Lützenreuth ist ein Gemeindeteil der Stadt Gefrees im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Lützenreuth hat eine Fläche von 6,454 km². Sie ist in 603 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10703,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ackermannshof, Hinterer Kesselberg, Meyerhof, Stein und Vorderer Kesselberg. Zum Gemeindeteil Lützenreuth zählt die Einöde Lochnerseinzel.
Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur südlich des Kesselbergs () und östlich des Wachbergs (), die mit weiteren Erhebungen einen Höhenzug des Fichtelgebirges bilden. Im Ort entspringt ein namenloser rechter Zufluss des Lübnitzbachs. Südlich von Lützenreuth gibt es einen Hohlweg mit Baumbestand, der als Naturdenkmal ausgezeichnet ist. Die Kreisstraße BT 48 führt nach Böseneck zur Staatsstraße 2180 (2 km nördlich) bzw. nach Hohenknoden (2,4 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mooshof (0,9 km westlich). Ein Anliegerweg führt nach Entenmühle (1 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1350 als „Luczelreut“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Hermann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 398.
Zur Realgemeinde Lützenreuth gehörte Kesselberg. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Lützenreuth aus 23 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Berneck zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde sowohl von der bambergischen Amtsverwaltung Grünstein als auch von dem Stadtvogteiamt Berneck beansprucht. Grundherren waren die Gemeinde Lützenreuth: 1 Schmiedehaus; die bambergische Amtsverwaltung Grünstein: 3 Halbhöfe, 1 Sölde, 1 halbe Sölde, 2 Tropfhäuslein; das bambergische Kastenamt Stadtsteinach: 2 Güter; das Gotteshaus Marktschorgast: 1 Haus; das bayreuthische Kastenamt Gefrees: 2 Halbhöfe; das bayreuthische Amt Stein: 1 Hof, 5 Halbhöfe, 2 Sölden, 1 Wirtshaus, 1 Tropfhaus.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 421.
1802 kam Lützenreuth durch Reichsdeputationshauptschluss an das Herzogtum Bayern, zwischenzeitlich 1804 an Preußen, 1806 an Frankreich, 1810 an das Königreich Bayern. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Lützenreuth gebildet. Zu diesem gehörten Ackermannshof, Hermersreuth, Hinterer Kesselberg, Meyerhof, Stein und Vorderer Kesselberg. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Lützenreuth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. 1840 wurde die Gemeinde Lützenreuth an das Landgericht Berneck und an das Rentamt Marktschorgast überwiesen (1919 in Finanzamt Marktschorgast umbenannt). Ab 1862 gehörte Lützenreuth zum Bezirksamt Berneck. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Berneck (1879 in Amtsgericht Berneck umgewandelt). 1929 wurde die Gemeinde schließlich an das Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt) und das Finanzamt Münchberg abgegeben, 1931 auch an das Amtsgericht Münchberg. Seit 1959 ist das Amtsgericht Bayreuth zuständig.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 491. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,454 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Lützenreuth am 1. Juli 1971 nach Gefrees eingemeindet. Am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde Lützenreuth an den Landkreis Bayreuth.
Baudenkmäler Haus Nr. 23: Wohnstallhaus
ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 1: Zweigeschossiger, verputzter Satteldachbau, der Scheitelstein des Türsturzes bezeichnet „P. D. 1848“. Zugehörig eingeschossiger Stallbau aus Sandsteinquadern mit Halbwalmdach und Ecklisenen, der Scheitelstein des Türsturzes bezeichnet „PD 1841“.T. Breuer: Landkreis Münchberg, S. 23. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Lützenreuth Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 313 352 375 374 410 398 394 384 362 378 344 338 337 348 333 323 316 342 307 434 409 348 287 246HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 57 61 62 56 55 60 59 63 Quelle
Ort Lützenreuth Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 160 158 212 212 201 177 170 181 140 114 76Häuser 28 30 27 29 30 33 16Quelle
Religion Die bambergischen Untertanen waren ursprünglich nach St. Jakobus der Ältere (Marktschorgast) gepfarrt, die bayreuthischen Untertanen nach St. Trinitatis (Berneck). Seit der Reformation ist der Ort evangelisch-lutherisch geprägt und nach Berneck gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Gefrees) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1350 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth