Paulinho Paiakan (geb. 1955; gest. 16. Juni 2020, Redenção, Pará) war ein Anführer des Kayapo-Volkes, eines indigenen Volkes in Brasilien. Er führte die Kayapo bei ihren Protesten gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds an.
Aktivismus Paiakan wurde 1971 von der brasilianischen Regierung angeheuert, um den Bau des Transamazonischen Autobahnsystems durch das Land der Kayapo zu unterstützen. Als Paiakan die Natur des Projekts aus erster Hand sah, kündigte er seinen Job und begann, sein Volk gegen das Projekt zu mobilisieren. Er gründete mit einer Splittergruppe seines Heimatdorfes ein neues Dorf namens Aukre, wo er die Zerstörung des Regenwaldes und die Kayapo-Traditionen filmte.
Paiakan erlangte weltweite Bekanntheit durch seine Tournee durch Europa und Nordamerika mit öffentlichen Auftritten und Vorträgen, gesponsert von Friends of the Earth, dem World Wildlife Fund und der Kayapo Support Group of Chicago im Rahmen einer Kampagne gegen das Belo-Monte-Staudammprojekt in Altamira. In einer Rede an der University of Chicago sagte er:
Nach dieser Kampagne und den darauf folgenden Protesten in Altamira (Encontro) kündigte die Weltbank an, dass sie Brasilien keinen Kredit für das Projekt gewähren werde.
Vergewaltigungsanklage und Prozess 1992 wurde Paiakan beschuldigt, eine junge weiße Frau vergewaltigt zu haben, die er als Nachhilfelehrerin für seine Kinder engagiert hatte. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, die Brustwarzen abgebissen und beide Hände in die Vagina der Frau eingeführt zu haben.Donald S. Moore: Pulp Fictions of Indegenism. In: Donald S. Moore, Anand Pandian, Jake Kosek: Race, Nature, and the Politics of Difference. Duke University Press 2003: S. 365. ISBN 9780822330912 1994 wurde Paiakan freigesprochen, doch in einem Wiederaufnahmeverfahren 1999 wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die gesamte Affäre stigmatisierte nicht nur Paiakan, sondern die gesamte indigene Völkerbewegung, deren Schlüsselfigur er gewesen war.Donald S. Moore: Pulp Fictions of Indegenism. In: Donald S. Moore, Anand Pandian, Jake Kosek: Race, Nature, and the Politics of Difference. Duke University Press 2003: S. 366.
Persönliches Paiakan war der Bruder de Aktivistin Tuíre Kayapó und der Vater von Maial Panhpunu Paiakan.
Tod Paiakan starb am 16. Juni 2020 im Hospital Público Regional do Araguaia in Redenção an COVID-19 während der COVID-19-Pandemie in Brasilien. Er wurde etwa 65 Jahre alt. Er arbeitete eng mit einem anderen brasilianischen COVID-19-Opfer, Missias Kokama, zusammen.
Einzelnachweise
Kategorie:Indianer Kategorie:Menschenrechtsaktivist (Brasilien) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann