mini|alt=Catherine Laborde, 2010. Eine ältere Dame mit wuscheligen kurzen Haaren im braunen Strick-Pullover sitzt auf einer Couch und spricht in ein Handmikrophon.|Catherine Laborde, 2010 Catherine Laborde (* 8. Mai 1951 in Bordeaux, Gironde; † 28. Januar 2025 in L’Île-d’Yeu, Vendée) war eine französische Moderatorin, Komikerin und Schriftstellerin.
Sie war vom 11. Juli 1988 bis 1. Januar 2017 Meteorologin bei TF1 (Télévision Française 1) und machte dort die Wettervorhersage.
Leben Jugend und Ausbildung Catherine Marie Noëlle Laborde wurde am 8. Mai 1951 in Bordeaux geboren. Ihr Vater war Englisch-Professor, später Schulinspektor und schließlich Lehrer in den Vereinigten Staaten. Ihre Mutter, Maria del PilarInterview mit Catherine und Françoise Laborde von Ariane und Béatrice Massenet in der Sendung „C’est de famille“ auf Europe 1, 18. Juli 2011., war Spanierin und war Mitglied eines französisch-britischen Widerstandsnetzwerks. Dafür wurde sie von der Königin von England ausgezeichnet.
Sie hat zwei Schwestern, Geneviève und Françoise Laborde, die ebenfalls Journalistinnen ist. Die drei Schwestern verbrachten mehrere Sommer mit ihren Eltern in den Vereinigten Staaten (zwischen 1960 und 1967) und wurden dort teilweise ausgebildet.
Als Studentin erwarb Catherine Laborde einen Master-Abschluss in Anglistik zeitgleich machte sie ein Studium am Schauspielkonservatorium in Bordeaux, dann „stieg sie auf“ («monte») nach Paris.Carole Sandrel: «Catherine Laborde Madame Météo la fée des enfants.» Télé 7 Jours n° 1756, 22.–28. Januar 1994: S. 93.
Karriere Laborde trat in der Serie Les gens de Mogador (Die Leute von Mogador) von Robert Mazoyer auf, die im Dezember 1972 und Januar 1973 auf dem ersten Kanal des ORTF ausgestrahlt wurde. 1973 erhielt sie ihre erste Theaterrolle in Paris, in L’Église von Louis-Ferdinand Céline, gefolgt von ihrem ersten Film, Voyage en Grande Tartarie (Reise in die Große Tartarei) von Jean-Charles Tacchella.
Im Januar 1983 wurden Catherine Laborde und der Schauspieler Henri Virlogeux von Noël Mamère in den 13-Uhr-Nachrichten auf Antenne 2 zum Schauspielerstreik (grève des comédiens) interviewt. Sie forderten höhere Arbeitslosenleistungen und ihre Vervielfältigungsrechte (im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Werken auf Videokassetten).
1988 suchte TF1 eine neue Wettermoderatorin. Françoise Laborde, damals Leiterin der Wirtschaftsredaktion bei TF1, ermutigte ihre Schwester, sich zu bewerben; nach einer Probezeit wurde sie als Moderatorin eingestellt.Télé 7 Jours n°1756, semaine du 22 au 28 janvier 1994, page 92: «Catherine Laborde Madame Météo la fée des enfants». Ihre erste Wettervorhersage präsentierte sie am 11. Juli desselben Jahres. Am häufigsten präsentiert sie die Nachrichtensendungen vor und nach den 13-Uhr- und 20-Uhr-Nachrichten auf dem Sender sowie seit 1994 auf La Chaîne Info (LCI). Von 1990 bis 1993 moderierte sie außerdem zweiwöchentlich die Sendung „Parole d’école“ (Wort der Schule/Zeugnis) auf FR3 und später auf France 3.
1997 veröffentlichte sie zusammen mit ihrer Schwester Françoise ihr erstes Buch. Weitere Romane und Essays folgten.
Ab 2003 moderierte sie bis 5. November 2011 die Teleshopping-Sendung (télé-achat) Télévitrine auf TF1. Michel La Rosa wurde ihr Nachfolger. Im Januar 2007 und September 2011 gewann sie den „Le Grand Concours des animateurs“, eine Quizshow, die zur Hauptsendezeit auf TF1 ausgestrahlt und von Carole Rousseau moderiert wurde und in der Fernsehmoderatoren als Kandidaten auftraten. Sie nahm im November 2011 teil an der von Vincent Cerutti moderierten Sendung „Sosie! Or Not Sosie?“ (Doppelgänger oder Nicht?) auf demselben Sender. Außerdem nahm sie an einem Duo-Wettbewerb (unter anderem mit Liane Foly) in der Wohltätigkeits-Sonderausgabe von „Qui veut gagner des millions?“ (Wer wird Millionär?) auf TF1 teil.
Am 14. Juli 2012 nahm sie zusammen mit Gaël Leforestier, Sheryfa Luna, Julie Raynaud, Jimmy Briand und Rod Fanni für den Verein „Face au monde“ („Sich der Welt Stellen“)
Ab Oktober 2012 führte sie ihre erste One-Woman-Show (seul en scène) auf, Avec le temps im Théâtre du Petit-Gymnase in Paris. Das Stück hatte sie mit Guy Carlier und François Rollin zusammen geschrieben. Am 12. April 2013 trat sie in der Primetime-Show Money Drop auf TF1 für Secours populaire français im Duo mit Emmanuel Moire auf.
20. Juli 2013 wirkte sie in der Sendung „Les Douze Coups de soleil“ (einer Sonderfolge der Spielshow „Les Douze Coups de midi“) auf TF1 zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation „Les Toiles enchantées“ (Die verzauberten Leinwände) mit. Dort spielte sie im Duo mit Xavier, einem der Großmeister („grand maître“) der „Mittagsshow“.
Am 1. Januar 2017 präsentierte Laborde im Alter von 65 Jahren und nach 28 Dienstjahren ihre letzte Wettervorhersage auf TF1. Sie bedankte sich bei den Zuschauern für ihre Treue.„Heute habe ich euch vom morgigen Wetter erzählt, aber die Zeit vergeht, und diese Zeit ist die Zeit, in der ich euch verlassen werde. Nach achtundzwanzig Jahren treuen Dienstes gehe ich. Ich nehme die Kälte und das Wetter mit, aber auch all die Erinnerungen, die ihr mir über die Jahre geschenkt habt, dieses Selbstvertrauen, das mir so sehr fehlt, diese Liebe, diese Güte, die euch nie verlassen hat und die mich diese achtundzwanzig Jahre getragen hat. Es waren wundervolle Zeiten, fröhliche Zeiten, Momente der Kameradschaft; ich nehme euch mit. Ihr werdet mich vergessen? Ich nicht. Ich liebe euch.“ («Je vous ai raconté aujourd’hui le temps qu’il fera demain, mais il y a aussi le temps qui passe, et ce temps-là, c’est le temps où je vais vous quitter. Après vingt-huit ans de bons et loyaux services, je m’en vais. Je pars avec le froid, avec le temps, mais aussi avec tous ces souvenirs que vous m’avez donnés au fil des années, cette confiance en moi qui me manque tellement, cet amour, cette bienveillance qui ne vous a jamais quittés et qui m’a portée pendant ces vingt-huit années. C’étaient des moments formidables, des moments joyeux, des moments de camaraderie; je vous emporte avec moi. Vous m’oublierez (?) Moi non. Je vous aime.») article de RTL du 1er janvier 2017. rtl.fr. Ihre Verabschiedung wurde „überraschend“ („avec surprise“) am Ende der 20-Uhr-Nachrichten verkündet, die an diesem Abend von Audrey Crespo-Mara präsentiert wurden. In einem Interview bei RTL vom 1. Januar 2017 betont, dass es ihre eigene Entscheidung war:
In diesen 28 Jahren moderierte sie abwechselnd die Nachrichtensendungen mit Michel Cardoze (bis 1991), Alain Gillot-Pétré (bis 1999), François Fandeux (von 1989 bis 1995), Évelyne Dhéliat (ab 1991), Sébastien Folin (von 2001 bis 2009), Véronique Touyé (2009) und Louis Bodin (ab 2010).
Ab Februar 2017 hatte sie eine wöchentliche Videokolumne im Magazin Le Point.Pierre Dezeraud: Catherine Laborde devient chroniqueuse pour “Le Point”. Ozap ozap.com vom 8. Februar 2017.Catherine Laborde: “Le retour de Belphégor”. Le Point. lepoint.fr vom 8. Februar 2017.
Im März 2017 unterstützte sie ein junges Mädchen mit Down-Syndrom, das einen Wetterbericht im Fernsehen präsentieren wollte. Tief bewegt von diesem Anliegen gab sie am 21. März öffentlich ihre Unterstützung für Emmanuel Macron bekannt, den Kandidaten der französischen Präsidentschaftswahlen 2017. Sie erklärte, dass das Thema Behinderung ihr „besonders am Herzen liege“ („qui lui tient particulièrement à cœur“).Surprise! Catherine Laborde rejoint Emmanuel Macron. 20 minutes. 20minutes.fr vom 22. März 2017. und dass sie in Emmanuel Macron „einen Mann gefunden habe, dessen Worte mich tief berührten.“ («homme qui disait des phrases qui résonnaient en moi»). Am selben Tag wurde sie als „Medienexpertin“ (“experte médias”) in die Sendung „Touche pas à mon poste!“ auf C8 eingeladen. Im April wurde sie festes Mitglied des Panels (Chroniqueuse).
Persönliches Catherine Laborde hatte zwei Töchter, Gabrielle (* 1986) und Pia (* 1990). Sie ist die Stiefmutter von Sarah Stern, der Tochter ihres Ehemanns Thomas Stern, den sie 2013 heiratete.
Krankheit und Tod Im Oktober 2018 gab Laborde bekannt, dass sie seit vier Jahren an Parkinson leide, was sie daran hinderte, Fahrrad zu fahren, High Heels zu tragen oder gar zu schreiben.Catherine Laborde évoque sa maladie de Parkinson. Le Figaro. lefigaro.fr vom 13. Oktober 2018. Im Dezember 2018 präzisierte sie, dass es sich tatsächlich um einen Fall von Lewy-Körper-Demenz handelte.
Catherine Laborde verstarb am 28. Januar 2025 im Alter von 73 Jahren, in ihrem Haus auf der L’Île-d’Yeu in Vendée. Ihr Tod löste zahlreiche Reaktionen in den Medien und der Politik aus,Catherine Laborde, ancienne présentatrice de la météo de TF1, est morte à l’âge de 73 ans. In: Le Monde. 29. Januar 2025. unter anderem eine Erklärung des Präsidenten der Republik, in welcher der Verlust eines „großen Publikumslieblings“ („grande vedette populaire“) bedauert wurde.
Ihre Beerdigung (Obsequien) fand am 6. Februar in der Kirche Saint-Roch im 1. Arrondissement von Paris statt. Sie wurde auf dem Cimetière du Montparnasse (division 28, chapelle cinéraire commune) bestattet.
Filmographie Kino 1974: Les Filles de Malemort, Daniel Daërt: la souillon (Küchenmagd) 1974: Voyage en Grande Tartarie, Jean-Charles Tacchella: Paméla 1975: Cousin, Cousine, Jean-Charles Tacchella: la pharmacienne (Apothekerin) 1979: Il y a longtemps que je t’aime, Jean-Charles Tacchella: la jeune skieuse, (junge Skifahrerin) 1981: Croque la vie (Nutze den Tag!), Jean-Charles Tacchella: Lola 1982: Casting, Arthur Joffé
Fernsehen 1972: Les gens de Mogador, Robert Mazoyer: Henriette Royer-Vernet 1973: La Nuit des lilas (Die Nacht des Flieders) 1975: Les Enquêtes du commissaire Maigret (Die Fälle des Kommissars Maigret, Serie) Episode Maigret hésite (Maigret zögert) Claude Boissol: Paulette Parendon, genannt Bambi 1977: Les Enquêtes du commissaire Maigret, Episode: L’Amie de madame Maigret (Die Freundin von Mme Maigret), Marcel Cravenne 1978: Meurtre sur la personne de la mer, Michel Subiela: Irène 2016: Mission: Évelyne, Episode 1: sie selbst
Synchronisation 1984: Wingman: Sophie, Jocelyne (Stimme) 1986: Juliette je taime (Juliette, ich liebe dich): Suzanne (Stimme)
Theater 1973: L’Église (Die Kirche), Louis-Ferdinand Céline, Inszenierung von François Joxe, Compagnie Le Chantier Théâtre, Théâtre des Deux Portes, Théâtre de la Plaine, Théâtre des Mathurins: Janine / Tänzerin 1980: L’Habilleur (The Dresser), Ronald Harwood, Inszenierung von Stéphan Meldegg, Théâtre de la Michodière 2012: Avec le temps (Mit der zeit), Théâtre du Petit-Gymnase 2016: Il était une fable (Es war einmal eine Fabel), Théâtre Le Ranelagh, Paris
Radio 1981: La dame aux miroirs (Die Dame mit den Spiegeln), Bernard Da Costa: «Les tréteaux de la nuit» (Die Bühnen der Nacht). France Inter, inszenierung von Georges Godebert, mit Rosy Varte, Henri Labussière, Jean Gastaut, Hélène Sielka, Danielle Coffet, Jacques Bretonnière, Pierre Destailles, Bruno Balp, Emmanuel Pierson.
Fernsehauftritte 1988–2017: Bulletin météorologique, TF1: Moderatorin 1990–1993: Parole d’école, FR3, später France 3 1999: 5 millions pour l’an 2000 (5 Millionen für das Jahr), Évelyne Dhéliat (TF1) 2003–2011: Télévitrine (TF1) 2003: Catastrophes météorologiques (Wetterkatastrophen), 13ème Rue Juli 2012: Fort Boyardo.fortboyard.tv: Kandidatin April 2017: Touche pas à mon poste!, C8: Chroniqueuse Dezember 2018: La planète est-elle (vraiment) foutue? (Ist der Planet (wirklich) dem Untergang geweiht?), C8.20minutes.fr: Wetteransagerin April 2019: Balance ton post! (C8): Gast Oktober 2020: Sept à huit (Seben bis Acht), TF1.tvmag.lefigaro.fr: Gast
Publikationen Mit Françoise Laborde: Des sœurs, des mères et des enfants. Editions Jean-Claude Lattès, 1997. ISBN 978-2-7096-1820-5 Le mauvais temps n’existe pas. (Schlechtes Wetter gibt es nicht). du Rocher 2005. ISBN 978-2-268-05464-3