Das Amendment XX, der 20. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, enthält einige Details, die präsidiale Nachfolge und die Regelung des Beginns und der Beendigung der Amtsperiode von gewählten Bundesorganen betreffend. Es wird auch das Lame Duck Amendment (Lahme-Ente-Verfassungszusatz) genannt.
Der Verfassungszusatz wurde am 2. März 1932 vom US-Kongress vorgeschlagen, am 23. Januar 1933 ratifiziert, aber gemäß Abschnitt 5 auf die Amtseinführung des neuen Präsidenten (Franklin D. Roosevelt) im Jahr 1933 noch nicht angewendet.
Als verantwortlich für den 20. Zusatzartikel gilt George W. Norris.
Wortlaut mini|Erste Seite des Amendment XX aus dem Nationalarchiv mini|Zweite Seite
Geschichte
Der Sinn dieses Verfassungszusatzes war die Verkürzung der Zeit zwischen der Wahl des Präsidenten und des Kongresses und dem Beginn ihrer Amtsperioden. Unter der ursprünglichen Verfassung nahmen diese ihre Arbeit am 4. März auf, vier Monate nach der Wahl. Diese Pause war im 19. Jahrhundert noch notwendig gewesen, um den neu gewählten Amts- bzw. Mandatsträgern zu ermöglichen, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und von ihrem Wohnsitz in die Hauptstadt Washington D.C. zu reisen. Im 20. Jahrhundert hatte sich die dafür benötigte Zeit jedoch deutlich reduziert.
Außerdem musste aufgrund der ursprünglichen Regelung der Kongress jedes Jahr im Dezember eine Versammlung abhalten. Dies führte in Wahljahren zu einem „lame-duck“-Treffen („lahme Ente“), bei dem üblicherweise nur wenig entschieden wurde.
Im Februar 1933, nur drei Wochen nach der Ratifikation des Verfassungszusatzes, wurde der zwar gewählte, aber noch nicht vereidigte Präsident Franklin D. Roosevelt Ziel eines erfolglosen Attentats durch Giuseppe Zangara, dem Bürgermeister Anton Cermak von Chicago, der ihn begleitete, zum Opfer fiel. Wäre Roosevelt ums Leben gekommen, wäre Abschnitt 3 anzuwenden gewesen.
Die erste Amtseinführung nach Abschnitt 1 dieses Verfassungszusatzes war die von Roosevelt und dessen Vizepräsidenten John Nance Garner am 20. Januar 1937.
Ratifizierung Der Zusatzartikel wurde von den einzelnen Bundesstaaten wie folgt ratifizierthttps://www.govinfo.gov/content/pkg/GPO-CONAN-2013/pdf/GPO-CONAN-2013.pdf, abgerufen am 30. März 2022, abgerufen am 30. März 2022: Virginia: 4. März 1932 New York: 11. März 1932 Mississippi: 16. März 1932 Arkansas: 17. März 1932 Kentucky: 17. März 1932 New Jersey: 21. März 1932 South Carolina: 25. März 1932 Michigan: 31. März 1932 Maine: 1. April 1932 Rhode Island: 14. April 1932 Illinois: 21. April 1932 Louisiana: 22. Juni 1932 West Virginia: 30. Juli 1932 Pennsylvania: 11. August 1932 Indiana: 15. August 1932 Texas: 7. September 1932 Alabama: 13. September 1932 Kalifornien: 4. Januar 1933 North Carolina: 5. Januar 1933 North Dakota: 9. Januar 1933 Minnesota: 12. Januar 1933 Arizona: 13. Januar 1933 Montana: 13. Januar 1933 Nebraska: 13. Januar 1933 Oklahoma: 13. Januar 1933 Kansas: 16. Januar 1933 Oregon: 16. Januar 1933 Delaware: 19. Januar 1933 Washington: 19. Januar 1933 Wyoming: 19. Januar 1933 Iowa: 20. Januar 1933 South Dakota: 20. Januar 1933 Tennessee: 20. Januar 1933 Idaho: 21. Januar 1933 New Mexico: 21. Januar 1933 Georgia: 23. Januar 1933 Die Ratifizierung durch die erforderlichen 36 von (damals) 48 Bundesstaaten wurde am 23. Januar 1933 mit der Ratifizierung durch Georgia abgeschlossen. Anschließend wurde der Zusatzartikel noch von folgenden Bundesstaaten ratifiziert: Missouri: 23. Januar 1933 Ohio: 23. Januar 1933 Utah: 23. Januar 1933 Massachusetts: 24. Januar 1933 Wisconsin: 24. Januar 1933 Colorado: 24. Januar 1933 Nevada: 26. Januar 1933 Connecticut: 27. Januar 1933 New Hampshire: 31. Januar 1933 Vermont: 2. Februar 1933 Maryland: 24. März 1933 Florida: 26. April 1933
Weblinks
Einzelnachweise
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