mini|Wolfram Petri, Kunstausstellung bei den Arbeiterfestspielen, 1960 Wolfram Petri (* 10. Februar 1925 in Klötze, Altmark; † 25. April 1985 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben mini|Selbstbildnis Wolfram Petri, Radierung Aquatinta Wolfram Petri wurde 1925 als Sohn eines Försters und einer Bankkauffrau geboren. Bis zu seinem 17. Lebensjahr wuchs er im Wald unter Förstern und Jägern in Osterwieck (Harz) auf und besuchte Grund- und Mittelschule. Schon während seiner Kinderjahre entwickelte er eine Liebe zur Natur und Landschaft. Sein Interesse galt unter anderem der Biologie, Geologie und Heimatgeschichte, weshalb er sich bereits als Jugendlicher ehrenamtlich als Bodendenkmalpfleger betätigte.
1941 begann Petri eine Forstlehre. 1942 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und wurde schwer verwundet, was ihn vorübergehend kriegsdienstuntauglich machte. Während seiner Rekonvaleszenz studierte er in Prag Zeichnen und Malen. Nach einem weiteren Fronteinsatz geriet er bis 1947 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, in der er u. a. in Gorki in einer Künstlerbrigade arbeitete.
Nach seiner Rückkehr nach Osterwieck 1947 arbeitete er als freischaffender Maler und heiratete 1948. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.Nachlassverwaltung des Künstlers (Stand: 15. Februar 2025).
1949 zog er nach Berlin, wo er zunächst als Neulehrer tätig war. Von 1951 bis 1953 lehrte er an der Pädagogischen Fachschule in Berlin, und er unterrichtete zudem an der Volkshochschule. Von 1952 bis 1953 hielt er als Dozent an der Pädagogischen Fachschule außerdem Vorträge wie „Auf den Spuren der Vorzeit“, „Ausgrabungen aus der Steinzeit“ und „Osterwieck-Harz – Eine Perle der niedersächsischen Fachwerkbaukunst“.
1953 wurde Petri Redakteur der Zeitschrift Kunsterziehung. Er war später als geschäftsführender Redakteur tätig. In verschiedenen Zeitschriften veröffentlichte er Artikel zu Problemen der künstlerischen Praxis. 1959 begann er seine freischaffende Tätigkeit als Leiter der Werkausstellungen für Grafik am Institut für Bildende Kunst Berlin.
Während dieser Zeit prägten ihn neben Erich Drescher auch seine Lehrer Fritz Dähn und Herbert Tucholski.
Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK), was durch einen Mitgliedsausweis und eine persönliche Glückwunschkarte des damaligen Präsidenten Willi Sitte belegt ist.
Künstlerisches Schaffen mini|Fischerhütten Hiddensee, Öl auf Leinwand 1979 Petri fertigte zahlreiche Radierungen, vor allem Aquatinta, und stellte seine Werke in insgesamt zwölf Städten der DDR aus. Von 1962 an arbeitete er für die Kupferdruckerei und den Kunstverlag Wilhelm Lindner, wo er historische Städteansichten und Schiffsdarstellungen nach historischen Vorlagen als Radierungen anfertigte.
Von 1964 bis 1983 gründete und leitete er die AG Email im Pionierpark Ernst Thälmann. Er war als Autor und Illustrator für verschiedene Verlage tätig, darunter der Verlag Junge Welt, der Urania Verlag, der Verlag für die Frau, der Verlag E. A. Seemann und der Kunstverlag W. Lindner.
In den Jahren 1962 bis 1969 war Petri nebenamtlicher Dozent an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg. Ab 1970 unterrichtete er an der Medizinischen Bezirksakademie angehende Arbeitstherapeuten. Von 1973 bis zu seinem Tod 1985 leitete Petri die Druckwerkstatt im Studio „Otto Nagel“ und arbeitete weiterhin als freischaffender Künstler.
Ausstellungen (unvollständig) 1961: Güstrow 1961, 1969: Köpenick 1967/1968. Dresden, VI. Deutsche Kunstausstellung 1973, 1975, 1979:"Am Seddinsee und anderswo. Wolfram Petri zeigt Malerei und Grafik" von 09.01. bis 21.01.1979 museum-digital.de Kleine Volkskunstgalerie, Studio „Otto Nagel“ 1981 und 1983: Berlin, Bezirkskunstausstellung 1984: „15 Jahre Druckwerkstatt im Studio Otto Nagel“
Postum 1985: Radierungen, Studio Otto Nagel 1965–1985: Ausstellungsgestaltung der Galerie der Freundschaft im Kunstgewerbemuseum Schloss Köpenick 1960–1985: Teilnahme an insgesamt 22 internationalen Ausstellungen, u. a. in Kambodscha und Ghana Gestaltung von vier Bezirks- und sieben Kreisausstellungen sowie einer Internationalen Ausstellung („Mit Kinderaugen gesehen“) 1985 (posthum): Märkische Landschafts-Grafik von Wolfram Petri in Rheinsberg
Werke (Auswahl) Druckgrafik mini|Afrikanerin Weltfestspiele, Radierung Aquatinta, 1973 1960: Köpenick, Heidemühle – Radierung/Aquatinta 1961: Alt Köpenick – Radierung/Aquatinta 1965: Blick von der Treskowbrücke – Radierung/Aquatinta 1977: Am Ostbahnhof – Radierung/Aquatinta 1978: Berlin Fischerkiez – Radierung/Aquatinta 1980: Allendeviertel – Radierung/Aquatinta 1982: Colbestraße – Radierung/Aquatinta 1980: Wald – Kaltnadel 1983: Märkischer See – Radierung/Aquatinta mini|Affen Tierpark Berlin, Kaltnadelradierung, 1960
Malerei 1972: Blick zur Schneekoppe (Öl) 1978: Sonnenblumen (Öl) 1979: Fischerhäuser (Öl) 1978: Hiddensee, steiniger Strand (Aquarell) 1982: Stillleben mit Osterglocken (Öl) 1982: Birkenwald (Öl) mini|Birkenweg Seddinsee, Öl auf Leinwand, 1977
Auszeichnungen (Auswahl) 1970: Artur-Becker-Medaille in Silber (FDJ) 1972–1979: Titel „Ausgezeichnete AG“ des Pionierparks Ernst Thälmann 1979: Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ 1973: Sonderpreis der FDJ-Bezirksleitung und der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) 1974, 1978: Sonderpreis der Bezirksschulrätin H. Otto 1979: Preis der SED-Kreisleitung
Veröffentlichungen (Auswahl) 1958: Artikel über Fritz Cremer, Otto Nagel und Gustav Seitz 1970: Artikel in der Zeitschrift Kunsterziehung, Nr. 12 1974: Artikel in der Zeitschrift Bildnerisches Volksschaffen, Nr. 5 1974, 1975: Artikel mit Bild und Text in der Berliner Zeitung 1961: Emailarbeiten – eine Praktische Anleitung. E. A. Seemann, Leipzig (4. Aufl. 1987, ISBN 3-363-00083-9). 1971: Metalltreibarbeiten – eine Praktische Anleitung. E. A. Seemann, Leipzig, (3. Aufl. 1982). 1977: Metall- und Emailarbeiten in der Arbeitstherapie. Institut für Weiterbildung mittlerer medizinischer Fachkräfte, Potsdam, (überarbeitete Aufl. 1988). 1968: Schöne Dinge selbst gestaltet (Urania Verlag Leipzig, Jena, Berlin, 3. Auflage, VLN 212-475/37/68) 1982, 1983: Grafikserie in der Zeitschrift Für Dich
Darüber hinaus veröffentlichte Petri über 200 Textbeiträge in Zeitschriften und Büchern zu künstlerischen Themen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann