Literatur Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 686. Hans Jessen: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Band XVIII-Universität Breslau, In: Göttinger Arbeitskreis. Nr. 411, Duncker & Humblot, Berlin 1973, ISBN 3-428-03053-2, S. 79. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 574 f. Beyträge zur Beschreibung von Schlesien. Band 8, Verlag Johann Ernst Tramp, Brieg 1789, S. 238. Nr. 44.

Einzelnachweise

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