mini|Leonardo da Vinci: Pferdestudie (Ausschnitt aus: Pferdestudien zur Schlacht von Anghiari), um 1503/1504, Zeichnung. Formstrich mit Licht- und Schattenwirkung Der Formstrich (auch Formlinie, formgebende Linie, formfolgende Schraffur, Formschraffur, Konturschraffur, englisch: contour hatching) ist ein grafisches Gestaltungselement, das sich der Oberfläche oder der Kontur eines meist gerundeten Gegenstandes anpasst. Zum einen bezeichnet der Formstrich eine spezielle Form der Schraffur, die Formschraffur. Zum anderen kann der Formstrich eine einzelne Linie bezeichnen, die erst im Verbund mehrerer Linien eine Formschraffur bildet.
Beschreibung mini|Formstrich bei Würfel, Zylinder, Kugel Während sich eckige Gegenstände wie Würfel mit Hilfe der Linearperspektive darstellen lassen, stößt diese bei gerundeten Gegenständen wie bei einer Kugel auf ihre Grenzen. Mit dem Formstrich lassen sich Rundungen auf Körpern und Oberflächen darstellen und damit Plastizität verdeutlichen. Die plastische Form eines Gegenstandes entsteht durch Ein- und Ausbiegen der Linien. Licht- und Schattensituationen mit allmählichen Übergängen lassen sich durch Aussparungen (helle Stellen), unterschiedlich dichte Formstriche (etwas dunklere Stellen) und durch gekreuzte Strichlagen (sehr dunkle Stellen) erzeugen. Damit erhöht sich der Eindruck der Körperhaftigkeit.
Anwendung Der Formstrich kommt bevorzugt bei hartem Material zur Anwendung. Bei den entstehenden Kunstwerken ist die klare Linienführung ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. So wird der Formstrich oft im Kupferstich, Holzschnitt, bei Feder- und Tintenzeichnungen angewandt. Aber auch in Vektorgrafiken oder in Zeichnungen mit Bleistift, Buntstiften oder Pastellkreiden findet er Verwendung. Künstler wie Leonardo da Vinci (1452–1519), Albrecht Dürer (1471–1528) oder Paul Klee (1879–1940) nutzen den Formstrich in ihren Drucken und Zeichnungen, um Schatten und Volumen zu erzeugen.
Bildbeispiele
Einzelnachweise
Kategorie:Grafik Kategorie:Zeichnen Kategorie:Künstlerische Technik