Titus Ampius Balbus war ein römischer Politiker und Senator der späten Römischen Republik.

Leben und Politik Der vollständige Name des Ampius lautet Titus Ampius Titi filius Horatia Balbus; sein Vater hieß also ebenfalls Titus Ampius Balbus.Siehe Flavius Josephus, Antiquitates Iudaicae 14,229 und 238 mit Ampius war im Jahre 63 v. Chr. Volkstribun und beantragte zusammen mit seinem Kollegen Titus Labienus im concilium plebis für den noch im östlichen Mittelmeerraum weilenden Pompeius, dass dieser bei Circus-Spielen eine goldene Krone (corona aurea) sowie das Ornat des Triumphators und im Theater ebenfalls eine goldene Krone sowie die toga praetexta tragen dürfe.Velleius Paterculus 2,40,4. Im Jahre 59 v. Chr. amtierte er als Praetor. In den darauffolgenden beiden Jahren war er Prokonsul der Provinz Asia und im Jahre 56 wahrscheinlich Statthalter von Cilicia.Siehe T. Robert S. Broughton: The Magistrates of the Roman Republic 3: Supplement (= Philological Monographs. Band 15,3). 2., erweiterte Auflage. American Philological Association, New York 1986, ISBN 0-89130-811-3, S. 15 mit Diskussion der Quellen und Forschung. 55 v. Chr. kandidierte Ampius erfolglos um das Konsulat.Scholia Bobiensia p. 156 (ed. Thomas Stangl). Vor dem Bürgerkrieg wurde er von Cicero und Pompeius in einem Prozess verteidigtCicero, De legibus 2,6. und kämpfte später auf Seiten des letzteren gegen Caesar. Caesar beschuldigte ihn, den Artemis-Tempel in Ephesos ausgeraubt haben zu wollen.Caesar, De bello civili 3,105,1 f. Nach dem Bürgerkrieg bemühte sich Cicero darum, dass Ampius die Rückkehr nach Rom gestattet werde, was ihm auch gelang, obwohl Gegner des Ampius diesen als „Trompete des Bürgerkrieges“ (tuba belli civilis) bezeichneten.Cicero, Epistulae ad familiares 6,12,3. Der Brief datiert in den August/September 46 v. Chr. Ins Exil war Ampius von seiner Frau Eppuleia und seiner Tochter Ampia begleitet worden.Cicero, Epistulae ad familiares 6,12,3.

Literarisches Werk

Ampius Balbus hat eine Darstellung abgefasst, deren Charakter unbekannt ist.Siehe Christopher Smith: T. Ampius Balbus. In: Tim J. Cornell u. a. (Hrsg.): The Fragments of the Roman Historians. 3 Bände. Oxford University Press, Oxford u. a. 2013, ISBN 978-0-19-927705-6, Bd. 1: S. 354: „It is not clear from the one preserved fragment whether Balbus wrote a narrative history, a series of biographies, or a collection of historical information, e.g. in the manner of Valerius Maximus.“ Aus Ciceros Äußerung in seinem Brief an Ampius lässt sich schließen, dass es um die Schilderung der Taten bekannter Römer ging.Cicero, Epistulae ad familiares 6,12,5. Überliefert ist ein einziges längeres Fragment in der Caesar-Vita Suetons.Sueton, Divus Iulius 77. Demnach soll Caesar gesagt haben: 1. die res publica sei ein Nichts, lediglich eine Bezeichnung ohne Körper und Gestalt (nihil esse rem publicam, appellationem modo sine corpore ac specie); 2. dass Sulla ein politischer Analphabet gewesen sei, weil er die Diktatur niedergelegt habe (Sullam nescisse litteras, qui dictaturam deposuerit); 3. dass die Menschen mit mehr Überlegung mit ihm sprechen und als Gesetz ansehen müssen, was er sage (debere homines consideratius iam loqui secum ac pro legibus habere quae dicat); 4. berichtete Ampius, dass Caesar in seiner Arroganz so weit gegangen sei, dass er gegenüber einem Haruspex, der vermeldete, dass die Eingeweide Schlechtes verhießen, weil das Herz fehle, bemerkte, Eingeweide würden ihm Positives verheißen, wenn er, Caesar, es nur wolle (eoque arrogantiae progressus est, ut haruspice tristia et sine corde exta quondam nuntiante futura diceret laetiora, cum uellet). Die Forschung stellt heraus, dass bei der Interpretation dieser Aussagen Caesars berücksichtigt werden muss, dass Ampius sein Gegner war,Siehe Christopher Smith: T. Ampius Balbus. In: Tim J. Cornell u. a. (Hrsg.): The Fragments of the Roman Historians. 3 Bände. Oxford University Press, Oxford u. a. 2013, ISBN 978-0-19-927705-6, Bd. 3: S. 463; Robert Morstein-Marx: Julius Caesar and the Roman People. Cambridge University Press, Cambridge 2021, ISBN 978-1-108-83784-2, S. 27: „[...] it should be clear that no real weight should be given to this allegation by a notoriously outspoken enemy.“ und dass die Caesar erwähnende Darstellung nach dessen Tod publiziert worden sein muss.Siehe

Literatur T. Robert S. Broughton: The Magistrates of the Roman Republic 2: 99–31 B.C. (= Philological Monographs. Band 15,2). American Philological Association, New York 1952, S. 167, 188, 197, 266, 280. T. Robert S. Broughton: The Magistrates of the Roman Republic 3: Supplement (= Philological Monographs. Band 15,3). 2., erweiterte Auflage. American Philological Association, New York 1986, ISBN 0-89130-811-3, S. 15.

Christopher Smith: T. Ampius Balbus. In: Tim J. Cornell u. a. (Hrsg.): The Fragments of the Roman Historians. 3 Bände. Oxford University Press, Oxford u. a. 2013, ISBN 978-0-19-927705-6, Bd. 1: S. 354; Bd. 2: S. 730 f.; Bd. 3: S. 463.

Einzelnachweise

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