Klaus Hamprecht (* 22. Juni 1954; † 19. Juni 2022) war ein deutscher Arzt und Virologe. Er wurde vor allem bekannt durch seine wissenschaftlichen Publikationen zur Diagnostik von Infektionen mit dem Humanen Cytomegalievirus (CMV) in der Schwangerschaft, die angeborene und nachgeburtliche Übertragung von CMV, sowie deren Prävention und Therapie.

Leben Klaus Hamprecht studierte Medizin und Biochemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Jahr 1986 wurde er mit der Dissertation „Charakterisierung der modulatorischen Wirkung dialysierbarer Komponenten aus Kalbsthymus und Humanleukocyten auf die natürliche Antitumorcytotoxicität“ zum Dr. rer. nat. am Friedrich-Miescher-Labor des Max-Planck-Institutes promoviert und 1988 mit der Dissertation „Funktionelle und biochemische Charakterisierung von Komponenten in Viscum-album-Extrakt (Iscador) mit modulierendem Einfluss auf das Tumorzytolysepotential humaner NK-Zellen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Dr. med.

Es folgten Ausbildungsstationen als Arzt in der Medizinischen Mikrobiologie des Universitätsklinikums Ulm, in der Inneren Medizin Abteilung Hämatologie und Onkologie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und ab 1991 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Medizinische Virologie der Universität Tübingen. Hier baute er für eigene Projekte die CMV-Diagnostik mittels molekularmedizinischer Technologien und etablierter Zellkulturmethoden auf und konnte so unter anderem das Virus in der Muttermilch nachweisen und infektiöses Virus isolieren. 1995 wurde ihm die Facharztbezeichnung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg verliehen. Im Jahr 2004 habilitierte er sich in Tübingen mit der Habilitationsschrift „Epidemiologie und Dynamik der Reaktivierung des humanen Cytomegalovirus (HCMV) während der Laktation“ und erhielt die venia legendi für das Fachgebiet „Klinische Virologie“. 2007 wurde er an der Universität Tübingen zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Klaus Hamprecht war verheiratet, Vater und Großvater. Er verstarb unerwartet wenige Tage vor seinem 68. Geburtstag und ist auf dem Friedhof Wohlmuthausen in Forchtenberg beigesetzt.

Wirken

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Hamprecht waren die Diagnostik von CMV-Infektionen in der Schwangerschaft, die konnatale und postnatale CMV-Transmission, sowie deren Prävention und Behandlung. Für die Abklärung von Virostatika-Resistenzen entwickelte er eigene genotypische und phänotypische Untersuchungsmethoden, für die Prävention der Virustransmission durch Muttermilch ein patentiertes Virusinaktivierungsverfahren. Er ist Autor von mehr als 180 Forschungsartikeln und Buchbeiträgen sowie Inhaber von rund zehn Patenten. Darüber hinaus ist er als Wissenschaftler auch massenmedial in Erscheinung getreten.

Schriften (Auswahl) Wichtige Publikationen von Hamprecht sind u. a.:

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Im Jahr 2005 erhielt Hamprecht den Professor-Adalbert-Seifriz-Preis (Technologie Transfer Handwerk mit Klaus Lauf, Tübingen). 2018 erhielt er zusammen mit Rangmar Goelz und Jens Maschmann den Nutricia Wissenschaftspreis.

Hamprecht war Mitglied der Gesellschaft für Virologie (GfV), der European Society of Clinical Virology (ESCV) und der European Congenital Cytomegalovirus Initiative (ECCI).

Weblinks

Nachruf der Universität Tübingen auf der Website der Universität Tübingen Nachruf der Gesellschaft für Virologie Todesanzeige aus der Heilbronner Stimme

Einzelnachweise

Kategorie:Virologe Kategorie:Biochemiker Kategorie:Epidemiologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann