mini|hochkant|Josef Gočár

Josef Gočár (* 13. März 1880 in Semín, Bezirk Pardubitz, Österreich-ungarische Monarchie; † 10. September 1945 in Jičín, Okres Jičín, Tschechoslowakei) war ein tschechischer Architekt und Stadtplaner. Er gilt als einer der Protagonisten der modernen tschechischen Architektur.

Leben Gočár studierte u. a. bei Jan Kotěra in Prag und war später Professor an der Akademie der Bildenden Künste Prag. Einer seiner Schüler 1918–1920 Karl Kohn.Zuzana Güllendi-Cimprichová: Modernetransfer Tschechoslowakei - Ecuador. Zum Leben und Werk des deutschsprachigen jüdischen Architekten Karl Kohn (1894–1979). (PDF; 1,7 MB) In: kunsttexte.de, Nr. 1, 2014, S. 1–11, hier edoc.hu-berlin.de, S. 1.

Seine Bauten waren zunächst vom Kubismus geprägt, bevor er sich einer spezifisch tschechischen Stilrichtung, dem Rondokubismus zuwandte. Ende der 1920er-Jahre nahmen seine Bauten funktionalistische Formen an, ohne dass er einer der Puristen dieser Stilrichtung wurde. Insbesondere der Stadt Hradec Králové vermittelte Gočár als Stadtplaner und Architekt sein neuzeitliches Gepräge.

Gočár übte nicht nur durch seine architektonischen Werke, sondern auch als Hochschullehrer großen Einfluss aus. 1932–1937 war er Vorsitzender des Kunstvereins Mánes.Verzeichnis der Vorsitzenden des SVU Mánes

Werke (Auswahl) mini|Josef-Kajetan-Tyl-Gymnasium in Hradec Králové von Josef Gočár mini|:Palác Fénix in Prag Hradec Králové (Königgrätz): Josef-Kajetan-Tyl-Gymnasium Betontreppe bei der Marienkirche (1910) Bebauung des Masarykovo náměstí (1924–1926) Schulkomplex am Tylovo nabřeží (1924–1927) Prag: Haus zur Schwarzen Muttergottes (1911–1912) Bank der Tschechoslowakischen Legionen – „Legiobanka“ (1922–1925) Haus der wirtschaftlichen Volkskultur (1924–1925) Anglo-Tschechoslowakische Bank (1923–1924)Zdenek Wirth: Josef Gocár. Verlag Meister der Baukunst, Genf 1930, S. 52. Mehrere Villen in der Siedlung Baba (1928–1934) „Palác Fénix“ – funktionalistisches Bürogebäude der Phönix-Versicherungsgesellschaft am Wenzelsplatz (1928) St.-Wenzels-Kirche in Prag-Vršovice (1928–1933) Bethaus Hl. Ambrosius (1929) Wettbewerbsentwurf für die Staatsgalerie in Prag (1929, nicht ausgeführt) Wettbewerbsentwurf für die Pensionsanstalt in Prag (1929, nicht ausgeführt) Weitere: Badeanstalt in Lázně Bohdaneč (1912) Pavillons und Villen in Lázně Bohdaneč Pavillon AVU, Messegelände Brünn Ausstellungspavillon der Tschechoslowakischen Republik auf der Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes in Paris (1925)

Bilder

Weblinks

Česká tisková kancelář (ČTK): Josef Gočár - největší osobnost české architektury 20. století. Josef Gočár – die größte Persönlichkeit tschechischer Architektur des 20. Jahrhunderts. byznys.ihned.cz (tschechisch); abgerufen am 8. Juni 2010 (Zugang eingeschränkt).

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Tschechien) Kategorie:Stadtplaner (Tschechien) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion Kategorie:Person (Königreich Böhmen) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann