Das innsbruck nature film festival (inff) ist ein jährlich stattfindender Filmwettbewerb mit dem Schwerpunkt Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Das Festival hat seinen Sitz in Innsbruck, Österreich, und wurde 2002 vom Tiroler Umweltanwalt Johannes Kostenzer ins Leben gerufen. Bereits 2013 erfolgte die Umwandlung der Innsbrucker Naturfilmtage in einen international ausgerichteten Wettbewerb. Im Jahr 2025 zog das Festival je nach Quelle über 6.000 / 13.000 Besucher an, die an unterschiedlichen Veranstaltungsformaten wie Filmvorführungen, Diskussionsrunden und Rahmenprogramm teilnahmen.
Filmfestival Das inff wurde 2001 von Johannes Kostenzer gegründet und hat sich seitdem von einem regionalen Format zu einem international anerkannten Wettbewerb entwickelt. Mit der Umstellung im Jahr 2013 fand eine Erweiterung des Konzepts statt, sodass neben lokalen Naturfilmtagen nun Filme aus aller Welt präsentiert werden. Träger und Organisator des Festivals ist der gemeinnützige Verein Nature Festival.
Das inff ist ein IMDb-qualifizierendes Event und zeigt Filme, Dokumentationen, Animationen und Reportagen zu Natur, Nachhaltigkeit und Umweltfragen im Wettbewerb. Jährlich werden rund 60 kuratierte Filme gezeigt, lokale und internationale Filmemacher und Experten begleiten die Filmvorführungen und nehmen an Q&A-Sessions und Podiumsdiskussionen teil. Das Festival präsentiert ein vielfältiges Programm, das sowohl Filme mit breiter Anziehungskraft als auch spezialisierte Nischenproduktionen umfasst. Viele der Filme feiern beim inff ihre Österreichpremiere, es gab auch schon einige Europa- und Weltpremieren, wie etwa 2024 die Filme Animal Pride und Greina. mini|Awards des innsbruck nature film festivals
Filmwettbewerb Im Rahmen des Wettbewerbs werden jährlich zahlreiche Filme aus verschiedenen Ländern eingereicht – in den vergangenen Jahren lagen Einsendungen aus über 107 Nationen vor. Aus den Einreichungen werden die Gewinner in mehreren Kategorien durch eine internationale Jury ausgewählt. Diese Jury setzt sich regelmäßig aus angesehenen Persönlichkeiten der Filmbranche und des Umweltbereichs zusammen, wie etwa Mariette Rissenbeek - ehemalige Geschäftsführerin der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Christian Berger - Regisseur und Oscar nominierter Kameramann, Niobe Thompson - kanadischer Regisseur und Produzent und Emmy-Gewinner, Oliver Goetzl - deutscher Tierfilmer sowie Diana Garlytska - regionale Vizevorsitzende für Westeuropa der IUCN Commission on Education and Communication.
Das Festival zeichnet Filme in folgenden Kategorien aus:
Bester Naturdokumentarfilm Bester Umweltdokumentarfilm Bester Green Fiction Film Bester Green Fiction Kurzfilm Bester Kurzfilm für Kinder Bester Animationskurzfilm
Daneben gibt es Sonderpreise, die thematische Schwerpunkte wie Biodiversität, Alpen, Berge, Gletscher und Boden berücksichtigen. Weitere Auszeichnungen, beispielsweise der Wild Women Award und der Christian Berger Cinematography Award, sollen besondere Leistungen von Regisseurinnen, Kamerafrauen oder bei der visuellen Umsetzung würdigen. Insgesamt beläuft sich das Preisgeld auf 27.000 €.
Rahmenprogramm in der Festivalwoche mini|Föhn Exkursion auf der Nordkette im Naturpark Karwendel
Naturerleben Der Hauptveranstaltungsort des Festivals ist das Metropol Kino in Innsbruck. Neben den Filmvorführungen wird im Foyer des Kinos jährlich eine themenspezifische Ausstellung realisiert – so etwa die Ausstellung zum Thema Boden im Jahr 2024, die in Kooperation mit dem Land Tirol konzipiert wurde. Das Programm soll den Besuchern einen multisensorischen Zugang zu aktuellen Umweltthemen bieten. Im Kinofoyer am inff-Besucherdesk und im Directors’ Café können sich die Besucher austauschen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Rahmenprogramms sind die Experiences – ein Angebot, das allen Interessierten offensteht. Dieses Format umfasst interaktive Workshops, geführte Rundgänge, multimediale Installationen und themenbezogene Aktivitäten, die einen praxisnahen Zugang zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen ermöglichen. Ziel ist es, auch Besucher anzusprechen, die keinen formellen Festivalbesuch planen, und ihnen in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit zu bieten, sich mit aktuellen Umweltthemen auseinanderzusetzen. Zu den Highlights gehören die jährlichen Föhn - Exkursion auf der Nordkette, die Zum Kuckuck Open-Mic-Sessions in Zusammenarbeit mit Patagonia, die geführten Naturwanderungen im Naturpark Karwendel, sowie im Jahr 2023 der Fokus auf Nachtnaturerlebnisse in Kooperation mit Dark Sky International - dessen Leiter Ruskin Hartley zu Gast beim inff war.
Umweltbildung und Filmvermittlung Das inff arbeitet eng mit lokalen Schulen und der Universität Innsbruck zusammen, um während des Festivals vielseitige Lernerlebnisse zu ermöglichen. Dazu gehören kuratierte Filmvorführungen zu Umweltthemen, interaktive Q&A-Sessions mit Filmemachern sowie Expertenseminare in den Bereichen Ökologie und Umweltwissenschaften. In Kooperation mit Natopia, einer Organisation für Naturpädagogik, organisiert das inff spezielle Schulvorführungen, um junge Zuschauer frühzeitig für Umweltfragen zu sensibilisieren. Die sogenannten Science Glimpses bereichern das Programm zusätzlich, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit filmischer Erzählkunst verknüpfen und so ein tieferes Verständnis für Umweltfragen schaffen.
Branchentreff Das Festival versteht sich auch als Begegnungsstätte für Filmschaffende, Fernsehverantwortliche und Produktionsfirmen. Neben Fachseminaren und Workshops werden zusätzliche Veranstaltungen wie wissenschaftliche Vorträge, Networking-Events und geführte Expeditionen angeboten, um den fachlichen Austausch zu fördern. Seit 2023 ist darüber hinaus ein spezielles B2B-Segment unter dem Namen „Cineleaves“ etabliert, das einen besonderen Fokus auf die Vernetzung der Film- mit der Verlagsbranche legt.
Kunst und Film Ein besonderer Schwerpunkt des inff liegt auf der Verbindung von Kunst und Film. Im Rahmen der sogenannten Green Arthouse-Reihe werden Filme gezeigt, die neue narrative Zugänge zu Umweltthemen bieten. 2024 eröffnete der österreichische Künstler und Umweltaktivist Edgar Honetschläger das Festival, zeigte eine Performance zum Thema Insekten und präsentierte seinen Film Midas Ants am Festival. Außerdem zeigte der kolumbianische Fotograf Nicolas Valentin eine Galerieausstellung mit großformatigen Insektenfotografien.
Internationale Vernetzung Das Festival positioniert sich als europäische Plattform für den Austausch zwischen Filmschaffenden, Produktionsfirmen und Sendern. Neben der Zusammenarbeit mit der Alpenkonvention und der Mitgliedschaft im Green Film Network, kooperiert das inff auch mit der IUCN Commission on Education and Communication. Im Jahr 2024 erhielt Festivaldirektor Johannes Kostenzer den IUCN CEC West Europe Award für seine Verdienste um die Naturvermittlung.
Outreach Programm Um auch Zielgruppen außerhalb der klassischen Festivalorte zu erreichen, gibt es mehrere Outreach-Formate:
Campuskino Das Campuskino ist eine Kooperation zwischen dem inff und der Universität Innsbruck. Hier werden Festivalfilme an der Universität gezeigt und anschließend in Diskussionsrunden mit Fachexperten, beispielsweise aus den Bereichen Mikrobiologie, Ethnologie, Ökologie und Geographie, vertieft. Im Campuskino gezeigt wurden etwa Outgrow the System und anlässlich des Weltbodentages der preisgekrönte Film Kosmos Erde – Planet Soil.
inff on tour Mit inff on tour werden Mini-Filmfestivals in verschiedenen Gemeinden Tirols organisiert. Diese Veranstaltungen kombinieren Filmvorführungen mit Expertenpanels, Workshops und weiteren interaktiven Elementen. In nur zwei Jahren konnten 20 Events in zehn Gemeinden wie etwa im Naturpark Ötztal, in Pettneu am Arlberg oder im Naturpark Karwendel realisiert werden, die im Jahr 2024 insgesamt mehr als 1.600 Besucher erreichten. Ziel ist es, insbesondere in ländlichen und peripheren Regionen den Zugang zu kulturellen und umweltpädagogischen Angeboten zu fördern.
inff en voyage Mit dem Format inff en voyage wird das Festivalprogramm international erweitert. So nahm das inff im Oktober 2024 am Regional Conservation Forum des IUCN in Brügge mit einem Kurz- und einem Langfilm teil. Im Rahmen der Österreichischen Kulturwoche in Muscat, Oman, ebenfalls im Oktober 2024, zeigte das inff über vier Tage hinweg vier österreichische Produktionen und veranstaltete spezielle Filmvorführungen für Erwachsene und Kinder. Gezeigt wurde unter anderem der Film „Wildes Innsbruck“ von Patrick Centurioni, der die Umweltveränderungen in den Alpen thematisiert. Vom 30. November bis 2. Dezember 2025 war das innsbruck nature film festival zu Gast in Manila. Im SM Mall of Asia Cinema wurden in Kooperation mit der Österreichischen Botschaft in Manila und lokalen Partnern kostenfreie Vorführungen preisgekrönter österreichischer Produktionen organisiert.
EU-Projekt Food on Film Das inff ist zudem Kooperationspartner im EU-finanzierten Projekt „Food on Film“. Im Rahmen dieses Projekts erarbeiten seit dem Herbstsemester 2024 Schulklassen aus fünf europäischen Ländern (Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich und Montenegro) Scripte für Kurzfilme zu den Themen Ernährung, Lebensmittelproduktion und Umwelt. Das Projekt stellt den Lehrern und Schulen ein digitales und interaktives Lehrfilmformat zur Verfügung, welches Zugang zu vielen internationalen und nationalen Umweltfilmen, Dokumentationen und wissenschaftlichen Unterlagen ermöglicht.
In Österreich entwickelten 19 Schulklassen Skripte für je einminütige Kurzfilme. Die besten zwei wurden mit einem zweitägigen Filmworkshop belohnt. Die fertigen Filme wurden beim Mobile Film Festival in Frankreich und beim Innsbruck Nature Film Festival 2025 auf der großen Leinwand präsentiert.
Preisträger (Auswahl)