Der Bertini-Preis zeichnet in Hamburg Einzelpersonen, Gruppen oder Schulklassen für couragiertes Eintreten gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt von Menschen gegen Menschen aus. Der Preis wird jährlich am 27. Januar des Folgejahres, dem Holocaust-Gedenktag, im Ernst-Deutsch-Theater verliehen und ehrt insbesondere Projekte, die sich mit den Themen Erinnerungskultur, Antisemitismus, Rassismus und Soziale Gerechtigkeit beschäftigen.

Geschichte und Hintergrund Der Preis wurde im Jahr 1998 ins Leben gerufen. Der Name des Preises geht zurück auf den Roman Die Bertinis, in dem der Hamburger Schriftsteller Ralph Giordano das Schicksal seiner Familie während der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus schildert. Entstanden ist der Preis auf Initiative des 2023 im Alter von 80 Jahren verstorbenen Pädagogen Michael Magunna, der im Jahr 2015 dafür das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. Der Preis wird getragen von einem Verein, in dem sich unterschiedliche ideelle und materielle Förderer zusammengefunden haben.

Ziel des Preises ist die Förderung von Projekten, die sich im Rahmen von Unterricht, Seminaren und Arbeitsgemeinschaften in Schule und Universität, Jugendgruppen oder in der Freizeit gegen Ausgrenzung von Menschen wenden, die Erinnerungsarbeit leisten und Spuren vergangener Unmenschlichkeit in Hamburg sichtbar machen. Er will junge Menschen mit Zivilcourage würdigen, die ungeachtet der persönlichen Folgen mutig eingegriffen haben, um Unrecht, Ausgrenzung und Gewalt von Menschen gegen Menschen zu verhindern. Für Schulen hat der Verein Unterrichtsmaterial erstellt.

Eine Reihe von Fördernden unterstützt die Vergabe des Preises. Die Moderation der Preisverleihung, an der zahlreiche Prominente teilnehmen – wie beispielsweise bis kurz vor ihrem Tod die fast hundertjährige Peggy Parnass –, wird ebenfalls von Prominenten wie Julia-Niharika Sen übernommen. Den Preisträgern ist auf der Website des Preises eine gesonderte Unterseite gewidmet, auf der seit 2011 einige Projekte vorgestellt werden.

Vergabe Die Vergabe des Preises erfolgt durch eine Jury, die sich aus den Mitgliedern des Vereines Bertini-Preis e.V. sowie weiteren Personen zusammensetzt.Zu den weiteren Personen gehören u. a. je ein Vertreter der SchülerInnenkammer, der Elternkammer, der Lehrerkammer, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Behörde für Schule und Berufsbildung, der BürgerStiftung Hamburg, dem Ernst Deutsch Theater, dem Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der GEW Landesverband Hamburg, dem Hamburger Abendblatt, der Hamburger Volksbank, der Johannisloge des Kirchenkreis Hamburg-Ost, dem Landesjugendring Hamburg, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, dem Norddeutschen Rundfunk, der Sozialbehörde, dem Studierendenwerk Hamburg und ver.di Hamburg, siehe Bewerben können sich Gruppen oder Einzelpersonen bis zu einem Alter von 27 Jahren, die sich mit kreativen Projekten oder Initiativen für eine offene und demokratische Gesellschaft engagieren. Die Preise haben einen Gesamtwert von 10.000 Euro. Der Vereinssitz befindet sich im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

Preisträger Jährlich werden mehrere Einzelpersonen und Projekte, an denen Teams von einigen oder über hundert Mitwirkenden beteiligt sind, mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2011 ist eine Übersicht über alle Preisträger sowie weitere Informationen zu ihren Projekten auf der Website des Bertini-Preises abrufbar.

Die Namen der einzelnen Preisträger werden mitunter in den Medien erwähnt, bleiben hier aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der jungen Menschen außen vor.

Nachfolgend findet sich eine unvollständige Auflistung der seit 1998 gewürdigten Preisträger, ergänzt durch die Laudatoren bei den jeweiligen Preisverleihungen. Einige der Festreden sind im vollen Wortlaut im Internet veröffentlicht, darunter jene von Wolfgang Thierse, von Wolf Biermann, eine von Isabella Vértes-Schütter verlesene Ansprache von Ralph Giordano und die Festrede von Marione Ingram.

Weblinks www.bertini-preis.de

Einzelnachweise

Kategorie:Auszeichnung (Hamburg) Kategorie:Auszeichnung (Schulwesen) Kategorie:Erstverleihung 1999