Das Museu Nacional Frei Manuel do Cenáculo (früher: Museu de Évora, dt.: „Nationalmuseum Bruder Manuel do Cenáculo“) ist ein Kunst- und Archäologie-Museum im historischen Zentrum der Stadt Évora in Portugal.Joaquim Caetano, Celso Mangucci: «Ciência no Museu». Évora com ciência. Percursos. Évora: Universidade de Évora, 2019: S. 288–299. ISBN 978-972-778-135-5María Zozaya Montes: Figuras falantes: esculturas do período burguês em Évora (1850–1930). Évora com ciência. Percursos. Évora: Universidade de Évora, 2019: S. 300–323. ISBN 978-972-778-135-5

Geschichte Am 30. Juli 1914 wurde mit dem Decreto-lei n.º226 (Dekret Nr. 226) die Gründung des „Museums von Évora“ genehmigt. Im darauffolgenden Jahr, am 1. März, wurde es mit dem Decreto-lei nº1355 (Gesetzesdekret Nr. 1355)Decreto n.º 1355. dre.pt vom 24. Februar 1915. unter dem Namen Museu Regional de Évora (Regionalmuseum Évora) offiziell etabliert. Es öffnete 1921 im Palácio Amaral seine Pforten und zog später in sein heutiges Gebäude um, das 1929 vollständig bezogen wurde. Die ersten vier Räume wurden zwei Jahre später eingeweiht, und 1936 wurde das Archäologische Museum, das sich zuvor im Erdgeschoss der Biblioteca Pública de Évora (Stadtbibliothek von Évora) befunden hatte integriert.

Mit der Ernennung von Mário Tavares Chicó zum Direktor im Jahr 1943 begann eine Phase der Umgestaltung des Gebäudeinneren, um es an die Anforderungen der neuen museologischen Programme anzupassen. Diese Arbeiten dauerten auch nach dem Tod des Direktors im Jahr 1966 an. Erst 1970 wurde die im Untergeschoss befindliche Abteilung für Vorgeschichte eröffnet. Im Jahr 2004 wurde das Museum für eine umfassende Sanierung des gesamten Gebäudes geschlossen. Die Arbeiten wurden erst 2009 abgeschlossen, und das Museum öffnete am 29. Juni wieder seine Pforten für die Öffentlichkeit. Seit 1917 ist Kirche des Klosters Convento das Mercês, ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert als Nebengebäude angeschlossen. In dem ehemaligen Augustinerkloster befindet sich heute die Abteilung für religiöse dekorative Kunst des Museums. Die Bedeutung und Vielfalt der Sammlung des Museums, deren Ursprünge auf Frei Manuel do Cenáculo Villas-Boas zurückgehen, machen das Museum zu einer unverzichtbaren Institution für die Geschichte und die nationalen künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen.

Sammlung Die Sammlungen des Museums umfassen wichtige Bereiche der Kunst und Archäologie und umfassen auch eine naturhistorische Sammlung. Unter den umfangreichen Beständen sticht die Gemäldesammlung hervor, die den Zeitraum vom 15. bis 20. Jahrhundert abdeckt. Besonders stark vertreten sind Künstler wie Baltazar Gomes Figueira, dessen Tochter „Josefa de Ayala“ (bekannt als Josefa de Óbidos aus Sevilla), „José Benedito Soares de Faria e Barros“ (bekannt als Morgado de Setúbal), Diogo Pereira, Domingos de Sequeira, Cyrilo Volkmar Machado, Silva Porto, die andalusische Malerin Josefa Garcia GrenoSandra Leandro: «Josefa Greno. A obra ao negro». In: Sandra Leandro, Raquel Henriques da Silva (hgg.): Mulheres pintoras em Portugal. De Josefa de Óbidos a Paula Rego. Esfera do Caos, Lissabon 2013: S. 72–93. ISBN 978-989-680-080-2 und Dórdio Gomes. mini|links|Josefa de Ayala: Cordeiro Pascal com cartela de flores/Agnus Dei. (Osterlamm mit Blumenarrangement/Agnus Dei, c. 1670–80). Öl auf Leinwand, 88 × 116 cm. MNFMC.MMP,E.P.E. Außerdem sind einige religiöse Werke aus aufgelassenen Kirchen und Klöstern der Stadt vorhanden, unter anderem die flämischen Altarbilder des Hochaltars der Kathedrale von Évora. Das Polyptychon der Kathedrale besteht aus dreizehn Ölgemälden auf Holz und entstand wahrscheinlich im Umkreis von Gerard David. Des Weiteren das Triptychon des Valverde-Klosters (Capela do Esporão) des Renaissance-Malers Gregório Lopes. Ebenfalls erwähnenswert sind Gemälde von (oder ihnen zugeschriebenen) Frei Carlos und Francisco Henriques. In der Sammlung ausländischer Gemälde stechen Werke von Künstlern der italienischen und niederländischen Schule hervor, darunter Marcello Leopardi und Abraham de Vries. mini|José Benedito Soares de Faria e Barros: Morgado de Setúbal, Mulher com peru e gato. (Frau mit Truthahn und Katze) 1792. Öl auf Leinwand, 83 × 103 cm. MNFMC.MMP,E.P.E. mini|Nicolau de Chanterene: Virgem com o Menino. (Madonna mit Kind, c. 1535–40). Marmor. MNFMC.MMP,E.P.E.

Die Skulpturensammlung umfasst bemerkenswerte architektonische Elemente der Denkmäler der Stadt sowie wichtige Beispiele der Grabkunst. Erwähnenswert sind auch die Skulpturen aus dem 16. und 19. Jahrhundert, die Nicolau de Chanterene zugeschrieben werdenPaulo Pereira: Arte Portuguesa: História Essencial. Círculo de Leitores; Temas e Debates Lissabon 2011. ISBN 978-989-644-153-1Francisco Bilou: Nicolau Chanterene. Um insigne escultor em Évora, 1532–1542. Edições Colibri Lissabon 2020. ISBN 978-989-689-902-8, sowie Costa Motta oder António Teixeira Lopes (letztere aus der Sammlung/dem Nachlass von Francisco Barahona).

Das Erlöschen der Ordensgemeinschaften im Jahr 1834 und die darauf folgende Zusammenlegung ihrer Besitztümer trugen zur Entstehung der Goldschmiede- und Textilsammlungen bei, die hauptsächlich aus liturgischen Gegenständen, Schmuck und Textilien, im Wesentlichen liturgischen Gewändern, bestanden.

Die numismatischen und naturkundlichen Sammlungen sind im Wesentlichen Erzbischof Frei Manuel do Cenáculo Villas-Boas zu verdanken.

Bemerkenswert ist im Bereich Archäologie auch die Sammlung von Henrique Leonor Pina mit den Artefakten aus der Anta Grande do Zambujeiro. Verschiedene Stücke – gefunden bei archäologischen Ausgrabungen – verdienen besondere Erwähnung und stammen aus: Herdade das Casas, Castelo da Lousa, Castelo do Geraldo.

Einzelnachweise

Weblinks

Webseite des Museums bei der Stadtverwaltung Évora Museu Nacional Frei Manuel do Cenáculo bei der portugiesischen Museumswebsite www.museusemonumentos.pt

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