Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften, englisch auch Community-Supported X, seltener Community-Supported Entrepreneuership, Economy oder Everything (jeweils CSX), ist eine Form der Solidarökonomie, bei der Produzenten und Konsumenten gemeinsam zur Deckung laufender Kosten einer Unternehmung beitragen. Teils tragen die Prosumenten dabei auch anderweitig, etwa durch Mitbestimmung und -arbeit zum Unternehmenserfolg bei. Damit soll die Notwendigkeit entfallen, Preise für einzelne Produkte zu erheben. Weitere Prinzipien sind etwa gleiche Stimmrechte aller oder am jeweiligen Prozess beteiligter Mitglieder sowie die Ablehnung von Gewinnorientierung.
Der Ansatz wurde von dem Nachhaltigkeitsökonomen Marius Rommel entwickelt. Er entlehnt sich den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft (Community-Supported Agriculture, CSA), der Schenkökonomie und Genossenschaftsbewegung sowie lokalwirtschaftlichen Ansätzen wie der Subsistenzwirtschaft. Beispiele für gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften sind etwa Artabana und Samarita als experimentelle Vereine zur Gesundheits- und Krankenversorgung. Im deutschsprachigen Raum existiert das CSX-Netzwerk als Zusammenschluss entsprechender Vorhaben und Unternehmen.
Siehe auch
Commons-based Peer-Production Ko-Kreation Makerspace
Weblinks
Community Supported Industry (CSI), Schumacher Center for a New Economics Marius Rommel und Florian Koch: Gemeinschaftsgetragen Wirtschaften, Exploring Economics Gemeinschaftsgetragene Unternehmen wirtschaften zukunftsfähig, CSR Magazin
Literatur
Johanna Hopp et al.: Handbuch Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften. Myzelium UG, 2025. Marius Rommel: Zukunftsfähige Wirtschaftsgemeinschaften (CSX) – Übertragung der CSA-Logik auf andere Versorgungsfelder, Oldenburg 2017
Einzelnachweise
Kategorie:Konsumsoziologie Kategorie:Kooperative Kategorie:Genossenschaftsart Kategorie:Wirtschaftsordnung