Sickenreuth ist ein Gemeindeteil der Stadt Goldkronach im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Sickenreuth liegt in der Gemarkung Brandholz.

Geografie Das Dorf bildet mit Goldkronach im Nordwesten eine geschlossene Siedlung. Sie liegt an der Kronach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Goldkronach zur Staatsstraße 2163 (1,1 km nordwestlich). Anliegerwege führen nach Schlegelberg (0,2 km südlich) und nach Geräum (1,1 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahre 1317 als „Sickengerute“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Sicko.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 628.

Zur Realgemeinde Sickenreuth gehörte Heidelleithen und Schlegelberg. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Sickenreuth aus 17 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Goldkronach zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Gefrees. Grundherren waren das Kastenamt Gefrees (3 Gütlein, 1 Haus), das Stiftskastenamt Himmelkron (1 Söldengut), der Rat Goldkronach (3 Söldengüter, 1 Mühle, 1 Gütlein, 1 Walkmühle) und das Rittergut Goldkronach (2 Sölden, 1 Söldengut, 1 Halbsöldengut, 2 Viertelsöldengüter).R. Winkler: Bayreuth, S. 390.

Von 1797 bis 1810 unterstand Sickenreuth dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Sickenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Goldkronach zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Sickenreuth, zu der Geräum, Heidelleithen und Schlegelberg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. Sieben Anwesen in Sickenreuth unterstanden bis 1815 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Goldkronach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Gemeinde Sickenreuth in die Ruralgemeinde Brandholz eingegliedert.R. Winkler: Bayreuth, S. 466f. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Sickenreuth am 1. Mai 1978 nach Goldkronach eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 114 118 158 131 126 99 126 115 133 172 211HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 27 23 22 22 23 24 53Quelle Dort als Sikenreuth aufgelistet.

Religion Sickenreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Erhard (Goldkronach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Goldkronach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1818 Kategorie:Ersterwähnung 1317