Günter Hain (* 25. Februar 1916 in Görlitz; † 23. April 1997) war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator in der Lausitz.

Leben und Werk Hains Vater war städtischer Angestellter in Görlitz. Schon in der Volksschule zeigte sich Hains zeichnerisches Talent, und er erhielt Unterricht u. a. von Otto Engelhardt-Kyffhäuser und später 1944 in Königsberg von Alfred Partikel. Bereits 1932 veröffentlichte die regionale Tageszeitung der NSDAP, die Oberlausitzer Tagespost, erste lustig-karikatureske Zeichnungen Hains.

Hain nahm als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil und lieferte in dieser Zeit Karikaturen für die Frontzeitung. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft begann er in Görlitz freischaffend als Maler und Zeichner zu arbeiten. Dabei hielt er sich 1948 bei den Arbeitern der Granitsteinbrüche in Königshain auf und zeichnete.Ernst Kretzschmar: Görlitz im antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau. Görlitz, 1981, S. 46 Dieses Erlebnis war der entscheidende Anstoß für seinen Weg zum zeichnenden Chronisten, wobei er künstlerisch Autodidakt blieb.

Hain schuf als Wandbilder, Tafelbilder und in Aquarell insbesondere Bilder mit Görlitzer und Oberlausitzer Motiven, porträtierte Görlitzer Persönlichkeiten, illustrierte Kinderbücher und ab 1958 für den Verlag Bild und Heimat Märchenkalender sowie 1965 für das Deutsche Hygienemuseum den Kinderkalender. Er war Illustrator für die Sächsische Zeitung und die Kinder- und Jugendzeitschriften Atze, Frösi, Trommel und Die Schulpost. Von Hain gestaltete Filme für Kinder und Jugendliche wurden von der DEFA auf Color-Bildband (Dia-Rollfilm) publiziert.https://nat.museum-digital.de/object/24036

Hain wurde in Görlitz später der „Stadtchronist mit dem Zeichenstift“ genannt.

Arbeiten Hains befinden sich insbesondere im Kulturhistorischen Museum Görlitz und in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften.

Ehrungen

1979: Kunstpreis der Stadt Görlitz 1987: Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Görlitz

Werke (Auswahl)

Malerei und Zeichnungen

Selbstbildnis (Öl; Kulturhistorisches Museum Görlitz) Im Steinbruch (Öl, 1953)Die Deutsche Fotothek nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Lt. Katalog war Hain auf dieser Ausstellung nicht vertreten. Es ist zu vermuten, dass er das Bild eingereicht hatte, er aber nicht berücksichtigt wurde. Sowjetische Ingenieure besichtigen das Eisenhüttenkombinat Ost (1952/1953, Öl) An der Bessemer Birne (1952, Tusche) Flüchtlinge nach Kriegsende (etwa 1980, Aquarell; Kulturhistorisches Museum Görlitz) Wochenmarkt Elisabethstraße Görlitz (um 1955/1960, Öl, 46 × 67 cm; Kulturhistorisches Museum Görlitz)https://nat.museum-digital.de/object/977676 Besuch Friedrich des Großen in Görlitz (um 1980, Aquarell, 40,5 × 30 cm; Kulturhistorisches Museum Görlitz)https://nat.museum-digital.de/object/977789

Baugebundene Werke

Scraffito an einem Neubau-Wohnhaus (Görlitz, Sattigstraße) Mosaik (damalige Oberschule Görlitz-Weinhübel) Fliesenmosaik an einem Neubau-Wohnhaus (Görlitz, Büchtemannstraße; mit Karl-Heinz Völker)

Buchillustrationen

Siegfried Wagner: Walter und die eisernen Riesen. Der Kinderbuchverlag Berlin, 1952 Werner Quednau: Die Gefangenen von Murano. Altberliner Verlag Lucie Groszer, Berlin, 1955 Erika Engel: Geburtstag im Kindergarten. Der Kinderbuchverlag, Berlin, 1955 Hans Robert Schröter: Lämmchen der Widersacher. Verlag Neues Leben Berlin, 1957 Herbert George: Ingrid und der große Fund. Herbert Schulze Buch- und Kunstverlag Nachf., Leipzig, 1966 Schnatteratatt. Jugendland Verlag, 1973 (Hartpappe) Ernst Kretzschmar: Geschichten aus Alt-Görlitz. Görlitzinformation, Görlitz, 1984 Ernst Kretzschmar: Geschichten aus Alt-Görlitz. Görlitzinformation, Görlitz, 1986 Ernst Kretzschmar: Allerlei aus Alt-Görlitz. Görlitzinformation, Görlitz, 1988 Paul Mikles: Sagen des Kreises Görlitz und einiger angrenzender Orte. Görlitzinformation Görlitz (mehrere Teile, u. a. 1989) Hodscha Nasreddin. Bonus: Läuschen und Riemels. (= Klassiker der DDR-Bildgeschichte Heft 25). Holzhof-Verlag, Dresden 2012.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen 1963: Görlitz, Städtische Kunstsammlungen 1976: Görlitz, Städtische Kunstsammlungen. Ausstellung im Kaisertrutz vom 5. September bis 31. Oktober 1976Faltblatt mit Text von Ernst-Heinz Lemper, Görlitz 1976, im Bestand der SLUB Dresden. 1982: Dresden, Galerie Nord („Junge Künstler: Joachim Bunzler, Günter Hain, Anton P. Kammerer, Dieter Melde, Christine Schlegel“)

Postum 2016: Görlitz, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (von Hain illustrierte Bücher) 2016: Görlitz, Kaisertrutz („Blickfang Görlitz“)

Teilnahme an Gruppenausstellungen 1949: Görlitz, Aula der 10. Grundschule („3. Jahresausstellung Lausitzer Bildender Künstler“) 1965: Görlitz, Städtische KunstsammlungenErnst-Heinz Lemper: Künstler schaffen am Antlitz und am geistig-kulturellen Profil der Stadt Görlitz 1945–1965. (= Schriftenreihe der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz Neue Folge 11). Görlitz 1965 (Digitalisat der SLUB Dresden).

Literatur Ernst-Heinz Lemper: Künstler schaffen am Antlitz und am geistigkulturellen Profil der Stadt Görlitz 1945–1965. Städtische Kunstsammlungen Görlitz, 1965 Hain, Günter. In: Reinhard Pfeiffer: Von Hannes Hegen bis Erich Schmitt. Lexikon der Karikaturisten, Presse- und Comiczeichner der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1998, S. 124. Leporello Bibliografie. Günter Hain. 2018. Ernst Kretzschmar: Er lebt weiter in den Herzen der Görlitzer – Günter Hain (1916–1997). In: StadtBILD Görlitz – Oberlausitz – Niederschlesien 20. Jg. (Juli 2019) Nr. 192, S. 4–15.

Weblinks Ralph Schermann: Der Chronist mit dem Zeichenstift, sächsische.de, 27. Februar 2016 (abgerufen am 31. Januar 2025) Günter Hain im Stadtwiki Görlitz

Einzelnachweise

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