mini|hochkant|Amir Tataloo (2018) Amir Tataloo (; bürgerlich Amir Hossein Maghsoudloo, ; * 21. September 1987 in Teheran) ist ein iranischer Sänger, Rapper und Songwriter. Er ist einer der bekanntesten und kontroversesten Künstler seines Landes und wird oft als Pionier des iranischen Hip-Hop und R&B betrachtet.

Seit Dezember 2023 im Iran inhaftiert, wurde er im Januar 2025 wegen Blasphemie zum Tode verurteilt.

Leben Frühes Leben Amir Tataloo wurde in Teheran geboren und wuchs in einer Familie iranischer Aserbaidschaner auf. Er hat vier Geschwister. Aufgrund der Arbeit seines Vaters verbrachte Amir seine Grundschulzeit in Rasht. Nach ein paar Jahren zog er zurück nach Teheran. Aufgrund der finanziellen Lage seiner Familie beschloss er, gleichzeitig zu arbeiten und zur Schule zu gehen. Im Alter von 14 bis 16 Jahren arbeitete er in einer Schreinerei und vom 16. bis zum 18. Lebensjahr in einem Lebensmittelladen. Karriere Nach seinem Schulabschluss begann er, sich der Musik zu widmen. Er begann seine Musikkarriere 2003, indem er Songs auf seinem Blog veröffentlichte. Sein erstes Album, Zire Hamkaf, wurde 2011 veröffentlicht und seitdem hat er bis 2025 insgesamt 21 Alben veröffentlicht. Sein 2021 veröffentlichtes Album Fereshte ist das erste iranische Album, das bei dem Majorlabel Universal Music Group veröffentlicht wurde.

Musikalischer Stil und Erfolg Tataloo ist bekannt für seine Mischung aus Pop, Rap und R&B, die ihm eine große Fangemeinde unter der jüngeren Generation im Iran beschert hat. Seine Musik thematisiert oft soziale und politische Missstände im Iran, was ihn zu einer kontroversen Figur machte. Nach dem Tod von Mahsa Amini durch die iranische Polizei im Jahr 2022 und den darauf folgenden Frau, Leben, Freiheit-Protesten verschärfte sich seine Kritik gegenüber dem iranischen Regime nochmals. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist seine Veröffentlichung Enghelab Solh, in der der politische Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, namentlich genannt und kritisiert wird.

Beziehungen und Konflikte mit dem iranischen Regime Tataloo hatte eine komplexe Beziehung zum iranischen Regime. Zunächst wurde er von konservativen Politikern hofiert, da sie in ihm einen Weg sahen, junge, liberal gesinnte Iraner zu erreichen. Im Jahr 2015, noch vor dem Atomabkommen, das Teheran mit den Weltmächten unterzeichnete, machte Tataloo mit der Single Nuclear Energy Schlagzeilen. In dem Musikvideo, das auf einem iranischen Kriegsschiff gedreht wurde, begrüßte der Rapper die nuklearen Ambitionen des Irans und verkündete das Recht des Landes, sich zu verteidigen. Zwei Jahre später, im Jahr 2017, traf sich Tataloo mit dem konservativen Geistlichen und damaligen Präsidentschaftskandidaten Ebrahim Raisi und unterstützte ihn. Der Rapper bekräftigte seine Unterstützung für Raisi bei den Präsidentschaftswahlen 2021, die der ehemalige Oberste Richter

gewann.

Gleichzeitig wurde Tataloo zwischen 2013 und 2018 mehrfach im Iran verhaftet, vor Gericht gestellt, zu insgesamt 7 Jahren Haft sowie rund 150 Peitschenhieben verurteilt und war mehrere Monate inhaftiert. Die Verhaftungen von Amir Tataloo zwischen 2013 und 2018 resultierten aus Vorwürfen der iranischen Behörden bezüglich „Sittenlosigkeit“, fehlender Lizenzen und regimekritischer Inhalte. Diese Verhaftungen spiegelten den anhaltenden Konflikt zwischen seiner provokanten Musik und der strengen Zensur wider.

Fünfjähriger Auslandsaufenthalt in der Türkei 2018 zog er zunächst nach Georgien, später nach Istanbul, nachdem ihm die Lizenz zum Veröffentlichen von Musik im Iran entzogen worden war. Instagram sperrte Tataloos Account 2019 wegen frauenfeindlicher Inhalte und der Förderung von Kinderheirat. Amir Tataloo baute seine Karriere nach der im Exil weiter aus, indem er in der Türkei und Georgien Konzerte abhielt und Alben veröffentlichte, die im Iran verboten waren. Trotz Repressalien erreichte er Rekorde auf Plattformen wie Instagram und YouTube durch Fan-Mobilisierung.

In seinen Instagram-Storys behauptete Tataloo, er plane, einen „Sultanspalast“ in der Türkei zu errichten und Mädchen zwischen 15 und 20 Jahren einzuladen, ihm beizutreten. Ausreise und Verhaftung Frustriert vom Leben im Exil und nachdem sein iranischer Pass abgelaufen war, versuchte er, die Türkei zu verlassen, um nach Teheran zurückzukehren.

Im Jahr 2023 lehnten die türkischen Behörden zunächst seine Ausreise vom Flughafen Istanbul mit einem abgelaufenen iranischen Pass ab und nahmen ihn später fest und übergaben Tataloo im Dezember 2023 an die Polizei der Islamischen Republik, wo er sofort verhaftet wurde, da ihm schwere Anschuldigungen drohten. Seitdem ist er im Iran inhaftiert.

Gerichtliche Verfahren und Todesstrafe Am 19. Januar 2025 wurde Tataloo wegen Blasphemie und Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt. Die iranische Justiz bestritt, dass Tataloo zum Tode verurteilt wurde. Tataloos ursprüngliche Haftstrafe von fünf Jahren wurde erhöht, nachdem die Staatsanwaltschaft Einspruch gegen das Urteil erhoben hatte. Tataloo wurde außerdem zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er laut Urteil „Prostitution“ gefördert habe. Die Staatsanwaltschaft warf ihm außerdem die Verbreitung von „Propaganda“ gegen die Islamische Republik und die Veröffentlichung „obszöner Inhalte“ vor. Im Mai 2025 wurde unter Berufung auf einen ehemaligen Zellengenosse und Freund des Rappers berichtet, dass Tataloo im Gefängnis einen Suizidversuch unternommen habe.

Diskografie Alben 2011: Zire Hamkaf 2013: Tatality 2014: Man 2015: Shomareh 6 2015: Mamnoo 2016: Shomareh 7 2017: Ghahreman 2017: Amir 2018: Sayeh 2018: Jahanam 2018: Barzakh 2019: 78 2020: Sheytan 2021: Fereshteh 2021: Sahm 2022: Boht 2022: Cosmos 2023: Behesht 2023: Yin Yang

Singles (Auswahl) 2008: Vay Ke Che Halie (mit Ardalan Tomeh) 2011: Gorg 2011: Sana Heyran 2011: Khabam Nemibare 2015: Dari Be Chi Fekr Mikoni 2016: Bezar Too Hale Khodam Basham 2016: Eyde Emsal 2016: Baghalam Kon 2017: Timar 2017: Navazesh 2017: Ba To 2018: Rafttanet 2018: He 2018: Sayeh 2018: Sadi Chand 2018: Shabe Tire 2018: Jahanam 2018: Maskhare Bazi 2018: Man 2 2018: Dele Man Havato Karde 2019: Harvaght Ke Boodi 2019: Khaar 2019: Shabe Yalda 2019: Ajab 2019: Parishab 2019: Taziyane 2020: Gorg 2 2020: Bezanam Naft Dar Biad 2020: Darvaghe 2020: Haramsara 2020: Male Man Bash (mit Sohrab MJ & Orchid) 2020: Mr. Lodeh (mit Sohrab MJ & Sepehr Khalse) 2020: Khanoome Vaziri 2020: Ajab 2 2020: Ye Saram Be Ma Bezan 2020: Shab Ke Mishe 2020: Mikham 2020: Holesh (mit Tohi) 2020: Man Bahat Ghahram 2021: To Bezar Boro Mano 2021: Nagoo Na 2021: Didi !? 2021: Gham Gerefte Hame Kooche Haye Ma Ro 2021: Parvaz 2022: Boht 2022: Behesht 2022: Shokret (mit Reza Pishro & Tohi) 2022: Jangale Tarik (mit Reza Pishro & Ho3ein) 2024: Ye Chizi Begoo (mit Armin Zareei)

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Einzelnachweise

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