Chiara Valentini (geboren am 16. Juli 1941 in Parma; gestorben vor oder am 7. Januar 2026Addio alla giornalista parmigiana Chiara Valentini, gazzettadiparma.it, 8. Januar 2026. in Rom) war eine italienische Journalistin und Schriftstellerin. Sie war Chefredakteurin und Korrespondentin bei den italienischen Wochenzeitschriften Panorama und L’Espresso. Sie war Mitglied im feministischen Gruppo Controparola.
Leben
Ausbildung und Einstieg ins Berufsleben Valentini schloss ihr Jurastudium an der Universität Parma mit einer Arbeit über Ehrenmorde ab. In jenen Jahren organisierte sie das Internationale Festival für Experimental- und Universitätstheater und gründete zusammen mit Andrea Calzolari und Oddone Pattini die neo-avantgardistische Theaterzeitschrift Teatro Festival.
Sie begann als Journalistin beim Corriere della Sera für die Jugendseite zu arbeiten. 1968 wurde sie unter 1300 Bewerbern für den ersten und einzigen öffentlichen Kommentatoren-Wettbewerb der RAI ausgewählt. Sie kam zwar nicht unter die 23 Gewinner, begann aber dennoch eine glänzende Karriere in der Branche.
Journalistin bei Panorama Ein Jahr lang machte sie ein Volontariat in Rom und arbeitete mit Nuccio Fava, Giancarlo Saltalmassi, Paolo Frajese, Bruno Pizzul und Bruno Vespa zusammen. Doch schon bald nahm sie das Angebot von Lamberto Sechi an, sich einer Gruppe junger Wilder anzuschließen, die die Wochenzeitung Panorama wiederbeleben wollten, und kehrte daher nach Mailand zurück. Für Panorama schrieb sie über Proteste und Feminismus und leitete schließlich die Kulturredakteurin als erste Frau. In den 1970er Jahren arbeitete sie als Biografin und Investigativjournalistin.
Journalistin bei L’Espresso Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Herausgeber Claudio Rinaldi verließ Valentini Panorama und wechselte als Korrespondentin zu L’Espresso, der von Giovanni Valentini herausgegeben wurde. Hier verfolgte sie als Journalistin die letzten Tage der Sowjetunion und die Ereignisse im jungen Russland. In den 1990er Jahren wurde sie entsandt, um über ethnische Vergewaltigungen in Bosnien zu recherchieren, worüber sie zusammen mit Elena Doni in L’Espresso und in einer Broschüre mit dem Titel L’arma dello stupro schrieb.
Schriftstellerin Valentini schrieb Bücher über berühmte italienische Persönlichkeiten, so etwa über Dario Fo und Enrico Berlinguer. Das Buch über Berlinguer ist das einzige Buch, das auf Deutsch vorliegt. Valentini beschäftigte sich mit der Rolle des Partito Comunista Italiano (PCI) und wandte sich schließlich der Rolle der Frauen in den westlichen Gesellschaften zu.
Auf Initiative von Dacia Maraini schlossen sich 1992 eine Reihe von Journalistinnen und Schriftstellerinnen zum Gruppo Controparola zusammen. Sie wollten das Ansehen von Frauen in der italienischen Gesellschaft verändern und gaben eine Reihe von Büchern heraus, die das Engagement und die herausragende Rolle von Frauen in verschiedenen Epochen der Geschichte darstellen. Von den Anfängen bis 2018 arbeitete Valentini an den Buchprojekten von Controparola mit.
Veröffentlichungen (Auswahl) Die Titel sind pro Abschnitt in der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens aufgelistet.
Autorin La storia di Dario Fo. Feltrinelli, Mailand 1997, ISBN 88-07-81475-7 (italienisch, Erstausgabe: 1977). Il compagno Berlinguer. A. Mondadori, Mailand 1985. Berlinguer il segretario. A. Mondadori, Mailand 1987. ISBN 88-04-30350-6.
deutsch: Il nome e la cosa. Viaggio nel Pci che cambia. Feltrinelli, Mailand 1990. ISBN 88-07-08085-0. Le donne fanno paura. EST, Mailand 2000, ISBN 88-428-0842-3 (italienisch, Erstausgabe: Il Saggiatore, Mailand 1997). La fecondazione proibita. Feltrinelli, Mailand 2004. ISBN 88-07-17104-X. O i figli o il lavoro. Feltrinelli, Mailand 2012. ISBN 978-88-07-17225-0.
Mitautorin
Mit Laura Lilli: Care compagne. Il femminismo nel PCI e nelle organizzazioni di massa. Editori Riuniti, Rom 1979. Mit Elena Doni: L’arma dello stupro. Voci di donne della Bosnia. La Luna, Palermo 1993. ISBN 88-7823-039-1.
Herausgeberin
Literatur
Weblinks
Chiara Valentini - Trentino Cultura
Chiara Valentini | inGenere Intervista a Chiara Valentini - CIS
Einzelnachweise
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