Ute Lewitzka (* 1972Anmerkung: In der Presse wird teils abweichend auch 1975 genannt. in PeitzUniReport. Nr. 6, 5. Dezember 2024, S. 26 (PDF).) ist eine deutsche Psychiaterin und Hochschullehrerin für Suizidologie.
Biografie Ute Lewitzka studierte von 1991 bis 1999 Medizin in Berlin und Dresden. 2004 promovierte sie zur Frage der Veränderung von Neurotransmittern bei suizidalen Personen an der Technische Universität Dresden und absolvierte bis 2006 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ihre Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Von 2008 bis 2010 war sie Oberärztin an der psychiatrischen Akutstation. 2010 bis 2012 war sie Visiting Assistant Professor an der Dalhousie University in Kanada und forschte zu Kindern von Eltern mit bipolarer Störung. Danach kehrte sie nach Dresden zurück und habilitierte sich 2018. Dabei beschäftigte sie sich mit dem Einfluss von Lithium auf Suizidalität und affektive Störungen.
Zum 1. November 2024 wurde Lewitzka auf die bundesweit erste Professur für Suizidologie und Suizidprävention berufen. Sie wurde als Stiftungsprofessur durch die Crespo Foundation, die Henryk-Sznap-Stiftung sowie vor allem die Dr. Elmar und Ellis Reiss Stiftung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main eingerichtet. Zugeordnet ist sie der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unter der Direktion von Andreas Reif am Universitätsklinikum Frankfurt.
Ehrenamtliche Tätigkeiten und Kooperationen 2017 gründete Lewitzka das Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen (WFI, benannt nach Werner Felber) und ist seither dort Vorstandsvorsitzende. Seit 2018 ist sie ehrenamtliche Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Für die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ist sie seit 2018 außerdem Leiterin des Referats Suizidologie, eines von 35 Fachreferaten der Gesellschaft. Sie ist im wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV). Mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention sowie die „European Alliance against Depression“ strebt sie den Aufbau eines nationalen Zentrums für Suizidprävention an.
Forschungsschwerpunkte Lewitzka begreift die Suizidologie als sehr breites, interdisziplinäres Forschungsfeld, das unter anderem biologische, psychologische und soziale Ursachen suizidalen Verhaltens untersucht. Ihr Ziel ist dabei die Suizidprävention.
In ihrer Promotion fand sie Veränderungen von Neurotransmittern bei suizidalen Personen und untersuchte in ihrer Habilitation wie auch später die Möglichkeiten der medikamentösen Beeinflussung des Suizidrisiko mittels Lithiumtherapie.
Mit ihrem Team in Dresden evaluierte sie außerdem das Projekt HEYLiFE. Dabei waren an sächsischen Schulen mit mehreren tausend Schülerinnen und Schülern in 180-minütigen Workshops neben theoretischem Wissen, auch konkrete Bewältigungsstrategien und die Kommunikation über psychische Probleme adressiert worden.
In einem anderen Projekt wurden Notrufleitstellen eingebunden. Durch die systematische Erfassung eingehender Notrufe konnten die Forschenden regelmäßig Analysen zu den gewählten Orten und Methoden der Suizide oder Suizidversuche durchführen und Heatmaps erstellen. Daraus folgen Empfehlungen, um entsprechend betroffene Orte oder Methoden schwerer zugänglich zu machen, zum Beispiel den Zugang zu bestimmten Bauwerken zu sperren. Dieser sogenannten Methodenrestriktion liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die meisten Menschen ihren Suizidversuch abbrechen und nicht wiederholen, wenn die von ihnen gewählte Methode nicht durchgeführt werden kann.
Publikationen (Auswahl) Buchbeiträge
Artikel
Weblinks
Profil bei Researchgate Profil an der Technischen Universität Dresden (mit Bild und Lebenslauf) Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Frankfurt Eintrag in Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Interview in der Hessenschau, Januar 2025 (schriftliches Interview und im Video ab Minute 3:40)
Einzelnachweise
Kategorie:Psychiater Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau