mini|Baudenkmal - WAA-Gebäude (Modulteststand) Zur Erinnerung an den Bau und den Widerstand gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) wurden viele Denkmäler errichtet. Die Fertigung und Aufstellung einiger Denkmäler schon während des Konflikts war zunächst ein „performativer Akt des Protests“, erfüllte aber auch praktische Funktionen wie der Bildstock Franziskus-Marterl.Janine Gaumer: Wackersdorf. Atomkraft und Demokratie in der Bundesrepublik 1980–1989. Dissertation Universität Jena, München 2018, ISBN 978-3-96238-073-1, S. 314.

Franziskus-Marterl

mini|Franziskus-Marterl () mini|Franziskus-Szene im Marterl Das Franziskus-Marterl im Blaubeerwald bei Altenschwand ist ein Kapellen-Bildstock. Es wurde 1984 von WAA-Gegnern auf dem von Michael Meier gestifteten Grundstück errichtet. Mittelbayerische Zeitung vom 6. Oktober 2014.Ein Quadratmeter Widerstand Oberpfalznetz vom 6. Oktober 2014. „Der Lehrer Fritz Brandl hatte die Idee eine kleine genehmigungsfreie Kapelle zu bauen.“ in: Franziskus-Marterl wurde vor 40 Jahren errichtet – Oberpfalz-Bote vom 7. Oktober 2024 Der Architekt Dieter Meiler plante den Bau, der von Pfarrer Richard Salzl (gelernter Fliesenleger) u. a. errichtet wurde.Christlicher Widerstand – Das Franziskusmarterl wird gebaut (Uli Otto, Kultur gegen die WAA, 2023) Franziskusmarterl besteht seit 40 Jahren. Ehemaliger Treffpunkt für WAA-Gegner im Taxöldener Forst wird als 3D-Modell im Freilandmuseum Neusath ausgestellt in: Mittelbayerische Zeitung vom 6. Oktober 2024Claus Bößenecker über die Errichtung des Marterls in der Nähe des Bauzauns und die Bedeutung der Religion im Widerstand gegen die WAA Wackersdorf. – (Zeitzeugeninterview vom 12. April 2015, Haus der Bayerischen Geschichte) Am 30. September 1984 segneten Pfarrer SalzlTrauer um WAA-Pfarrer Richard Salzl – 30 Jahre wirkte er in Penting und Seebarn. Mittelbayerische Zeitung vom 14. September 2023. und der evangelische Geistliche Matthias Kietz das Franziskus-Marterl im Taxöldener Forst.Distanz zu Amtskirchen – Der christliche Widerstand gegen die Wiederaufarbeitungsanlage bekam vor 30 Jahren ein Symbol: Das Franziskus-Marterl. Oberpfalznetz vom 6. Oktober 2014.

Das Marterl war Ausgangspunkt für viele WAA-Gegner, die sich nach den sonntäglichen Andachten am Marterl zum „Sonntagsspaziergang“ zum WAA-Bauzaun aufmachten, um gegen die Anlage zu demonstrieren.Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf – (Historisches Lexikon Bayerns)Symbol des WAA-Widerstandes – Mit einer Jubiläumandacht am Franziskus-Marterl gedachten rund 100 frühere Weggefährten ihrem langen Kampf gegen die Wiederaufbereitungsanlage. In: Mittelbayerische Zeitung vom 4. Oktober 2014. Das „WAA-Widerstands-Marterl“ ist dem Heiligen Franz von Assisi gewidmet und wird umrahmt von einigen weiteren Protest-Denkmälern.Das Kreuz von Wackersdorf – Zigtausende Menschen demonstrierten 1986 gegen die atomare Aufbereitungsanlage Wackersdorf, unter ihnen sehr viele Christen: Ihr Kruzifix im Hüttendorf wurde zu einem umstrittenen Symbol. In: Chrismon, August 2011.

2024 wurde das Marterl vom Freilandmuseum Oberpfalz mit einem 3D-Scanner digitalisiert, um die Geschichte für kommende Generationen festzuhalten.40 Jahre Widerstands-Symbol: Franziskus-Marterl digital konserviert – Oberpfalzecho vom 24. September 2024Mein Landkreis Schwandorf: Franziskusmarterl digital auf Oberpfalz TV vom 27.10.2024, 12 Min Das Franziskusmarterl bei Wackersdorf. 3D-Scan eines Objekts des Widerstands auf Freilandmuseum Oberpfalz von Michaela Stauber 2024

Marterl-Inschriften: Holztafel: Grüß Gott Holztafel: Hl. Franziskus bitte für uns Tontafel: Zum Dank – Michael Meier - *12.6.1934 †26.10.2005 Tontafel: WAA-Opfer 1986: Alois Sonnleitner Johann Hirschinger Erna Sielka Willi Gleikner Tontafel: Die Atomstrahlung bewirkt die Abtreibung der Schöpfung und es ist ein tödlicher Witz, an die Unfehlbarkeit des Menschen zu glauben.

Franziskus-Bild von Berndt TrepeschBerndt Trepesch (Vita) (PDF; 4,2 MB) in: Amberger Skulpturenweg, Kulturamt Amberg 2010, S. 43 Beschreibung: Franz von Assisi predigt zu den Vögeln (vgl. Vogelpredigt). Am Kastanienbaum sind ein Blaukehlchen, ein Kleiber und ein Buntspecht zu sehen. Ein Mauersegler fliegt umher. Am Boden ist eine Bachstelze, ein Eisvogel und zwei tote Vögel. Im Hintergrund sind ein See und ein Atomkraftwerk bzw. atomare Anlagen und Hochspannungsmasten zu sehen.Schüler haben Franziskus-Marterl restauriert – Pfarrer Salzl erklärt das Franziskus-Bild Oberpfalz TV vom 18. April 2018

Gestohlenes Kreuz von Wackersdorf mini|Gestohlenes Kreuz von Wackersdorf Vom 26. bis 29. Dezember 1985 fertigte der Burglengenfelder Holzbildhauer Stefan PreislZeitzeugeninterviews mit Stefan Preisl vom 11. April 2015 über sein Engagement gegen die WAA Wackersdorf, die Wackersdorfer Christusfigur, Ängste der Bevölkerung, das Ende der Bauarbeiten und die SPD-Tradition in der Region. , , , , – (Haus der Bayerischen Geschichte) aus einem Fichtenstamm eine 1,60 m große Christusfigur an einem zehn Meter hohen Fichtenkreuz, das im zweiten Anti-WAA-Hüttendorf „Freies Wackerland“ im Taxölderner Forst aufgestellt wurde.Vor 20 Jahren kam das Aus für die WAA – Foto von der Kreuzaufstellung in der Mittelbayerischen Zeitung vom 23. April 2009. Das geweihte Kruzifix stand eine Woche lang. Bei der Räumung des Hüttendorfes am 7. Januar 1986 wurde das Kruzifix von der Polizei abgesägt und weggetragen. Ein Polizeipfarrer beaufsichtigte seinen würdevollen Transport. Die kurz darauf zurückgegebene Christusfigur wurde von Demonstranten zum Franziskus-Marterl gebracht. In der Nacht zum 20. Februar 1986 verschwand die Christusfigur. Die zurückgebliebenen abgebrochenen Hände sind neben dem neueren Kreuz von Wackersdorf aufgehängt.Bischof für wen? Die Amtskirche hatte es schwer mit WAA-Gegnern in den eigenen Reihen (PDF; 3,4 MB) – (Bund Naturschutz – Mittelbayerische Zeitung vom Juli 1989, S. 31 f.)

Inschrift: Ich war errichtet – ein Mahnmal zur gewaltfreien Tat – geweiht zum Gebet .... dann abgesägt und wiedererrichtet als Mahnmal zur gewaltfreien Tat – geweiht zum Gebet .... und dann brutal herabgerissen.

Kreuz von Wackersdorf mini|Kreuz von Wackersdorf

Das ca. sieben Meter hohe zweite „Kreuz von Wackersdorf“ wurde 1986 von Stefan Preisl aus Weymouth-Kiefer geschaffen. Am Ostersonntag 1986, an dem 100.000 Menschen beim Ostermarsch nach Wackersdorf demonstrierten, wurde das Kruzifix neben dem Franziskus-Marterl aufgestellt. Nach dem WAA-Baustopp steckten Unbekannte eine Dornenkrone aus Stacheldraht vom Wackersdorfer Bauzaun auf den gesenkten Kopf des Christus.Das Kreuz von Wackersdorf. in: Chrismon, August 2011. Bild: „Kreuz von Wackersdorf“ auf BUND Die Bedachung wurde erst Jahre später angebracht.

Kreuzweg Wackersdorf-Gorleben mini|Kreuzweg Wackersdorf-Gorleben Das metallene Gedenkkreuz beim Franziskus-Marterl erinnert an den „Kreuzweg für die Schöpfung“ der Marterl-Gemeinde zum Endlager Gorleben.Dieter Schaarschmidt, Evelyn Steudel, Helga Michaelsen (Hrsg.): Kreuzweg für die Schöpfung vom 27.3. - 28.5.1988 zu Fuß von Wackersdorf nach Gorleben. Eine Dokumentation des Arbeitskreises Wackersdorf-Gorleben "Bedrohte Erde - bedrohtes Leben - bedrohte Gemeinschaft". Dahlenburg 1989 Rund 6.000 Menschen beteiligten sich vom 27. März bis zum 29. Mai 1988 daran. Die Franziskus-Marterl-Gemeinde hatte 63 Tage lang ein schweres Holzkreuz über 1.000 km mit sich getragen und zum Schluss im Gorlebener Wald errichtet. Als das Kreuz in Gorleben angekommen war, wurde am 28. Mai 1988 mit mehr als 1000 Menschen ein Abschlussgottesdienst gehalten. Danach entstand das Gorlebener Gebet.Beharrlicher Protest im Kiefernwald. Mal kommen zehn, mal 200, Protestanten, Katholiken, Muslime oder „Kirchenferne“ jeden Sonntag seit 25 Jahren zur atomkritischen Andacht nach Gorleben. taz vom 23. März 2014.Kreuzweg für die Schöpfung. Protest zieht von Gorleben nach Garzweiler. Chrismon vom 9. Juli 2021.

Inschrift: Wackersdorf – Gorleben / Kreuzweg Schöpfung / 1988

Der zerrissene Mensch mini|Der zerrissene Mensch „Der zerrissene Mensch“ steht neben dem Franziskus-Marterl nahe der WAA. Die 3 m hohe Holzskulptur des Ingolstädter Bildhauers Michael GraßlMichael Graßl - offizielle Seite des Künstlers soll „das Leiden und die Ängste der Menschen, die mit der WAA leben und kämpfen müssen, ausdrücken.“WAA-Chronik (PDF; 9,6 MB) in: atom, April/Mai 1987, S. 21 Sein Oberkörper ist vom Kopf bis zum Becken durchgehend gespalten und der braune Leib ist mit blutroten Flecken übersät. Graßl sah die Figur als "Mahnmal" und "Schrei der Verzweiflung" und wollte sich damit gegen die "Zerstörung menschlicher Umwelt und Kultur" wenden. Die Figur wurde im Januar 1987 mit Hilfe des Regensburger "Arbeitskreises für Theologie und Kernenergie" aufgerichtet und nach einem ökumenischen Gottesdienst von den Pfarrern Richard Salzl und Dörrich geweiht.Am WAA-Bauzaun: Zeichen des Zornes und des Mutes - Holzfigur des Ingolstädter Künstlers Michael Graßl am "Franziskus-Marterl" aufgestellt. in: Mittelbayerische Zeitung vom 12. Januar 1987

Der Bogen Gottes mini|Der Bogen Gottes Die Dank-Tafel mit dem Regenbogen wurde nach dem WAA-Aus von der Marterlgemeinde am Franziskus-Marterl errichtet. Tonarbeiten: Valerie Schwandner (Künstlerin aus Schwarzenfeld); Denkmalerstellung: Wolfgang Nowak (blauer Hintergrund, Montage der Tontafeln, Fundamente, ...)

Inschrift: Der Bogen Gottes zum Schutz der Erde Zum Dank für das Aus der WAA – Die ökumenische Marterlgemeinde

„WAA-NEIN“-Mosaik mini|WAA-Nein-Mosaik von Richard Salzl Das „WAA-NEIN“-Herz wurde von Pfarrer Richard Salzl am Fuße des Kreuzes von Wackersdorf am Franziskus-Marterl errichtet.

Rotes Kreuz mini|Rotes Kreuz () Beim Roten Kreuz, westlich der WAA und unweit vom „Chaoten-Eck“, war ein beliebter Treffpunkt vieler Anti-WAA-Demonstranten.Die Ohnmacht schlägt durch – Ein Tagebuch des Widerstands im Wald in: Die Zeit vom 20. Dezember 1985

Inschrift: Oh Herr bleibe bei uns, denn es will Nacht werden.

Votivtafel in Schwandorf mini|links|Einladung zur Bittprozession 1984 mini|Votivtafel in der Kreuzbergkirche Die Votivtafel von Berndt Trepesch wurde 1984 bei einer Bittprozession des Regensburger Arbeitskreises Theologie und KernenergieChristlicher Widerstand (Uli Otto, Kultur gegen die WAA, 2025) von der Schwandorfer Oberpfalzhalle Zu Unserer Lieben Frau vom Kreuzberg getragen.Neue Wege des Widerstands in: Natur und Umwelt, Zeitschrift für Ökologie und Umweltschutz, BUND, Heft 2, 1984, S. 15Alois Döring: Franziskus in Wackersdorf: Christliche Symbolik im politischen Widerstand. Religiöse Riten und Formen in ökologischen und friedensethischen Protestbewegungen. S. 435–449. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hrsg.): Symbole – Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Waxmann Verlag 1997, S. 435–449, ISBN 978-3-89325-550-4

Inschrift: In dieser Zeit, in der unsere Umwelt von Vernichtung bedroht ist, durch Vergiftung von Luft, Wasser und Erde, droht unserer Heimat Oberpfalz die Gefahr der atomaren Verseuchung für uns und kommende Generationen durch den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage. Maria, Mutter Gottes, Patronin unserer Heimat, Schutzfrau des Kreuzberges, bitte für uns bei Deinem Sohn um Schutz für unsere Heimat. Vor der Vergiftung der Erde verschone uns o Herr!

Votivtafel in Amberg mini|Votivtafel auf den Maria Hilf (Amberg) Die Votivtafel gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf wurde von Berndt Trepesch gemalt und auf den Mariahilfberg in die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Amberg getragen.

Inschrift: Maria hilf Schütze unsere Heimat vor den drohenden Gefahren der WAA

Anti-WAAhnsinns-Festival-Gedenkstein mini|Anti-WAAhnsinns-Festival-Gedenkstein ()