Pavel Čiháček (* 23. Juni 1987) ist ein tschechischer Skibobfahrer. Mit 24 Weltmeistertiteln und mehr als 40 Weltcupsiegen gehört er zu den erfolgreichsten Athleten der nichtolympischen Sportart. Zwischen 2017 und 2024 gewann er sechsmal den Skibob-Gesamtweltcup.

Biografie Pavel Čiháček wuchs in Dobruška auf. Im Alter von zehn Jahren begann der Sohn eines begeisterten Motocross-Fahrers unter Anleitung von Karel Baláček mit dem Skibobsport. Bereits zwei Jahre später gewann er im Rahmen der tschechischen Meisterschaften seine erste Medaille. In der Saison 2004/05 belegte er hinter seinem Landsmann Aleš Houser Platz zwei in der Jugend-Europacup-Gesamtwertung. Im folgenden Winter entschied er den Europacup für sich, indem er acht von neun Rennen gewann. Bei Juniorenweltmeisterschaften holte er insgesamt drei Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen in allen Disziplinen.

Am 13. Januar 2007 gab Čiháček im Riesenslalom am Kühtai sein Debüt im Skibob-Weltcup und schaffte als Neunter gleich ein achtbares Resultat. In der Weltcup-Gesamtwertung belegte er wie auch im folgenden Jahr Platz acht. Nachdem er am Kühtai den ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, nahm er 2009 in Ustroń erstmals an Weltmeisterschaften teil und gewann auf Anhieb zweimal Silber – jeweils hinter seinem Mentor David Krejčí – und einmal Bronze. Im Gesamtweltcup wurde er Dritter. Drei Jahre später gelang ihm bei den Weltmeisterschaften in Deštné v Orlických horách und Aigen im Mühlkreis mit drei Goldmedaillen der endgültige Durchbruch. Während er im Weltcup nur bei ausgewählten Rennen an den Start ging, konnte er seine WM-Titel in Bad Hofgastein erfolgreich verteidigen. Bei den Weltmeisterschaften 2016 in Deštné holte er im Riesenslalom eine weitere Goldmedaille.

Im Winter 2016/17 sicherte sich Čiháček erstmals den Gewinn des Gesamtweltcups. Mit neun Siegen erreichte er eine Gesamtpunktezahl von 296 und distanzierte den zweitplatzierten Österreicher Gerhard Hauer junior um 92 Punkte. Darüber hinaus gewann er im Rahmen der Weltmeisterschaften in Grächen erstmals alle vier Goldmedaillen. Dies gelang ihm auch bei den folgenden beiden Veranstaltungen in Lenggries und auf dem Nassfeld, womit er neun WM-Rennen (inklusive der Kombinationswertungen zwölf WM-Entscheidungen) in Folge ungeschlagen blieb. Nach einer COVID-bedingten Rennpause verlor er seine Titel im Super-G und Riesenslalom 2022 auf dem Stuhleck an den Österreicher Joachim Knauß. Im Slalom sowie in der Kombinationswertung blieb er hingegen siegreich. Auch im Gesamtweltcup, den er dreimal hintereinander verteidigen konnte, blieb der von Rekordweltmeister Markus Moser trainierte Tscheche tonangebend. Bei den Weltmeisterschaften in Grächen gewann er im Riesenslalom und in der Kombination zwei weitere Goldmedaillen. 2025 musste er sich in Lenggries zweimal Knauß geschlagen geben, holte aber im Slalom seine insgesamt 24. Goldmedaille.

Pavel Čiháček lebt mit seiner langjährigen österreichischen Lebensgefährtin im Bundesland Salzburg. Er ist Vater eines 2022 geborenen Sohnes und arbeitet als Co-Geschäftsführer eines Unternehmens in Bruck an der Großglocknerstraße. Zudem ist er für die Fédération Internationale de Skibob (FISB) als Beauftragter für die slawischsprachigen Länder tätig.

Erfolge Weltmeisterschaften Ustroń 2009: 2. Super-G, 2. Riesenslalom, 3. Kombination Nauders 2011: 4. Kombination, 5. Slalom, 6. Super-G, 9. Riesenslalom Aigen im Mühlkreis/Deštné v Orlických horách 2012: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 2. Slalom Bad Hofgastein 2013: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 3. Slalom Spital am Semmering 2014: 2. Super-G, 3. Slalom, 12. Kombination, 16. Riesenslalom Deštné v Orlických horách 2016: 1. Riesenslalom, 2. Super-G Grächen 2017: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination Lenggries 2018: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination Nassfeld 2019: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination Stuhleck 2022: 1. Slalom, 1. Kombination, 2. Super-G, 2. Riesenslalom Grächen 2023: 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 2. Slalom, 3. Super-G Lenggries 2025: 1. Slalom, 2. Riesenslalom, 2. Kombination, 3. Super-G

Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2006/07 8. 51 2007/08 8. 71 2008/09 3. 130 2009/10 11. 35 2010/11 17. 28 2011/ 12 7. 62 2012/13 7. 72 2013/14 2. 98 2015/16 11. 31 2016/17 1. 296 2017/18 1. 235 2018/19 2. 195 2019/20 1. 120 2020/21 Saison abgesagt 2021/22 1. 126 2022/23 1. 92 2023/24 1. 104

Weltcupsiege 60 Podestplätze, davon 42 Siege: Datum Ort Land Disziplin 7. Dezember 2008 Kühtai Österreich Super-G 9. März 2012 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 2. Februar 2014 St. Valentin auf der Haide Italien Riesenslalom 14. März 2014 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 23. Januar 2016 Kleinlobming Österreich Slalom 8. Januar 2017 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 27. Januar 2017 Val d’Arly Frankreich Slalom 28. Januar 2017 Val d’Arly Frankreich Riesenslalom 17. Februar 2017 Bad Leonfelden Österreich Riesenslalom 18. Februar 2017 Bad Leonfelden Österreich Slalom 24. Februar 2017 Kleinlobming Österreich Parallelslalom 11. März 2017 Nassfeld Österreich Riesenslalom 11. März 2017 Nassfeld Österreich Super-G 11. März 2017 Nassfeld Österreich Super-Kombination 19. Januar 2018 Kleinlobming Österreich Parallelslalom 20. Januar 2018 Kleinlobming Österreich Slalom 2. Februar 2018 Val d’Arly Frankreich Slalom 3. Februar 2018 Val d’Arly Frankreich Riesenslalom 11. Februar 2018 Nauders Österreich Super-G 11. Februar 2018 Nauders Österreich Super-G 9. März 2018 Nassfeld Österreich Super-Kombination 10. März 2018 Nassfeld Österreich Slalom 2. Februar 2019 Kleinlobming Österreich Slalom 2. Februar 2019 Kleinlobming Österreich Slalom 9. Februar 2019 Bischofsmais Deutschland Slalom 10. Februar 2019 Bischofsmais Deutschland Super-G 16. Februar 2019 Weißbriach Österreich Parallelslalom 1. März 2019 Paseky nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 2. März 2019 Paseky nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 31. Januar 2020 Val d’Arly Frankreich Slalom 1. Februar 2020 Val d’Arly Frankreich Riesenslalom 15. Februar 2020 Weißensee Österreich Riesenslalom 16. Februar 2020 Weißensee Österreich Slalom 12. Februar 2022 Weißbriach Österreich Slalom 19. März 2022 Nassfeld Österreich Super-G 19. März 2022 Nassfeld Österreich Riesenslalom 3. März 2023 Paseky nad Jizerou Tschechien Super-G 4. März 2023 Paseky nad Jizerou Tschechien Slalom 27. Januar 2024 Deštné v Orlických horách Tschechien Riesenslalom 15. März 2024 Nassfeld Österreich Riesenslalom 16. März 2024 Nassfeld Österreich Slalom 22. Dezember 2024 Nassfeld Österreich Slalom

Juniorenweltmeisterschaften Lungötz 2005: 1. Super-G, 3. Riesenslalom, 3. Kombination, 4. Slalom Grächen 2006: 1. Abfahrt, 1. Riesenslalom, 2. Super-G, 7. Kombination, 8. Slalom

Weitere Erfolge Gesamtsieg im Jugend-Europacup 2005/06 mehrere tschechische Staatsmeistertitel in allen Disziplinen

Weblinks Ergebnisse (ab 2004/05) auf der Website der Fédération Internationale de Skibob

Einzelnachweise

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