Am Schauplatz ist eine Reportagereihe im ORF. Sie zeigt Sozialreportagen, ungewöhnliche Lebensgeschichten und Milieustudien aus dem Alltag. Die Sendung wurde von Peter Resetarits und Christian Schüller ins Leben gerufen und am 7. März 1995 zum ersten Mal ausgestrahlt.
Gestalter Zum aktuellen Schauplatz-Team gehören die Reporter Beate Haselmayer, Nicole Kampl, Kim Kadlec, Gudrun Kampelmüller, Julia Kovarik, Tiba Marchetti, Ed Moschitz und Nora Zoglauer. Die Sendungsverantwortung liegt bei Klaus Dutzler, die Produzentin ist Nina Scherlofsky.
Der Dienstvertrag mit „Am Schauplatz“-Redakteur Robert Gordon wurde im August 2025 nach dem Vorwurf des Antisemitismus beendet.
Sendungsprofil Ungerechtigkeiten, Alltagssorgen und Alltagskonflikte: Darum geht es bei „Am Schauplatz“ bis heute. Oft fliegen die Fetzen, oft fließen Tränen. Die Idee ist bis heute: Menschen, die in Medien sonst eher weniger zu Wort kommen, reden zu lassen, Mut zu haben Bilder und Szenen unkommentiert zu zeigen, um eine möglichst unverfälschte Lebensrealität einzufangen. Damit wurde „Am Schauplatz“ zu einer der meistausgezeichneten Sendungen des ORF.
Auszeichnungen Die Sendung und deren Gestalter wurden mehrmals mit Auszeichnungen geehrt: 1995: Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus für Peter Resetarits, für die erste Am Schauplatz-Reportage Der Hausherr über die Machenschaften eines Wiener Immobilienhändlers 1996: Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung für Peter Resetarits und Christian Schüller 2000: Romy-Spezialpreis der Jury für Peter Resetarits 2002: Concordia-Preis in der Kategorie Menschenrechte für Antonia Rados 2003: Prof.-Claus-Gatterer-Preis für Robert Gordon (Am Schauplatz- bzw. Am Schauplatz nachgefragt-Reportagen Alles für die Firma. Die beiden Sendungen wurden am 2. April 2002 bzw. 14. Jänner 2003 ausgestrahlt und beschäftigten sich mit den Gefahren von Asbest, dem Eternit-Arbeiter in Vöcklabruck ausgesetzt waren) 2004: Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnenpreis für Redakteur Ed Moschitz 2004: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Peter Liska (Reportage Helfer in Not) 2005: Medienpreis Davos für Ed Moschitz (Reportage Restlesser) 2010: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Ed Moschitz (Reportage Am rechten Rand, s. u.) 2010: Journalismuspreis von unten für Beate Haselmayer für „Mütter ohne Geld“. 2011: Hilfswerk-Journalistenpreis für Julia Kovarik und Ed Moschitz (Reportage Die Angstmacher) 2011: Journalismuspreis von unten für Beate Haselmayer für „Nur ein Bett“. 2012: Hilfswerk-Journalistenpreis für Julia Kovarik (Reportage Ärger im Paradies) 2014: Leopold Ungar Journalistinnenpreis für Beate Haselmayer, Anerkennungspreis für „Elende Quartiere“. 2015: Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnenpreis an Mirjam Unger für Armut ist kein Kinderspielorf.at - Prälat-Leopold-Ungar-Preis an ORF.at-Journalisten. Artikel vom 5. November 2015, abgerufen am 5. November 2015. 2016: Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis für Julia Kovarik und Alexandra Augustin (Reportage Kampf im Park) 2016: Prälat-Ungar-Anerkennungspreis für Robert Gordon Julia Kovarik (Die letzten Arbeiter) 2017: Claus-Gatterer-Preis an Nora Zoglauer 2017: WINFRA-Preis an Nina Horowitz (Voller Dreck) 2017: Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis in der Kategorie Fernsehen an Nina Horowitz (Voller Dreck) 2017 TV-Preis der Armutskonferenz für Kim Kadlec (Millionen mit dem Wohnen) 2018 Preis der Österreichischen Ärztekammer an Tina-Schmidt-Labenbacher (Landarzt gesucht) 2018: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung 2017 an Sendungsverantwortliche Heidi Lacknerorf.at: ORF-Siegeszug bei Fernsehpreis der Erwachsenenbildung. Artikel vom 21. Juni 2018, abgerufen am 21. Juni 2018. 2018: Dr. Karl Renner-Preis an Kim Kadlec und Max Nichols (Chakra mit Gewerbeschein) 2018: Fernsehpreis der Armutskonferenz an Beate Haselmayer (Besser als die Straße) 2018: Österreichischer Umweltjournalismuspreis an Beate Haselmayer und Klaus Dutzler (Der hohe Preis vom Billigfleisch) 2019: Seniorenrose des österreichischen Journalistenclubs an Julia Kovarik für „Auf dem Abstellgleis“ 2022: Fernsehpreis der Erwachsenenbildung an Julia Kovarik für "„iemand soll es wissen“. 2022: Pressepreis der Wiener Ärztekammer an Nicole Kampl für „Beklatscht, bedroht, ausgebrannt“. 2023: Humanitätspreis des Roten Kreuz für humanitäres Engagement in der Berichterstattung an Julia Kovarik 2024: Concordia-Preis für Menschenrechte an Nicole Kampl für „Woher kommt der Hass?“. 2023: Prälat Leopold Ungar Preis in der Kategorie TV an Nora Zoglauer für ihren Beitrag „Weiblich, obdachlos, unsichtbar“ 2025: Robert Hochner Preis an Nora Zoglauer für Berichte über fragwürdige Immobiliengeschäfte 2026: Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis an Tiba Marchetti für ihre Reportagen für die Sendung
Kontroverse um Neonazi-Reportage Im März 2010 produzierte der ORF eine von Ed Moschitz geführte Schauplatz-Folge über zwei jugendliche Rechtsextremisten aus Wien-Favoriten. Im Rahmen der Dreharbeiten besuchten die Jugendlichen am 12. März 2010 in Wiener Neustadt die Endkundgebung zu den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 des rechtspopulistischen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Nachdem die Jugendlichen ein Autogramm von Strache erhalten hatten, soll laut Strache der Satz „Sieg Heil“ oder „Heil Hitler“ gefallen sein. Daraufhin zeigte Strache den ORF wegen Anstiftung zur nationalsozialistischen Wiederbetätigung an. Einige Tage später spielte der ORF das Original-Drehmaterial der Staatsanwaltschaft und einigen Pressevertretern vor. Die behaupteten Aussagen waren auf dem Material jedoch nicht zu hören.
Am 25. März 2010 strahlte der ORF die Sendung aus aktuellem Anlass aus. Anschließend war eine Spezialfolge von Club 2 zu sehen. Zu Gast waren unter anderem Heinz-Christian Strache, ORF-Redaktionschef Johannes Fischer, ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf und der Verfassungsjurist Heinz Mayer. In der Diskussion warf Strache dem ORF vor, sein Drehmaterial manipuliert zu haben, indem die nationalsozialistischen Parolen entfernt worden seien. Er behauptete außerdem, dass die beiden Jugendlichen ausschließlich auf Wunsch des ORF bei seiner Veranstaltung gewesen seien, weil der Sender für seine Reportage gezielt eine Eskalation vor laufender Kamera inszenieren wollte. Dies belegte er mit Auszügen aus polizeilichen Vernehmungsprotokollen von einem der beiden rechtsradikalen Jugendlichen und einer Zeugin, in denen von einer Zahlung von 80 Euro pro rechtsextreme Parole die Rede war. ORF-Redaktionschef Fischer zitierte seinerseits das polizeiliche Vernehmungsprotokoll des zweiten Jugendlichen, der angab, nichts von derartigen Vereinbarungen zu wissen. In den darauffolgenden Tagen meldeten sich die Jugendlichen in mehreren Zeitungsinterviews zu Wort und behaupteten, dass die von Strache zitierten Aussagen durch starken psychischen Druck bei den Vernehmungen erzwungen worden waren. Des Weiteren wurde ein Video veröffentlicht, das einen der beiden bei einer Veranstaltung Straches im Jahr 2009 zeigte.
Mittlerweile ist das Verfahren gegen Ed Moschitz wegen Anstiftung zur Wiederbetätigung eingestellt worden. Heinz-Christian Strache wurde wegen Falschaussage gegenüber der Staatsanwaltschaft angezeigt.
Im Jahr 2017 wurde die FPÖ aufgrund von Behauptungen, Moschitz hätte junge Skinheads zu "Neonazi-Sagern" angestiftet, letztinstanzlich wegen übler Nachrede und Verletzung der Unschuldsvermutung verurteilt. Moschitz wurde eine Entschädigung von 17.000 Euro zugesprochen.
Ableger Aus den klassischen Am Schauplatz-Reportagen entwickelte sich die Sendung Am Schauplatz Gericht, die am 3. Oktober 1997 Premiere feierte. ; abgerufen am 7. Sep. 2012 Geleitet wird Schauplatz Gericht seit 2025 von Wolfgang Wagner. In der Sendung werden Prozesse und ihre Protagonisten mit der Kamera begleitet. Moderiert wird Schauplatz Gericht von Peter Resetarits. Sender, Termine und Zuseherzahlen Der Schauplatz wurde ursprünglich immer dienstags nach der ZIB 2 gegen 22:30 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Anfang der 2000er wechselte der Sendeplatz auf Freitag 21:20 Uhr. Nach einer Programmreform von Programmdirektorin Kathrin Zechner wanderte der Schauplatz am 17. Jänner 2013 auf Donnerstag Abend, 21:05 Uhr. Vereinzelt werden Ausgaben in unregelmäßigen Abständen auf 3sat ausgestrahlt. Im Jahr 2024 sahen die Reportagesendung durchschnittlich 541.000 Menschen.
Liste der Folgen