mini|hochkant|Wappen derer von Lützerode im Wappenbuch des Westfälischen Adels Lützerode (auch Lützenrod, Lützenrath o. ä.) ist der Name eines erloschenen rheinländisch-westfälischen Adelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht stammt wie die von Betzdorf von dem rheinländischen Geschlecht von Gevertshagen (Gebhardshain) ab.Spießen (1901–1903), S. 85. Die Familie besaß Cleverhof/Clyff (urkundlich 1500–1766), Haus Vorst (Frechen) (1528–1680), Burg Hardenberg (Velbert) (1496–1525), Haus Klarenbeck (1528–1680), Burg Kühlseggen (1766), Haus Mehrum (1625), Roth (Mülheim) (1640–1766), Weilerswist (Lechenich) (1676–1772) und Wensburg (1765–1818).Ledebur (1856), S. 65. Auch in Sachsen war die Familie begütert.Ledebur (1858), S. 305.
Laut Anton Fahne kaufte Bertram von Gevertzhagen genannt Lütgenroide, Marschall von Berg, 1496 die Herrschaft Hardenberg. Derselbe war auch Schultheiß zu Hattingen, trug dort den Cleverhof vom Abt der Abtei Deutz zu Lehen und besiegelte die jülich-klevische Union. Als sein Sohn Wilhelm ohne Kinder verstarb, fiel Hardenberg an die Cognaten und Cleverhof an die Agnaten von Lützerode. 1520 heiratete Judith von Lützerode, Tochter des bereits verstorbenen Albert von Lützenrode und der Schwana von Nesselrode, Adrian Sobbe von Elberfeld.Kneschke (1865), S. 54.Fahne (1848), S. 264.
Fahne und Ernst Heinrich Kneschke bringen folgende Stammfolge (ergänzt um jüngere Nachrichten):
Außerdem folgende Stammfolge:
Am 17. Dezember 1652 wurden die Brüder Adolf von Lützerode, kurkölnischer Kämmerer, Christoph und Johann Franz von Lützerode, beide Deutschordensritter, Johann Reiner von Lützerode, Kanoniker zu Hildesheim, in den Freiherrenstand erhoben und erhielten eine Wappenbesserung verliehen.AT-OeStA/AVA Adel RAA 257.5.
Anfang des 19. Jahrhunderts kam die Familie nach Kursachsen und blühte später im Königreich Sachsen fort. Karl August Freiherr von Lützenrode (* 1794 zu Bonn) kam 1805 in das Kadettenhaus zu Dresden. Er wurde 1809 Leutnant, 1834 Oberst, kommandierte dann das 1. leichte Reiterregiment, war königlicher Generaladjutant, trat 1846 als Generalmajor aus dem aktiven Dienst aus und starb Anfang März 1864. Er wurde zu Ahrensburg in Holstein begraben. Ein Sohn desselben und dessen Ehefrau Laura Josephine Gräfin Schimmelmann (1798–1857), Ernst Lothar Carl August Freiherr von Lützerode (1824–1862), wurde Leutnant im königlich-sächsischen 1. Reiterregiment und später Rittmeister. Eine Tochter von Karl August von Lützerode und Laura von Schimmelmann, Olga von Lützerode (1836–1917), war Krankenpflegerin, Stifterin, Gründerin und Leiterin des Clementinenhauses, eines Krankenhauses in Hannover. Weitere Töchter der Eheleute waren Friederike Auguste Amalie Freiin von Lützerode (1817–1907), verheiratet mit Anton August Freiherr von Gablenz (1810–1878), und Adelaide Caroline von Lützerode (1823–1890), verheiratet mit Ernst Graf Schimmelmann (1830–1895).
Max von Spießen berichtet fälschlicherweise, dass das Geschlecht im Mannesstamm mit dem Tod von Carl August Ernst Lothar Freiherr von Lützerode am 28. Oktober 1862 erlosch. Tatsächlich überlebte ihn sein Vater um fast eineinhalb Jahre.
Persönlichkeiten Bertram von Lutzenrode (Gevertshagen) (15. Jh.), Stallmeister der Herzöge von Jülich, Besitzer der Herrschaft Hardenberg Matthias von Lutzerath († 1542), Abt in der Reichsabtei Echternach Bertram IV. von Lützerode (Gevertshagen), (–1589), 1537 Amtmann zu Burg Blankenberg Johann von Lützerode, Amtmann auf Burg Windeck 1561 bis 1586 Karl August von Lützerode (1794–1864), Generalmajor, sächsischer Gesandter nach Russland 1834–1838 Olga von Lützerode (1836–1917), Krankenpflegerin, Stifterin, Gründerin und Leiterin des Clementinenhauses, eines Krankenhauses in Hannover
Wappen Blasonierung: In Rot drei silberne schrägrechts (auch Schräglinks) gestellte aneinanderhängende Rauten. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein offener silberner Flug.
Teilweise werden die Rauten auch von Lilien begleitet.
Die verwandten Herren von Betzdorf führten ein identisches Wappen:
Die drei Rauten finden sich heute in einer Reihe von Ortswappen im Umfeld von Gebhardshain:
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Band 1, Köln 1848, S. 264 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Köln 1853, S. 90 (uni-duesseldorf.de). Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt.: Der Adel des Königreichs Preußen: Grafen und Freiherren, Nürnberg 1857, S. 54 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 69 (digitale-sammlungen.de). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 3. Abt.: Der Adel des Königreichs Sachsen, Nürnberg 1857, S. 13 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 12 (uni-heidelberg.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 53 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 65 (hier fälschlicherweise als erloschen) (digitale-sammlungen.de). Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 305 (hier Korrektur als noch nicht erloschen) (digitale-sammlungen.de). Olga von Lützerode: Mittheilungen über das Geschlecht derer von Gevertzan-Lütgeroide-Lützerode, der ihm verschwägerten Thurn und Taxis, Paumgarten, Lignéville usw. sowie der Nachkommen aus der Ehe der letzten Freiherrn von Lützerode von etwa 1150 bis 1902. Zusammengestellt nach zuverlässigen documentarischen Quellen. Hannover, 1902. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 85 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 204 (uni-duesseldorf.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 257.5 Lützerode (Lützenrath), Adolf, kurkölnischer Kämmerer, Christoph, Johann Franz, beide Deutschordensritter, Johann Reiner, Kanoniker zu Hildesheim, Brüder, Freiherrenstand, „Wohlgeboren“, Wappenbesserung, 1652.12.17.
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht