mini|hochkant|Stammwappen derer von Wallwitz. Wallwitz ist der Name eines sächsischen Adelsgeschlechts, das zum meißnischer Uradel gehört.
Geschichte Das Geschlecht wird urkundlich erstmals 1193 mit Heinricus de Walewiz genannt.Karl Gustav Schmidt (Hrsg.:) Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. 1. Teil, Leipzig 1883, Nr. 340. Die Stammreihe beginnt mit dem Ritter Peter von Wallwitz (* um 1320, † vor 1396). Der polnisch-kursächsische Kammerherr und Oberstwachtmeister der Kavallerie, nachmaliger Wirklicher Geheimer Rat, Kabinetts- und Konferenzminister Georg Reinhard [Freiherr] von Wallwitz auf Schweikershain wurde am 29. April 1762 in Wien mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren in den Reichsgrafenstand erhoben. Die kursächsische Anerkennung erfolgte am 28. Juli 1762.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Band 2, C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 713.
Zeitweiser bedeutender Besitz bestand neben Weiterem im Anhaltschen zu Dobritz (1475–1617), Golmengelin (1524–1697), Grimme (1475–1702), Hagendorf (1524–1610), Hundeluft (–1414), Nutha (1617, 1652); in Sachsen zu Borthen (1836–1945), Dammendorf 1748, Gepülzig (1733), Jesewitz (1748), Limbach (1838), Pratau (1550), Russdorf (1475), Groß Salze (1724), Schmorkau b. Oschatz (1751– bis etwa 1936), Schloss Schweta (1592, 1604), Slosen (1475), Stockhausen (1590), Wallwitz (1345), Ziegra (1590); in der Niederlausitz: zu Klein Kölzig (1475–1620), Standesherrschaft Straupitz u. a. mit Laasow und Butzen (1615–1655), sowie Kartlow bei Schivelbein 812,0 Hektar in Pommern (1939).Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 3, Ludwig Rauh, Berlin 1858, S. 77.
Mit der Heirat 1820 von Gräfin Albertine von Wallwitz (1797–1861), Erbin des Gutes Schweikershain mit dem sächsischen Kriegsminister Gustav von Nostitz-Wallwitz (1789–1858), trug sie dieses seit 1718 bei ihrer Familie besitzliche Gut der Familie ihres Gatten zu, die es bis 1845 besessen haben und seit dem 31. Juli 1734 den Namen Nostitz-Wallwitz führten.Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815. Band 2, Görlitz 1913, S. 366.; Vgl. Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Band 2, C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 770 f.
Im Raum Dessau war die Familie namensstiftend für den Wallwitzsee, den Wallwitzberg, die Wallwitzburg und den Wallwitzhafen.
Wappen Blasonierungen Stammwappen: In Gold ein roter springender Hirsch mit zehnendigem Geweih. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Helmdecken der Hirsch wachsend. Grafenwappen von 1762: In Gold ein roter springender Hirsch mit zehnendigem Geweih. Auf dem Schild eine Grafenkrone. Darüber auf einem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken der Hirsch wachsend. Als Schildhalter zwei widersehende gekrönte goldene Löwen.
Historische Wappenbilder
Angehörige Sebastian (Bastian) von Wallwitz, kursächsischer Oberst, 1546 Kommandant der Festung Leipzig, 1547 Stadtkommandant von Leipzig Johann von Wallwitz († 1557), Dompropst in Havelberg, Domherr in Magdeburg und Halberstadt Hans Joachim von Wallwitz auf Schweikershain, Vertreter der Ritterschaft auf dem sächsischen Landtag 1722 Helena Dorothea von Schönberg, geb. von Wallwitz (1729–1799), kursächsische Rittergutsbesitzerin Georg Reinhard(t) von Wallwitz († 1807), 1762 Graf Konferenzminister, GutsherrEduard Maria Oettinger: Moniteur des Dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques. Selbstverlag, Dresden 1868, S. 172. u. a. in Schmorkau, Bildnis (1903 best.)Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Heft 15: Amtshauptmannschaft Döbeln. Hrsg. K. Sächsisches Ministerium des Innern/K. Sächsischer Alterthumsverein, Verlag C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1903, S. 209. a. d. Schloss Schweikershain Nikolaus von Wallwitz (1852–1941), deutscher Botschafter, hatte Gutsanteile.Bestätigung für 1925, In: Ernst Ullrich, Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. Verzeichnis. . In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IX, 3. Auflage, Verlag Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 422. in SchmorkauBestätigung für 1930, In: Johanniterorden (Hrsg.): Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stand vom 10. März 1931. Eigenverlag, Berlin 1931, , S. 410.
Mitglieder der Fruchtbringenden Gesellschaft Esche von Wallwitz – Nr. 68 der Reizende – (1588–1653), Kammerjunker, Kriegskommissar und Hofmeister von Johann Casimirs von Anhalt-Dessau Christoph von Wallwitz – Nr. 193 der Demütige – († 1668), Hofmeister von Ludwig von Anhalt-Köthen Hans von Wallwitz – Nr. 457 der Bewegende – (1611–1677) Bastian von Wallwitz – Nr. 458 der Gesetzte – († nach 1656), anhaltinischer Lehensträger Johann Esche von Wallwitz – Nr. 670 der Verbannende – († 1660), anhalt-bernburgischer Wittumsrat und Hofmeister, sachsen-gothaischer Rat
Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv-Hans Friedrich von Ehrenkrook, Walter von Hueck, u. a., C. A. Starke Verlag, Limburg/Lahn. -Auszug: Gräfliche Häuser. A (Uradel). Band IV, Band 28 der Gesamtreihe GHdA, 1962, S. 517. Christoph Franke: Adelslexikon. Band XV, Band 134 der Gesamtreihe GHdA, 2004, S. 425. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch. Justus Perthes, Gotha (Redaktion u. Druck jew. i. Vorjahr-Auszug): Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1861. Justus Perthes, Gotha 1860, S. 930 f.; ff. 1922, S. 1054; 1924, S. 611 f. (Stammreihe); 1926, S. 617; 1928, S. 644; 1930, S. 662–664; bis GGT/G-A 1932, Gotha 1931, S. 637 f. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Gotha 1941, S. 616–617. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 9, Friedrich Voigt, Leipzig 1870, S. 463. Valentin König: Genealogischer Adelskalender – Genealogische Adels-Historie oder Geschlechts-Beschreibung derer im Chur-Sächsischen und angräntzenden Landen Adligen Geschlechter. Band 2, Gleditsch sen., Leipzig 1729, S. 1193–1203.
Weblinks
Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 445.50 Wallwitz, Georg Reinhart Freiherr von, kursächsischer Kammerherr, Obristwachtmeister der Kavallerie, Grafenstand, „Hoch- und Wohlgeboren“, Wappenbesserung, 1762.04.29.
Einzelnachweise
Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1193 Kategorie:Titulargraf