Warfare (engl. für „Kriegsführung“) ist ein Kriegsdrama von Regisseur Alex Garland und dem Kriegsveteran Ray Mendoza. Der an einem Tag und größtenteils in Echtzeit spielende Film mit D’Pharaoh Woon-A-Tai, Cosmo Jarvis, Joseph Quinn, Will Poulter, Noah Centineo, Kit Connor, Finn Bennett und Charles Melton in den Hauptrollen erzählt die wahre Geschichte einer Navy-Seals-Einheit, die 2006 während der Besetzung des Irak in einen unerbittlichen Kampf ums Überleben geriet. Warfare kam im April 2025 in die deutschen, österreichischen und US-amerikanischen Kinos.
Handlung Im Jahr 2006, nach der Schlacht von Ramadi, nimmt der Navy SEAL-Zug Alpha One im Schutz der Dunkelheit ein zweistöckiges Haus ein. JTAC-Funkoffizier Ray Mendoza koordiniert die Luftunterstützung zur Überwachung ihrer Position, während Scharfschütze und Sanitäter Elliott Miller zusammen mit seinem Scharfschützenkollegen Frank einen nahegelegenen Markt im Auge behält und so eine gemeinsame Operation mit den Marines unterstützt.
Die irakischen Armeeübersetzer Farid und Sidar bringen die beiden Familien, die in getrennten Stockwerken des Gebäudes wohnen, in eines der Schlafzimmer. Die SEALs beobachten zunehmende Feindaktivität, woraufhin die Luftunterstützung ihren Einsatzort verlässt. ANGLICO-Captain McDonald fordert per Funk Luftunterstützung an, während die Übersetzer warnen, dass der Feind einen Aufruf zu den Waffen gesendet hat. Der zuständige Offizier, Lieutenant Erik, und der Obermaat Sam befehlen den Übersetzern, das Erdgeschoss des Gebäudes zu bewachen.
Ohne Vorwarnung wird eine Granate in das Zimmer des Scharfschützen geworfen und verletzt Elliott. Ein Evakuierungsteam wird angefordert, um ihn zu evakuieren, während sich die SEALs und Aufständische ein Feuergefecht liefern.
Das Team sammelt seine Ausrüstung, sprengt Claymore-Minen, um den Perimeter zu sichern, und zieht sich durch den Rauch zu einem wartenden M2 Bradley der US-Armee zurück. Als sich die Rampe zum Aufnehmen der Gruppe herunterfährt, explodiert eine IED. Farid wird getötet; Sidar flieht; Elliott und Sam werden schwer verwundet; Ray, Erik und Tommy erleiden Gehirnerschütterungen. Die verletzte Besatzung des Bradley fährt das Fahrzeug davon.
Alpha One sammelt sich im Haus und kümmert sich um Sam und Elliotts schwere Verletzungen. Alpha Two kann aufgrund von Feuergefechten auf der Straße nicht erneut zu Alpha One vorrücken. Luftunterstützung kehrt zurück, doch da sich feindliche Jäger so nahe an Alpha Ones Position befinden, kann McDonald nur eine Machtdemonstration koordinieren. Rays und Eriks traumatische Hirnverletzungen führen zu Dissoziation und schwerer Desorientierung.
Alpha Two erreicht das Gebäude, und Jake übernimmt das Kommando. Sein Antrag auf eine weitere Evakuierung wird aus Angst vor einem erneuten Sprengstoffanschlag abgelehnt. Daraufhin befiehlt er seinem Kommunikationsoffizier John, sich als Brigadekommandeur auszugeben, um die Evakuierung zu genehmigen. Die SEALs geben Deckungsfeuer, während Elliott und Sam erfolgreich von Bradley evakuiert werden. Die Überlebenden bereiten sich darauf vor, das Haus gegen die herannahenden Aufständischen zu verteidigen und befehlen den Bradleys, das Obergeschoss mit ihren Bordkanonen zu beschießen. Unter dem Schutz einer weiteren Machtdemonstration werden Alpha One und Alpha Two unter schwerem Beschuss von Bradleys aus dem Gebiet transportiert. Die Zivilisten kommen langsam aus dem Schlafzimmer, erleichtert darüber, dass die Soldaten weg sind, während sich die überlebenden Aufständischen vorsichtig auf der Straße versammeln.
Der Film endet mit der Einblendung: Für Elliott. Bevor der Abspann läuft, sieht man die echten Mitglieder des SEAL Team 5, die an der Mission beteiligt waren, bei den Dreharbeiten zum Film. Daneben wird eine Fotomontage gezeigt, die das tatsächliche Haus, die beteiligten Personen (mit und ohne Geheimhaltungsstufe) und die Schauspieler, die sie darstellen, zeigt.
Produktion Regie, Drehbuch und Filmschnitt Regie führten Alex Garland und der Kriegsveteran Ray Mendoza. Gemeinsam schrieben sie auch das auf Mendozas Erlebnissen basierende Drehbuch, der selbst für die US Army im Irak-Krieg gekämpft hat.Tyler Süß: Nach „Civil War“: Alex Garland präsentiert Antikriegs-Mammutprojekt „Warfare“. In: kinoundco.de, 27. Dezember 2024. Es handelt sich bei Warfare nach Ex Machina, Auslöschung, Men – Was dich sucht, wird dich finden und Civil War um Garlands fünften Spielfilm. Für sein Drehbuch zu Ex Machina war er 2016 für den Oscar nominiert. Warfare ist die zweite Zusammenarbeit von Garland und Mendoza, der bereits bei seinem Film Civil War als militärischer Berater fungierte.Anthony D'Alessandro: A24 Sets Nationwide Release For Alex Garland & Ray Mendoza’s Iraq War Pic 'Warfare'. In: deadline.com,, 21. Januar 2025. Filmeditorin Fin Oates war in der Vergangenheit überwiegend für Fernsehserien und Kurzfilme tätig. Auch bei Molly Manning Walkers How to Have Sex hatte sie den Filmschnitt übernommen.
Besetzung und Synchronisation Der Kanadier D’Pharaoh Woon-A-Tai spielt eine jüngere Version von Mendoza. Der Brite Will Poulter spielt Erik, den Captain der Einheit.Radhika Seth: Here’s The First Trailer For 'Warfare', The Explosive Thriller Starring All Your Internet Boyfriends. In: Vogue, 2. Januar 2025. Cosmo Jarvis, der ebenfalls Brite ist, spielt Elliott Miller, den Scharfschützen der Truppe.Owen Gleiberman: 'Warfare' Review: Alex Garland Co-Directs (With an Iraq War Veteran) a Film That Purports to Show Us What War Is Really Like. But Has He Just Left Out the Story? In: Variety, 28. März 2025. Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Kit Connor, Finn Bennett, Taylor John Smith, Michael Gandolfini, Noah Centineo, Henry Zaga, Joseph Quinn und Charles Melton, die Tommy, John, Frank, Lieutenant McDonald, Brian, Aaron, Sam und Jake spielen.Wilson Chapman: Every A24 Movie Coming Out in 2025 and Beyond. In: indiewire.com, 4. Februar 2025. Das Casting übernahm Kharmel Cochrane.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Paul Kaiser und der Dialogregie von Roman Wessel im Auftrag der Neue Tonfilm Film- und Synchronproduktion GmbH in München.https://www.synchronkartei.de/film/60349
Darsteller Synchronsprecher RolleD’Pharaoh Woon-A-TaiPatrick RocheRayCosmo JarvisFlorian ClydeElliottWill PoulterKonrad BösherzErikTaylor John SmithMax FelderFrankCharles MeltonAmadeus StroblJakeMichael GandolfiniLucas WeckerLieutenant MacdonaldJoseph QuinnNico SablikSamAdain BradleyTobias John von FreyendSergeant LaerrusKit ConnorNicolas RathodTommyNoah CentineoJulian TennstedtBrianHenrique ZagaAlex FriedlandAaronEvan HoltzmanSebastian KempfBrockFinn BennettJeremias KoschorzJohnAso SherabayaniRêzan CheikhmousSamir
Dreharbeiten und Sounddesign Die Dreharbeiten fanden ab Mai 2024 statt.Mirko Parlevliet: Warfare Trailer Revealed by A24. In: vitalthrills.com, 16. Dezember 2024. Als Kameramann fungierte David J. Thompson, der bei Civil War als Kameraoperateur tätig war.
Der Film kommt ohne jegliche musikalische Untermalung aus. Das Sounddesign übernahm Glenn Freemantle.Eric Goldman: Review Warfare. In: ign.com, 28. März 2025. Alexandra Seitz bemerkt zu diesem in ihrer Kritik für epd Film, mit seiner Hilfe werde das Kino zum Ort, an dem der Krieg einem die Orientierung nimmt.Alexandra Seitz: Kritik zu Warfare. In: epd Film, 28. März 2025.
Marketing und Veröffentlichung Mitte Dezember 2024 wurde der erste Trailer vorgestellt.Nach "Civil War" kommt "Warfare": Erster Trailer zum neuen Film von Alex Garland ist online. In: moviebreak.de, 17. Dezember 2024. Anfang Februar 2025 folgte der erste deutsche Trailer. Am 11. April 2025 kam der Film in die US-Kinos. Der Kinostart in Deutschland und in Österreich erfolgte am 17. April 2025.Warfare. In: constantinfilm.at. Abgerufen am 13. April 2025.
Rezeption Altersfreigabe In den USA erhielt der Film ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht. In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. In der Freigabebegründung heißt es, die auf einen überschaubaren Schauplatz beschränkte Handlung konzentriere sich auf die Perspektive der Navy Seals und zeige in nüchtern beobachtendem, dokumentarisch wirkendem Stil die verschiedenen Figuren beim Überlebenskampf. Die Kampfhandlungen seien dabei audiovisuell intensiv und dramatisch dargestellt, ohne zu beschönigen oder zu heroisieren.
Kritiken Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 93 Prozent positiv.Warfare. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 11. Mai 2025. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 78 von 100 möglichen Punkten.Warfare. In: Metacritic. Abgerufen am 17. April 2025. Immer wieder wurde dabei bemerkt, der Film ähnele sehr Black Hawk Down von Ridley Scott.https://the-spot-mediafilm.com/reviews/review-kino-warfare/
Chris Schinke erklärt in seiner Kritik für Blickpunkt:Film, Warfare sei ein Film, der fast körperlich erfahrbar macht, was es bedeutet im Krieg zu sein, und lege einen brutalen, fast schon forensischen Realismus an den Tag, und einige Szenen, die Alex Garland und Ray Mendoza dem Publikum zumuten, seien nicht für jedermann geeignet. Desorientierung, Hektik und die Frage, was all jene in Walkie-Talkies gebrüllten Abkürzungen, Satzfragmente und Statusmeldungen nun konkret bedeuten mögen, bestimmten die Zuschauererfahrung, die sich was konkretes politisches Messaging angeht, auffallend zurückhalte. Und was den Einsatztrupp junger Männer in den Irak gebracht hat, welche politischen Umstände oder Hintergründe zu ihrer Stationierung geführt haben, seien Fragen, die in Warfare unbeantwortet blieben. Garlands und Mendozas Schwindel bereitende Kampfchoreografie sei bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, wobei besonders die Leistungen von Kameramann David J. Thompson und Szenenbildner Mark Digby hervorzuheben seien. Der entschiedene Bruch mit Konventionen des Kriegsfilmgenres lasse eine Reduktion auf das Wesentliche der Kriegserfahrung zu: „Hier gibt es keine Romantisierung, kein Kämpferpathos, keine Heldenstilisierung und keine triumphale Filmmusik – lediglich die Erfahrung von ein paar viel zu jungen Männern, die ums Überleben kämpfen.“
Eric Goldman schreibt in seiner Kritik für IGN, Warfare sei schwer und verstörend anzusehen und gehöre wohl zu den extremsten „Krieg-ist-die-Hölle“-Filmen, die je von einem US-amerikanischen Studio gedreht wurden. Warfare sei ein technisch beeindruckender und absolut sehenswerter Film, der bewusst herausfordernd sei und den Zuschauer in die Lage dieser Männer versetze. Die nervenaufreibende Atmosphäre werde durch das unglaubliche Sounddesign, das maßgeblich zum immersiven Erlebnis beitrage, noch verstärkt, und die Kampfszenen wirkten klanglich wild und surreal, wenn Sounddesigner Glenn Freemantle die Lautstärke reduziert und den Ton verzerrt, bis man die Figuren kaum noch hören kann. Andere Szenen wiederum seien fast unerträglich laut. So sei Garland und Mendoza mit Warfare ein Film gelungen, bei dem man die meiste Zeit den Atem anhält, eine düster-effektive Reizüberflutung, und ein Film, der einen Einblick gibt, wie alptraumhaft und desorientierend ein solches Kampferlebnis sein kann.
Einspielergebnis Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 33,7 Millionen US-Dollar.Warfare. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 5. Dezember 2025. US-Kinobesucher vergaben einen sehr guten CinemaScore von „A-“. Damit handelt es sich um die höchste Bewertung, die ein A24-Film je von CinemaScore erhalten hat.Jordan Ruimy: Readers’ Thoughts on 'Warfare'? In: worldofreel.com, 12. April 2025.
Auszeichnungen Astra Film Awards 2025 Nominierung in der Kategorie „Action or Sci-Fiction Feature“Steven Prusakowski: The 2025 Astra Film Awards Nominations Have Been Announced. In: awardsradar.com, 25. November 2025. Abgerufen am 25. November 2025.
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